# taz.de -- Nachfolge für das 9-Euro-Ticket: Anschlusslösung bleibt ungewiss
       
       > Verbände fordern von der Verkehrsministerkonferenz eine schnelle
       > Nachfolge für das 9-Euro-Ticket. Doch ob die kommt? Weiterhin unklar.
       
 (IMG) Bild: Hannover, Ende August: So günstig wie das 9-Euro-Ticket wird sein möglicher Nachfolger wohl kaum
       
       Berlin taz | Viele Organisationen fordern von der
       Verkehrsminister:innenkonferenz, eine Anschlusslösung für [1][das
       9-Euro-Ticket] zu beschließen. An diesem Donnerstag werden die
       Minister:innen im Anschluss an ihre zweitägige Herbstkonferenz
       bekanntgeben, ob sie die noch strittigen Finanzierungsprobleme lösen
       können.
       
       Das [2][Bündnis „Bahn für alle“] plädiert für ein dauerhaftes 9-Euro-Ticket
       und den Ausbau der Infrastruktur. „Ohne die sozial und ökologisch
       ungerechten Rabatte zur Förderung von Auto-, Lkw- und Flugverkehr wären
       über 20 Milliarden Euro mehr im Budget“, sagte Sprecher Ludwig Lindner.
       „Das 9-Euro-Ticket auf Dauer würde gerade einmal die Hälfte kosten. Es
       bliebe also noch Geld für den Ausbau des ÖPNV übrig.“
       
       Die Minister:innen müssten die überfällige Verkehrswende einleiten,
       verlangt das Bündnis „ÖPNV braucht Zukunft“ aus Umweltverbänden und
       Gewerkschaften. Auch Greenpeace und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordern
       eine schnelle Nachfolgeregelung. Die DUH spricht sich für ein bundesweites
       365-Euro-Jahressticket aus.
       
       Das 9-Euro-Monatsticket für Juni, Juli und August war die bislang
       populärste Entlastungsmaßnahme der Bundesregierung. [3][Länder und Bund
       sind sich einig, dass es eine Nachfolgeregelung] geben soll. In der
       Diskussion ist ein bundesweit geltendes 49-Euro-Ticket für den Nahverkehr.
       Uneinigkeit besteht aber über die Finanzierung. Der Bund ist bereit, für
       ein solches Nachfolgeticket 1,5 Milliarden Euro bereitzustellen, wenn die
       Länder den gleichen Betrag aufbringen. Die Länder sehen sich ohne weitere
       Bundeszuschüsse dazu nicht in der Lage.
       
       ## „49 Euro sind zu viel“
       
       Die Berliner Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) und die Linkspartei
       kritisieren, dass der Preis von 49 Euro zu hoch ist. Viele könnten sich das
       nicht leisten, sagte Jarasch.
       
       Das sieht auch die Linkspartei so. „49 Euro sind schlichtweg 20 Euro zu
       viel, um eine sozial- und klimagerechte Mobilität endlich voranzubringen“,
       sagte Bernd Riexinger, Sprecher für nachhaltige Mobilität der
       Bundestagsfraktion der Linken. Studien hätten gezeigt, dass ein Ticket
       nicht mehr als 29 Euro im Monat oder maximal 1 Euro am Tag kosten dürfe, um
       den Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn zu forcieren.
       
       12 Oct 2022
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
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