# taz.de -- Senatsmaßnahmen gegen die Pandemie: Mit Ruhe gegen Corona
       
       > Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) rät auch Geimpften zu
       > freiwilligem Kontaktverzicht. Gaststätten sollen aber offen bleiben.
       
 (IMG) Bild: Gesundheitssenatorin Kalayci (SPD) empfielt „Entschleunigung“ zum Jahresende
       
       Berlin taz | Gaststätten müssen angesichts der leicht rückläufigen und im
       Bundesvergleich unterdurchschnittlichen Corona-Infektionslage offenbar
       keine Schließung befürchten, wenn die Zahlen nicht deutlich steigen. „Das
       wäre das allerletzte Mittel“, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci
       (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung. Anders als noch vor einer Woche,
       als sie – auch schon bei einer abflachenden Ansteckungsquote – noch eine
       [1][Bundesnotbremse und Kontaktbeschränkungen] auch für Geimpfte forderte,
       sagte Kalayci nun vor Journalisten: „Das ist eine gute Entwicklung, aber
       noch keine Trendwende.“
       
       Einem Aufruf von [2][Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil] zu
       Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte mochte sie sich am Dienstag nicht
       anschließen: Sie rief stattdessen dazu auf, freiwillig auf Kontakte zu
       verzichten und die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr „zur
       Entschleunigung“ zu nutzen.
       
       Die [3][7-Tage-Inzidenz], die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner
       binnen sieben Tagen, betrug am Dienstag 336 statt 371 neun Tage zuvor. In
       Brandenburg hingegen, das wie Sachsen die epidemiologische Notlage
       feststellen will, liegt die Inzidenz mit 636 fast doppelt so hoch. Die
       gesunkenen Zahlen führte Kalayci auf intensive Booster-Impfungen und die in
       Berlin früh eingeführte 2G- und 2Gplus-Regel zurück.
       
       Dass der Berliner Wert nun unter die Schwelle von 350 gesunken ist, auf die
       sich die Ministerpräsidentenkonferenz vergangene Woche als Grenzwert
       einigten, wird nicht dazu führen, dass in Berlin nun doch weiter getanzt
       werden darf. Das sei nur der Mindestwert, „ein Bundesland kann immer
       schärfer reingehen“, sagte Senatssprecherin Melanie Reinsch. Clubs und Bars
       müssen nicht komplett schließen, sondern können gastronomische Angebote
       machen – [4][verboten ist allein das Tanzen].
       
       ## Bei Boosterimpfung bundesweit vorn
       
       Bei den Gaststätten und Restaurants sah Senatorin Kalayci „noch zwei
       Eskalationsstufen“, bevor es zu einer Schließung kommen könnte: zum einen
       größeren Abstand zwischen den Tischen, zum anderen ein tagesaktuelles
       negatives Testergebnis auch von Geimpften und Genesenen.
       
       Bei den Boosterimpfungen ist Berlin laut Kalayci bundesweit an der Spitze:
       Von den über 60-Jährigen seien aktuell 46 Prozent dreimal geimpft. Etwas
       rückläufig sind die Zahlen der Corona-Todesfälle, ansteigend hingegen ist
       die Auslastung der Intensivstationen mit Corona-Patienten, die am Dienstag
       22 Prozent betrug. Absolut sind das Kalayci zufolge 230 Menschen, doppelt
       so viele, wie vor zwei Wochen. Drei Viertel davon seien ungeimpft.
       
       Neben den Vorbereitungen für Kinderimpfungen kündigte Kalayci auch weitere
       große Impf-Standorte an: Zum einen nannte sie das Einkaufszentrum
       Spandau-Arcaden, zum anderen lässt ihre Verwaltung gerade prüfen, wie sich
       eine Halle am Estrel-Hotel in Neukölln nutzen lässt.
       
       7 Dec 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.rbb24.de/politik/thema/corona/beitraege/2021/11/berlin-gesundheitssenatorin-kalayci-lockdown-bund-notbremse.html
 (DIR) [2] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-weil-kontaktbeschraenkungen-nach-weihnachten-100.html
 (DIR) [3] https://www.berlin.de/corona/lagebericht/
 (DIR) [4] /Erneutes-Tanzverbot-in-Berliner-Clubs/!5809741
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Alberti
       
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