# taz.de -- Coronalage in Deutschland: Düstere Aussichten für Dezember
       
       > Der RKI-Chef betont, dass die Zahl der Coronatoten steigen wird. Bei
       > ungebremster Welle würden bis Weihnachten fast 20.000 Menschen sterben.
       
 (IMG) Bild: Der Sarg eines Coronatoten in einem Krematorium in Meißen am 9. November 2021
       
       Berlin taz | Die düstere [1][Prognose des RKI-Präsidenten Lothar Wieler]
       könnte ein Weckruf für die Teilnehmer:innen des Bund-Länder-Gipfels
       sein. Denn aus dem ungewöhnlich klaren Hinweis des sonst seine Worte eher
       vorsichtig wählenden RKI-Chefs lässt sich errechnen, was in den nächsten
       Wochen auf Deutschland zukommt.
       
       Wie Wieler [2][bei einer live gestreamten Anhörung der sächsischen
       Landesregierung am Mittwochabend] betonte, sterben derzeit 0,8 Prozent der
       registrierten Neuinfizierten. Er rechnete daher vor, dass von den am
       Mittwoch neu registrierten 50.000 Infizierten unweigerlich rund 400
       Menschen sterben werden.
       
       Die Kurve der Toten folgt der Kurve der Infektionen derzeit mit rund 12
       Tagen Verzögerung. Daher ist es jetzt schon nahezu sicher, dass der
       7-Tage-Mittelwert der Toten von heute 191 um nochmals 80 Prozent [3][auf
       340 Ende November steigen] wird. Der Höchststand der 3. Welle wird damit
       bei Weitem übertroffen werden, er lag am 30. April bei 241.
       
       Innerhalb der nächsten 12 Tage werden mithin mehr als 3.000 Menschen an
       Corona sterben. In wenigen Tagen wird auch die Marke von 100.000
       Coronatoten insgesamt in Deutschland erreicht werden. Daran gibt es, wie
       Wieler zu Recht sagte, nichts mehr zu ändern.
       
       Eine so exakte Projektion über die kommenden 12 Tage hinaus ist nicht
       möglich. Aber es lässt sich vorhersagen, wohin die Pandemie führt, wenn sie
       sich mit dem aktuellen Tempo weiterentwickelt.
       
       In den vergangenen vier Wochen stieg die Zahl der Neuinfizierten nahezu
       kontinuierlich um rund 40 Prozent pro Woche. [4][Mal schien dieses
       Wachstumstempo noch viel höher, mal war es niedriger]. Aber das dürfte im
       Wesentlichen durch Meldeverzögerungen rund um den 1. November begründet
       sein, der in vielen Bundesländern ein Feiertag war.
       
       Geht man davon aus, dass die Fallzahl weiter mit diesem Tempo steigt und
       sich auch an der Sterberate nichts ändert, dann wird die Zahl der Toten an
       Weihnachten auf im Schnitt 1.000 pro Tag ansteigen. Bis zu den Festtagen
       werden dann annähernd 20.000 Menschen insgesamt an Corona sterben.
       
       Diese Zahlen sind, anders als die Prognose bis Ende November, zum Glück
       nicht in Stein gemeißelt. Sie zu senken ist die [5][Aufgabe des
       Bund-Länder-Gipfels].
       
       Einen großen Effekt könnte aber auch das Verhalten der Bevölkerung zeigen.
       Bei den vorhergehenden Wellen war auffällig, dass die Zahlen der
       Neuinfektionen meist schon sanken, bevor staatliche Maßnahmen wirksam
       wurden. Offenbar hatte bereits die Diskussion darum dazu geführt, dass
       viele Menschen freiwillig und vorsorglich ihre Kontakte eingeschränkt
       hatten.
       
       18 Nov 2021
       
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 (DIR) [1] /Nachrichten-in-der-Coronakrise/!5816444
 (DIR) [2] https://youtu.be/lH-gpVGJRd8?t=916
 (DIR) [3] https://twitter.com/gereonas/status/1461264293656158209
 (DIR) [4] https://twitter.com/gereonas/status/1461248605356974081
 (DIR) [5] /Neues-Pandemiegesetz-im-Bundestag/!5812522
       
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 (DIR) Gereon Asmuth
       
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