# taz.de -- Weihnachtsmärkte abgesagt: Ihr Kinderlein, weichet
       
       > Angesichts der pandemischen Lage werden viele Weihnachtsmärkte in Berlin
       > wieder ausfallen. Offen ist, ob auch die großen noch abgesagt werden.
       
 (IMG) Bild: Am Breitscheidtplatz glaubt man noch an den Weihnachtsmann… ähh -markt
       
       BERLIN taz | Die dunkle Jahreszeit wird noch etwas dunkler – auch in
       Neukölln: Am Mittwoch [1][sagte das Bezirksamt als Veranstalter „angesichts
       der stark steigenden Inzidenzzahlen“ den landesweit beliebten Alt-Rixdorfer
       Weihnachtsmarkt ab], der am Wochenende vom 3. bis 5. Dezember stattfinden
       sollte. Also kein Glühwein im Böhmischen Dorf, keine Alpakas auf dem
       Richardplatz, keine von Petroleumlampen sanft erleuchteten Stände, an denen
       gemeinnützige Organisationen Selbstgebasteltes oder Waffeln verkaufen. Für
       80 angemeldete Gruppen fällt der Markt nun schon zum zweiten Mal
       pandemiebedingt aus.
       
       Etliche andere hatten aufgrund des Hygienekonzepts ohnehin keinen Stand
       bekommen: „Wir hatten diesmal mit einer geringeren Zahl von Ständen und mit
       sieben kontrollierten Zugängen geplant“, sagte Bezirkssprecher Christian
       Berg zur taz, „seit fast zwei Monaten war klar, dass der Markt unter
       2G-Bedingungen stattfinden soll.“ Zuletzt habe man sogar darüber
       diskutiert, stattdessen „2G plus“ anzuwenden, also nur Geimpfte oder
       Genesene mit aktuellem Coronatest zuzulassen. „Wir haben gesagt: Wenn es
       davon abhängt, kriegen wir das auch noch hin“, so Berg. An der
       Umsetzbarkeit habe es nicht gelegen.
       
       Unter dem Eindruck der aktuellen Fallzahlen sei das Bezirksamt aber zu dem
       Schluss gekommen, dass es das falsche Signal wäre, den Markt stattfinden zu
       lassen, erklärte der Sprecher. “Das ist hart, ganz klar – für manche der
       Teilnehmenden ist diese Veranstaltung mit 60.000 BesucherInnen die
       wichtigste Einnahmequelle.“ Allerdings habe man alle Angemeldeten bereits
       am Dienstag informiert, und diese hätten mit viel Verständnis für die
       Entscheidung reagiert.
       
       Der Alt-Rixdorfer Markt ist keineswegs der einzige der vielen Berliner
       Weihnachtsmärkte, der ausfallen wird. Auch die Adventsmärkte auf dem
       Landgut Domäne Dahlem wurden abgesagt – deren Veranstalter begründete dies
       allerdings in erster Linie mit den strengen Auflagen der geltenden
       Infektionsschutzverordnung des Senats. Weniger Stände, mehr
       Kontrollpersonal, 2G – „bei solchen Szenarien übersteigen die Kosten bei
       Weitem die erwarteten Einnahmen“, erläuterte Geschäftsführer Tobias
       Frietzsche den Entschluss.
       
       ## Vor allem kleinere Märkte fallen aus
       
       Weiterhin trifft es nach aktuellem Stand unter anderem die Märkte am
       Schloss Charlottenburg, den Markt im Naturschutzzentrum Ökowerk am
       Teufelssee im Grunewald, die Weihnachtsmärkte am Schloss Hohenschönhausen
       und in Karlshorst, die Märkte in Alt-Kaulsdorf und Alt-Marzahn, an der
       Dorfkirche Rudow und im Forstamt Tegel, am Bahnhof Lichterfelde-West, in
       der Tempelhofer Malzfabrik und an der Treptower Arena. Die meisten großen
       Märkte wie auf dem Breitscheid- und dem Alexanderplatz werden
       voraussichtlich stattfinden.
       
       Laut der [2][am Montag in Kraft getretenen Fassung der Berliner
       Infektionsschutzverordnung] gilt 2G in geschlossenen Gastronomie-Räumen,
       also etwa auch in Glühweinschänken auf Weihnachtsmärkten. Die Märkte selbst
       können nur Zugang ohne 2G-Kontrollen gewähren, wenn dort Maskenpflicht und
       Abstandsregeln gelten und kontrolliert werden.
       
       Am Dienstag einigte sich der Senat aber bereits darauf, [3][die geltende
       Regelung noch einmal zu verschärfen]. Der amtierende Regierende
       Bürgermeister Michael Müller (SPD) kündigte für die kommende Woche einen
       „2G-plus“-Beschluss an, der zusätzliche Auflagen einführe. Das könnten laut
       Müller ein negativer Coronatest, aber auch Maske oder Abstand für bereits
       Geimpfte oder Genesene sein.
       
       Nach Stand vom Mittwochnachmittag wollte Müller am kommenden Montag den
       Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche eröffnen. Ob es angesichts der
       problematischen Signalwirkung dabei bleibt, konnte die Senatskanzlei bis
       Redaktionsschluss nicht beantworten.
       
       17 Nov 2021
       
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