# taz.de -- Köpi-Wagenplatz vor Räumung: „Wir werden uns wehren“
       
       > Der bedrohte Köpi-Wagenplatz ruft zur Unterstützung auf. Juristisch ist
       > der Räumungstermin am kommenden Freitag wohl nicht zu stoppen.
       
 (IMG) Bild: Anwalt Heusinger, die Sprecherinnen und ein anonymer Bewohner (v. l. n. r.)
       
       Der linksalternative Bauwagenplatz Köpi in Mitte soll am Freitag, den 15.
       Oktober geräumt werden. Im Vorfeld gaben am Freitagmorgen zwei
       SprecherInnen eine Pressekonferenz zusammen mit ihrem Anwalt und einem
       vermummten Bewohner. Sie riefen zu Solidarität mit dem Projekt auf, das ein
       sozialer Treffpunkt für Menschen aus der linken Szene und das Zuhause von
       knapp 50 BewohnerInnen sei. [1][Die Räumung hatte das Berliner Landgericht
       schon im Juni verfügt], derzeit ist eine Berufung der BewohnerInnen des
       Wagenplatzes beim Kammergericht anhängig.
       
       Dem Termin am Freitag vorangegangen waren mehrere Demonstrationen unter dem
       Motto „Köpi bleibt“. In der vergangenen Woche hatten die BewohnerInnen
       außerdem den Zaun um den Platz herum mit Blechplatten und Stacheldraht
       verstärkt. Alles werde unternommen, um die Räumung zu verhindern,
       versicherten die beiden in helle Anzüge gekleideten und mit blonden
       Perücken ausstaffierten SprecherInnen, die sich „Finikunde“ und „Ronny
       Konnopke“ nannten: „Wir werden uns gegen die illegale Räumung wehren, vor
       Gericht, auf unserem Wagenplatz und auf der Straße.“
       
       Zwar sei man in Bezug auf die Berufung zuversichtlich, deren mögliches
       Ergebnis werde die Räumung aufgrund ihrer Kurzfristigkeit aber nicht
       verhindern. Finikunde kündigte eine Demonstration am Samstagabend und
       „dezentrale Aktionen“ für die kommende Woche an. Ronny Konnopke sagte, die
       Räumung des Köpi-Platzes sei „kein Einzelfall“ und ginge angesichts der
       wachsenden Wohnungsnot alle an. Außerdem befürchteten die
       Köpi-BewohnerInnen mit Blick auf die letzten Razzien in der besetzten
       Rigaer Straße 94 ein hartes Vorgehen der Polizei beim geplanten
       Großeinsatz.
       
       Anschließend beklagte BewohnerInnen-Anwalt Moritz Heusinger die drohende
       Räumung: Sie sei ein Angriff auf ein „Symbol für Freiräume in Berlin“ – und
       außerdem unrechtmäßig: Beim Gerichtsverfahren im Juni seien Unterschriften
       auf der Prozessvollmacht der Anwälte der Klägerfirma – einer Tochterfirma
       des Grundstückseigentümers – gefälscht gewesen. Die Unterschrift des
       Geschäftsführers der Tochterfirma habe sich von früheren klar
       unterschieden, das habe nun auch ein Sachverständigengutachten bestätigt.
       
       Das Gutachten werde jetzt im Eilverfahren beim Kammergericht eingereicht,
       so Heusinger, der sich zuversichtlich gab: „Ich glaube, sehr seriös sagen
       zu können, dass es eine sehr gute Aussicht gibt, mit diesem Rechtsmittel
       noch durchzudringen.“ Allerdings sagte auch der Anwalt, es sei gut möglich,
       dass die Räumung vollzogen und erst im Nachhinein für illegal erklärt
       werde.
       
       In jedem Fall stehe den PlatzbewohnerInnen bei einer Räumung eine
       Sicherheitsleistung in Höhe von 200.000 Euro zu. Das könne jedoch keine
       angemessene Entschädigung sein, da ihre Existenzen durch den Verlust ihres
       Zuhauses bedroht seien. Bei einer Räumung müsse man auch mit der Zerstörung
       von Bauwagen rechnen.
       
       Wie sich die Lage bis zum 15. Oktober – für die BewohnerInnen „Tag X“ –
       entwickelt, bleibt abzuwarten. Die Polizei will das Gebiet rund um den
       Platz ab Donnerstag abriegeln und nur gemeldete AnwohnerInnen hineinlassen.
       
       8 Oct 2021
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Manuel Aguigah
       
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