# taz.de -- Steigende Gaspreise: Erster Versorger gibt auf
       
       > Die explodierenden Gaspreise fordern ein erstes Opfer: Die Deutsche
       > Energiepool hat sich verspekuliert und kündigt nun vielen Kunden die
       > Verträge.
       
 (IMG) Bild: Auch wenn der Lieferant sich verkalkuliert hat: Dass der Gasherd aus bleibt, muss niemand fürchten
       
       Freiburg taz | Angesichts [1][drastisch gestiegener Erdgaspreise]
       kapituliert ein erster Gasversorger: Die Deutsche Energiepool GmbH aus dem
       niedersächsischen Salzbergen wird die bundesweite Belieferung von Kunden
       mit Erdgas vollständig einstellen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben
       in den letzten Tagen bereits vielen Kunden den Liefervertrag gekündigt und
       diesen Schritt mit der „rasanten und nie da gewesenen Entwicklung“ der
       Gaspreise im Großhandel begründet.
       
       Bis zuletzt hatte der Versorger noch mit seiner „intelligenten
       kundenorientierten Beschaffung an Spot- und Terminmärkten“ geworben. Doch
       nachdem vor allem an den kurzfristigen Märkten die Gaspreise explodiert
       sind, rächt sich die Strategie, weil es nicht gelingt, die hohen Preise am
       Markt an die Kunden weiterzugeben. Viele Mitbewerber hingegen haben die
       Energiemengen, die sie zur Belieferung von Haushaltskunden benötigen, bis
       zu drei Jahre im Voraus zu definierten Preisen eingekauft.
       
       Die Deutsche Energiepool, die sich nach eigenen Aussagen „auf die
       kostengünstige Beschaffung von Energie spezialisiert“ hatte, hoffte
       offenbar, sie könne mit dem kurzfristigen Einkauf am Spotmarkt günstiger
       fahren – und verzockte sich damit. Nun teilte das Unternehmen mit, es könne
       den bisherigen Zustand „aufgrund wirtschaftlicher Unzumutbarkeit nicht mehr
       erhalten“ und sehe sich nun „gezwungen, viele der geschlossenen Verträge zu
       kündigen“.
       
       ## Grundversorger springt ein
       
       Doch kein Kunde steht nun ohne Gas da. Umgehend teilte die Eon Energie
       Deutschland GmbH mit, sie stehe „als zuständiger Grund- und Ersatzversorger
       in weiten Teilen Deutschlands allen betroffenen Kunden zur Seite, die nicht
       mehr beliefert werden können“. Süffisant ließ Eon angesichts der
       gescheiterten Strategie der Deutsche Energiepool wissen: „Wir kaufen die
       benötigten Energiemengen langfristig und vorausschauend ein, um genau
       solche Preisspitzen, wie wir sie derzeit erleben, im Sinne unserer Kunden
       zu vermeiden.“
       
       Im Endkundengeschäft des Energiemarktes waren in den vergangenen Jahren
       mehrere Energieversorger mit Kampfpreisen gescheitert – so gingen zum
       Beispiel Care Energy, Teldafax und Flexstrom pleite.
       
       27 Sep 2021
       
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