# taz.de -- Proteste am Flughafen Leipzig/Halle: Klimacamp gegen Luftfracht
       
       > Das vierte Klimacamp im Leipziger Land beginnt am Freitag. Thema ist der
       > Ausbau des DHL-Luftdrehkreuzes am Flughafen Leipzig/Halle.
       
 (IMG) Bild: Nicht gerade klimafreundlich: Frachtflug am Flughafen Leipzig/Halle
       
       Für Mobilitätsgerechtigkeit macht sich [1][das vierte Klimacamp Leipziger
       Land] stark, das am Freitag am Störmthaler See im Südraum Leipzig beginnt.
       Adressat sind in diesem Jahr die Mitteldeutsche Flughafen AG und der
       Logistikkonzern DHL, der sein Luftdrehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle
       enorm ausbauen will.
       
       „Wir verstehen uns als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung, die das
       kapitalistische Ausbeutungsmodell, das der Flughafen Leipzig/Halle
       repräsentiert, nicht mehr länger hinnimmt“, sagt Sprecherin Maja Schmidt.
       Die Vorbereitungsgruppe steht in enger Verbindung [2][mit „Ende Gelände“],
       „Sand im Getriebe“ oder „Am Boden bleiben“ und solidarisiert sich mit dem
       Aktionsbündnis „CancelLEJ“, das Mitte Juli eine der Zufahrten zum
       DHL-Gelände blockiert hatte.
       
       „Der zweitgrößte deutsche Frachtflughafen schadet dem Klima schon jetzt
       massiv mit zwei Millionen Tonnen CO²-Ausstoß jährlich“, begründet
       Sprecherin Schmidt die Auseinandersetzung mit der exzessiven Steigerung des
       Luftfrachtverkehrs am Schkeuditzer Flughafen. Widerstand regt sich auch bei
       Anwohnern. Das Camp macht außerdem darauf aufmerksam, dass der Flughafen
       [3][einer der zentralen Abschiebepunkte aus Deutschland ist]. 2019 sollen
       1.100 Asylbewerber betroffen gewesen sein.
       
       Wegen des Infektionsschutzes ist die Teilnehmerzahl in diesem Jahr auf 500
       begrenzt worden. Neben zahlreichen Kursen und Workshops können sie sich
       auch an kulturellen und geselligen Angeboten beteiligen. Höhepunkte sollen
       zwei Podiumsdiskussionen am kommenden Montag zur Mobilitätswende und am
       Mittwoch zur Abschiebepraxis sein. Für Samstag den 4.September wird ein
       noch nicht näher bezeichneter „kreativer Protesttag“ angekündigt.
       
       Die Landesdirektion Sachsen hatte wegen der pandemiebedingten
       Einschränkungen Ende des vorigen Jahres eine erneute Auslegung der
       Planfeststellungsunterlagen für die DHL-Erweiterung bis Ende Juli verfügt.
       In der ersten Runde waren bereits 3.974 Einwendungen und eine
       Online-Petition eingegangen.
       
       Die sächsischen Bündnisgrünen, die mit Wolfram Günther den Umweltminister
       stellen, haben ein Lärmschutzgutachten in Auftrag gegeben. Auf ihren Druck
       hin wird am 1.September ein unabhängiger Fluglärmschutzbeauftragter
       berufen. Von den im Camp thematisieren Klimaaspekten ist allerdings auch
       beim grünen Koalitionspartner in Sachsen nicht die Rede.
       
       26 Aug 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.klimacamp-leipzigerland.de/
 (DIR) [2] /Aktion-von-Ende-Gelaende/!5786002
 (DIR) [3] /Abschiebungen-an-den-Hindukusch/!5773062
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Michael Bartsch
       
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