# taz.de -- Theatertipps der Woche: Streiflicht und Sprachflut
       
       > Nebel, Urknall, Entgrenzung: der TD Berlin als feministisches
       > Schwimmbecken, im Ballhaus Ost wird es ebenso kollektiv, das BE zeigt
       > „Schwarzwasser“.
       
 (IMG) Bild: Feministische Diskussionen am Beckenrand mit dem Kollektiv „Frauen und Fiktion“
       
       Ende des Monats schließen in Berlin die meisten Freibäder schon wieder und
       kündigen damit das nahende Ende des Sommers an. Dafür verwandelt sich die
       zweite Etage des [1][TD Berlin] ab 19. August in ein Schwimmbecken. Hier,
       in der Licht- und Audioinstallation „Suit you body“ des feministischen
       Kollektivs „Frauen und Fiktion“ kann jeweils eine kleine Gruppe von
       Zuschauer*innen tief in einen Gedankenraum eintauchen, in dem alle
       Körper willkommen sind, wie die Ankündigung verspricht. Wir sind
       eingeladen, durch den leeren Pool zu spazieren, auf den Bänken zu verweilen
       und die Beine vom Beckenrand baumeln zu lassen.
       
       Während Streiflichter und Nebelschwaden uns umgeben wird ein Interview mit
       Nathalie Rosenke, der Expertin für Gewichtsdiskriminierung zu hören sein.
       Sie wird, wie auf der Webseite des TD zu lesen ist, von einem Chor aus
       Frauenstimmen begleitet, der uns an den Echokammern des Körperhasses
       vorbeiführen will (ab 19.8., 17:30 Uhr; Alle Termine: [2][td.berlin]).
       
       ## 10 Jahre „Hysterisches Globusgefühl“
       
       Im [3][Ballhaus Ost] zeigt das queer-feministische Kollektiv „Hysterisches
       Globusgefühl“ die Videoinstallation „Beim Anblick des Urknalls“. Die
       Produktion besteht aus zwei Teilen. Teil 1 wird als Video gestreamt. Teil 2
       ist eine Videoinstallation, die in einstündigen Slots ab 19.8. zwischen 17
       Uhr und 22 Uhr durchwandert werden kann. Mehr teilt die „performistische
       Vereinigung“, wie sich das vielfach ausgezeichnete Kollektiv im Untertitel
       nennt, nicht mit, das mit Arbeiten auf der Grenze zwischen Kunst und
       politischer Aktion bekannt geworden ist und in diesem Jahr sein
       zehnjähriges Bestehen feiert.
       
       In einer Zeit, die von der Angst vor einem Virus geprägt ist, in der neue
       Abstandsregeln zum Rückzug in tradierte Beziehungsmodelle zwingen und
       gesellschaftliche Ausschlussprozesse sich dramatisch zuspitzen, will
       „Hysterisches Globusgefühl“ mit dieser Poduktion nach neuen Möglichkeiten
       der Begegnung suchen (ab 19. 8., 17 Uhr; Alle Termine:
       [4][www.ballhausost.de]).
       
       Einen Urknall stellen stets die Stücke von Elfriede Jelinek dar. Ihr Stück
       „Schwarzwasser“ etwa, eine hyperassoziative Sprachflut, in der sie den
       Populismus als das wahre gefährliche Virus identifiziert, das die Welt
       krank macht. Am [5][Berliner Ensemble] inszeniert nun die junge
       österreichische Regisseurin Christina Tscharyiski das im Februar 2020 in
       Wien uraufgeführte Stück über Entgrenzung und den Verlust der Vernunft in
       dieser Zeit. Und die Sehnsucht nach Ordnung, die daraus resultiert
       (Premiere, 18. 8., 20 Uhr).
       
       16 Aug 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://td.berlin/
 (DIR) [2] https://td.berlin/stuecke/suit-your-body
 (DIR) [3] https://www.ballhausost.de/
 (DIR) [4] https://www.ballhausost.de/produktionen/beim-anblick-des-urknalls/
 (DIR) [5] https://www.berliner-ensemble.de/en/node/1
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Esther Slevogt
       
       ## TAGS
       
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