# taz.de -- Aktuelle Nachrichten in der Coronakrise: Diskussion um Impfprivilegien
       
       > Vor der Bund-Länder-Konferenz am Dienstag wird weiter gestritten, ob
       > Geimpfte mehr Freiheiten bekommen sollen. Deutschland gibt derweil
       > Impfstoff an andere Staaten.
       
 (IMG) Bild: Gehört der junge Mann bald zu den Privilegierten? Impfaktion im mobilen Impfzentrum in Berlin
       
       ## Weiter Debatte um Privilegien für Geimpfte
       
       Vor den Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der
       Coronapandemie hat sich Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD)
       erneut dagegen ausgesprochen, negativ auf das Coronavirus getestete
       Menschen schlechterzustellen als Geimpfte. Angesichts der Pandemielage
       seien solche weitreichenden Grundrechtseinschränkungen seitens des Staates
       der falsche Weg, sagte Lambrecht am Montag im Inforadio des RBB. Anders sei
       die Lage, wenn ein Restaurantbetreiber auf Grundlage der Vertragsfreiheit
       nur Geimpfte als Gäste zulässt.
       
       Lambrecht sprach sich außerdem dafür aus, das staatlich finanzierte Angebot
       von Coronatests zu beenden. Einen konkreten Zeitpunkt wollte sie dafür aber
       nicht nennen. Sie glaube, der September sei so ein Monat, „wo dann auch
       solche Entscheidungen durchaus getroffen werden können“. Wenn bis dahin
       jemand kein Impfangebot annehme, müsse er die Konsequenzen tragen. Er könne
       dann nicht erwarten, dass die Allgemeinheit die erforderlichen Tests
       finanziert.
       
       Die Linken-Vorsitzende Susanne Hennig-Wellsow spricht sich ebenfalls gegen
       [1][Privilegien für Geimpfte] aus. „Ich möchte nichts von Sonderrechten für
       Geimpfte hören“, sagt Hennig-Wellsow der Zeitung Augsburger Allgemeine
       (Montagausgabe). Die Gesellschaft müsse solidarisch zusammenstehen und
       Rücksicht aufeinander nehmen.
       
       CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte, bei „drastisch steigenden
       Neuinfektionen“ könne es dazu kommen, dass es bei Getesteten
       Einschränkungen geben müsse. Blume widerspricht damit dem CDU-Vorsitzenden
       und Kanzlerkandidaten der Union, Armin Laschet, in der Frage der
       Gleichbehandlung von Geimpften und Getesteten. „Wer geimpft, genesen oder
       getestet ist, den darf der Staat nicht von der Teilhabe am
       gesellschaftlichen Leben ausschließen“, hatte Laschet gesagt. (rtr/epd)
       
       ## Wirtschaft fordert, auf Lockdowns zu verzichten
       
       Vom Bund-Länder-Treffen am Dienstag erwartet der Handelsverband HDE neben
       einem Plan zur Beschleunigung der Impfungen eine langfristig angelegte
       Präventionsstrategie zur Verhinderung eines neuen Lockdowns. „Mit den
       Lehren und Erkenntnissen aus dem bisherigen Pandemiemanagement lässt sich
       ein erneuter monatelanger Lockdown ohne Perspektive und Planungssicherheit
       verhindern“, sagt Hauptgeschäftsführer Stefan Genth vom Branchenverband
       HDE.
       
       Zudem dürfe sich die Politik im Kampf gegen die Coronakrise nicht nur auf
       die Inzidenzwerte fixieren. Mit einer Impfkampagne will der Handel mehr
       Menschen dazu bringen, sich impfen zu lassen.
       
       Auch die Tourismuswirtschaft fordert die Ministerpräsidentenkonferenz auf,
       einen neuen Lockdown für die Branche unbedingt zu verhindern. Zudem müsse
       die Verlängerung der Überbrückungshilfe und der Kurzarbeitsregelungen bis
       mindestens Jahresende beschlossen werden, erklären mehrere Organisationen,
       etwa der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW). Bund und
       Länder müssten die Basis für dauerhafte Öffnungen schaffen und der Branche
       wieder verlässliche Perspektiven geben.
       
       ## Deutschland gibt Impfstoff an andere Staaten
       
       Deutschland gibt erste Corona-Impfdosen des Herstellers Astrazeneca an fünf
       andere Länder mit akutem Bedarf ab. Wie die Bundesregierung am Montag
       mitteilte, sollen in einer ersten Tranche 213.600 Dosen nach
       [2][Afghanistan] gehen, 271.200 nach Äthiopien, 357.600 in den Sudan,
       100.800 nach Tadschikistan und 355.200 nach Usbekistan. Die Impfstoffe
       sollen über die internationale Hilfsinitiative Covax verteilt werden.
       
       Die Staaten hätten nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
       besonders hohen Bedarf und könnten die Dosen auch unmittelbar in ihren
       Impfkampagnen einsetzen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin
       Ulrike Demmer in Berlin. Deutschland leiste damit einen wichtigen Beitrag
       zur weltweiten Pandemiebekämpfung. Dies könne zudem das Entstehen neuer
       Virusvarianten verhindern, „die das Potenzial haben, auch uns zu bedrohen“.
       
       Die Bundesregierung hat zugesagt, bis Ende des Jahres mindestens 30
       Millionen Impfdosen an Entwicklungsländer und andere Staaten abzugeben.
       Davon sollen 80 Prozent Covax zur Verfügung gestellt werden und 20 Prozent
       direkt an andere Länder gehen.
       
       Dafür werden bis auf weiteres alle Lieferungen von Astrazeneca direkt an
       Covax gespendet, wie das Gesundheitsministerium in der vergangenen Woche
       erläutert hatte. In Deutschland kommen demnach keine Lieferungen mehr an.
       (dpa)
       
       ## Philippinen: Klinikbetten werden knapp
       
       In den Philippinen geraten angesichts der Ausbreitung der hochansteckenden
       Deltavariante des Coronavirus immer mehr Krankenhäuser an ihre
       Belastungsgrenzen. Die Kapazitäten von fast einem Fünftel aller Kliniken
       seien nahezu ausgeschöpft, teilt das Gesundheitsministerium mit. Von den
       insgesamt 1.291 Krankenhäusern hätten 236 mit einer Belegung von mehr als
       85 Prozent „kritische Niveaus“ erreicht.
       
       In den vergangenen Wochen erhöhte sich die Zahl der Infektionen nach
       offiziellen Angaben täglich um 8.000 bis 10.000 neue Fälle. (rtr)
       
       ## Rund 1.200 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet
       
       Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 1.183 neue Positivtests. Das sind 336
       mehr als am Montag vor einer Woche, als 847 Neuinfektionen gemeldet wurden.
       Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 23,1 von 22,6 am Vortag. Der Wert gibt
       an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner:innen sich in den
       vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.
       
       Zwei weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht
       sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 91.784.
       Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,79 Millionen Coronatests
       positiv aus. (rtr)
       
       9 Aug 2021
       
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