# taz.de -- Nach der Bund-Länder-Runde zu Corona: Jugendliche sind die Verlierer
       
       > Für Jugendliche gelten die gleichen Einschränkungen wie für Erwachsene,
       > die sich nicht impfen lassen wollen – das ist ungerecht.
       
 (IMG) Bild: Für SchülerInnen gilt weiter eine Testpflicht – für ArbeitnehmerInnen nicht
       
       Es ist ein inzwischen leider längst zur Gewohnheit gewordenes Fazit
       [1][nach Treffen der Ministerpräsident:innen mit Bundeskanzlerin
       Merkel]: Kinder und Jugendliche sind zu den Verlierern der Debatten der
       Politiker:innen geworden – wieder einmal. So gelten für Kinder und
       Jugendliche, für die es keine Impfempfehlung durch die Stiko oder gar noch
       keinen zugelassenen Impfstoff gibt, die gleichen Einschränkungen wie für
       Erwachsene, die sich nicht impfen lassen wollen.
       
       Kinder bis 12 Jahren haben nicht einmal die Wahl, sich impfen zu lassen –
       14 Tage in Quarantäne, ohne Möglichkeit zur vorzeitigen Freitestung, müssen
       sie auch dann ertragen, wenn sie symptomlos sind, aber einer infizierten
       Person vermeintlich zu nahe gekommen sind.
       
       Auch von regelmäßigen Tests sind Kinder und Jugendliche nicht ausgenommen.
       Weiterhin werden Schulen der einzige Ort sein, an dem eine ganze
       Bevölkerungsgruppe ungeachtet ihrer Symptomatik regelmäßig getestet wird.
       Verpflichtende regelmäßige Tests bei Erwachsenen, am Arbeitsplatz, hat es
       nie gegeben. Während also an der Schultür der Impfstatus deutlich gemacht
       wird (nur wer geimpft oder genesen ist, braucht sich nicht testen zu
       lassen), dürfen sich Erwachsene weiter ihrer Verantwortung entziehen.
       
       Die einfache Frage, ob das Kita-Personal jetzt durchgehend geimpft sei,
       wird genauso entschieden als unangemessen zurückgewiesen wie die Frage,
       warum es keine [2][Testpflicht für Arbeitnehmer:innen] in Präsenz
       gibt. Schließlich sei das ja bei Arbeitnehmer:innen erstens nicht
       verhältnismäßig, zweitens sei der Aufwand zu hoch und für den Arbeitgeber
       nicht zumutbar, und dann gibt es ja drittens noch das Recht auf körperliche
       Unversehrtheit. Aber mit Kindern und Jugendlichen kann man das machen.
       
       Es macht uns fassungslos, dass nach 18 Monaten Pandemie Kinder und
       Jugendliche immer noch zum Schutz von Menschen eingeschränkt werden, die
       sich längst hätten impfen lassen können. Es läuft hier gewaltig etwas
       schief, wenn Kinder Erwachsene schützen – eigentlich sollte es genau
       umgekehrt sein.
       
       12 Aug 2021
       
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