# taz.de -- Seenotrettung im Mittelmeer: Ocean Viking sucht sicheren Hafen
       
       > In den letzten fünf Tagen hat das private Rettungsschiff mehr als 570
       > Menschen im Mittelmeer gerettet. Die Crew fordert von der EU ihre
       > Aufnahme.
       
 (IMG) Bild: Die Ocean Viking hat in den vergangenen Tagen mehr als 570 Menschen im Mittelmeer gerettet
       
       Rom dpa/taz | Mit mehr als 570 geretteten Bootsflüchtlingen an Bord sucht
       das Schiff Ocean Viking der privaten Organisation SOS Mediterranee nach
       einem sicheren Hafen im Mittelmeer. Die in Seenot geratenen Menschen seien
       in den zurückliegenden fünf Tagen bei sechs Einsätzen in Sicherheit
       gebracht worden, teilte die Organisation am Dienstag mit. Die Crew habe die
       Rettungsaktionen in maltesischen und [1][libyschen Gewässern] durchgeführt.
       
       Etwas mehr als 180 Menschen an Bord sind nach Angaben der Organisation
       Minderjährige. In ihrem zurückliegenden Einsatz retteten die Helfer knapp
       370 Menschen von einem überfüllten Holzboot. Die freiwilligen Helfer
       appellieren laut ihrer Mitteilung nun an die EU, die Geretteten
       aufzunehmen. Keine der zuständigen Seefahrtsbehörden habe die Koordination
       für die Rettungseinsätze übernommen, lautete der Vorwurf. Die Crew sprach
       von „erschütternden“ Erlebnissen in den vergangenen Tagen.
       
       Die [2][Ocean Viking ist derzeit das einzige Schiff einer privaten
       Seenotretter-Organisation], das im zentralen Mittelmeer operiert. Die
       übrigen Schiffe verschiedener Organisationen werden entweder in Italien von
       den Behörden festgehalten oder auf einen kommenden Einsatz vorbereitet.
       
       Auch die libysche und tunesische Küstenwache nehmen immer wieder Menschen
       im zentralen Mittelmeer an Bord, bringen sie aber in die Länder zurück, aus
       denen sie aufgebrochen waren. Viele Organisationen kritisieren das mit der
       Begründung, dass den Geretteten zum Beispiel im Krisenland Libyen Gewalt
       drohe.
       
       In kleinen, meist überfüllten Booten machen sich Flüchtlinge immer wieder
       zur gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer Richtung EU auf. In Italien
       wurden mit Stand vom vergangenen Freitag knapp 21.000 angekommene Menschen
       gezählt. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es demnach etwas mehr als
       7.300.
       
       6 Jul 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Migration-nach-Europa/!5780315
 (DIR) [2] /NGO-Rettungsschiff-auf-Einsatz/!5742922
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
 (DIR) Seenotrettung
 (DIR) Ocean Viking
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
 (DIR) Geht's noch?
 (DIR) Migration
 (DIR) EU-Türkei-Deal
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
 (DIR) Schwerpunkt Flucht
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Seenotrettungsschiff „Ocean Viking“: 122 Menschen an Land gebracht
       
       Die „Ocean Viking“ hat in vier Rettungsaktionen 122 Geflüchtete geborgen.
       Am Samstag durften sie in Sizilien von Bord gehen. Die Rettungsteams
       zeigten sich erleichtert.
       
 (DIR) Die EU muss in Libyen aktiv werden: Massaker im Mittelmeer
       
       Wenn die EU den Geflüchteten in Libyen helfen will, muss sie sich die Hände
       schmutzig machen: Demokratische Verbündete gibt es dort nicht.
       
 (DIR) Rettungsschiff „Ocean Viking“: Geflüchtete dürfen an Land gehen
       
       Die „Ocean Viking“ mit 572 Geretteten darf einen Hafen auf Sizilien
       anlaufen. Das Rettungsschiff hatte die Menschen Anfang der Woche
       aufgenommen.
       
 (DIR) Globale Flüchtlingszahlen von UNHCR: Mehr als je zuvor
       
       Ende 2020 waren weltweit 82,4 Millionen Menschen auf der Flucht, mehr als
       je zuvor. Die meisten davon im eigenen Land. Besserung ist nicht in Sicht.
       
 (DIR) Meinungsumfrage zu Migrationspolitik: Mehrheit gegen Flüchtlingsaufnahme
       
       Viele Deutsche halten nichts von einer humaneren Politik gegenüber
       Schutzsuchenden. Integrationsbemühungen bewerten sie als gescheitert.
       
 (DIR) Seebrücke-Aktivistin über Grüne Politik: „Eher kosmetische Veränderung“
       
       Am Wochenende wollen die Grünen ihr Wahlprogramm verabschieden. Die
       Zuwanderungspolitik sei im Entwurf zu strikt, sagt die Aktivistin Maura
       Magni.