# taz.de -- Urteil gegen Shell: Ein bahnbrechendes Urteil
       
       > Ein niederländisches Gericht hat den Ölkonzern Shell zu mehr Klimaschutz
       > verpflichtet. Die Botschaft: Fossile Investments lohnen sich nicht mehr.
       
 (IMG) Bild: Lohnt sich bald nicht mehr: eine Shell-Raffinerie in Texas
       
       Lauter grüne Nullen: Staatenlenker:innen und
       Unternehmenschef:innen werfen seit einiger Zeit nur so um sich mit
       Zielen für die Klimaneutralität in fernen Jahrzehnten. Das wird ziemlich
       viel Arbeit. Mit der Frage, wann und wie sie die zu erledigen gedenken,
       geben sich viele der klimapolitischen Zielwassertrinker:innen leider
       nicht weiter ab.
       
       So auch Ölriese Shell. [1][Der Konzern mit Hauptsitz im niederländischen
       Den Haag] hat zwar angekündigt, im Jahr 2050 klimaneutral sein zu wollen,
       als Zwischenschritt bis 2030 hat er sich aber nur eine Reduktion der
       Emissionen um 20 Prozent gegenüber 2016 vorgenommen. Er will also noch sehr
       lange Geld damit verdienen, Öl ins Feuer zu gießen.
       
       [2][Dieser Verschleppungstaktik hat das Bezirksgericht in Den Haag jetzt
       eine Absage erteilt.] Auf Klage von Umweltschutzorganisationen und mehr als
       17.000 Bürger:innen haben die Richter:innen den Konzern am
       Mittwochnachmittag zu einer Reduktion um 45 Prozent gegenüber 2019
       verpflichtet.
       
       Shell hat angekündigt, in Berufung zu gehen. Doch das Urteil ist,
       unabhängig davon, wie es in den Instanzen weiter geht, schon jetzt
       bahnbrechend. Noch nie zuvor hat ein Gericht einem privaten Konzern einen
       geschäftlichen Strategiewechsel verordnet, um ihn zur Verantwortung für die
       Klimakrise zu ziehen.
       
       Es ist ein Signal an die globale Wirtschaft, um das die Politik sich
       vielerorts noch drückt: Fossile Infrastruktur geht nicht mehr. Wer sein
       Geld immer noch in deren Ausbau steckt, sieht es zum großen Teil nicht mehr
       wieder. Denn lange können die Pipelines und Kraftwerke nicht mehr laufen.
       
       Solche Signale gab es natürlich auch schon von zahlreichen Ökonom:innen,
       von Klimaschützer:innen ganz zu schweigen. Die Unternehmen, die dabei
       weggehört haben, müssen nun den Knall des Richterhammers fürchten.
       
       27 May 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Royal_Dutch_Shell
 (DIR) [2] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/klimaschutz-shell-prozess-101.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Susanne Schwarz
       
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