# taz.de -- Kontaktbeschränkungen in Berlin: Senat hat nachgeschärft
       
       > Ab Karfreitag dürfen sich Menschen im Freien nachts nur noch alleine oder
       > zweit aufhalten. Nächste Woche gibt es weitere Kontaktbeschränkungen.
       
 (IMG) Bild: Kurz vor Ostern im Park am Gleisdreieck
       
       Berlin dpa | Wegen der dritten Corona-Welle gelten ab Karfreitag in Berlin
       zusätzliche Kontaktbeschränkungen, die nach Ostern nochmals verschärft
       werden. Zudem sollen Kitas in der kommenden Woche wieder in den Notbetrieb
       gehen, also nur noch eingeschränkte Betreuung anbieten. Darauf verständigte
       sich der Senat am Donnerstag.
       
       Die neuen Maßnahmen seien „wichtige weitere Bausteine zur Bekämpfung der
       Pandemie“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Er
       verwies auf Corona-Infektionszahlen auf hohem Niveau, langsam wieder voller
       werdende Intensivstationen und eine Zunahme der Erkrankungen bei jungen
       Menschen. Deshalb sei es folgerichtig, nun noch einmal die
       Kontaktbeschränkungen und den Bildungsbereich in den Blick zu nehmen.
       
       Laut dem [1][Senatsbeschluss] dürfen sich Menschen im Freien ab Freitag
       nachts zwischen 21.00 und 05.00 Uhr nur noch alleine oder zweit aufhalten.
       Tagsüber bleibt es bei der bisherigen Regelung, wonach Zusammenkünfte im
       Freien und zu Hause nur mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten
       erlaubt sind. In beiden Fällen werden Kinder bis 14 Jahren nicht
       mitgezählt, können also zusätzlich dabei sein.
       
       Nach den Ostertagen ab Dienstag (6. April) werden die Regeln für private
       Treffen drinnen nochmals verschärft. Tagsüber dürfen sich dann nur noch
       Angehörige eines Haushalts oder Lebenspartner plus eine weitere Person
       zusammen aufhalten. Auch hier werden Kinder bis 14 nicht mitgezählt. Nachts
       sind dann zwischen 21.00 Uhr und 05.00 Uhr keine Besuche mehr erlaubt. Die
       Angehörigen eines Haushalts oder Lebenspartner müssen unter sich bleiben.
       
       ## Mehr Polizeikontrollen
       
       Müller begründete die Maßnahmen damit, dass sich gerade im privaten
       Miteinander viele Menschen infizierten. Er verwies auch auf
       Menschenansammlungen etwa in Parks, die bei wärmerem Wetter wieder
       zunehmen. „Aber das geht nicht“, so der Regierungschef. Die Polizei werde
       hier über die Osterfeiertage stärker kontrollieren und darauf achten, „dass
       so etwas frühzeitig aufgelöst wird“. „Aber letztendlich wissen wir alle, in
       so einer Millionenmetropole wie Berlin kann man nicht an jeder Ecke jeden
       und alles kontrollieren“, so Müller. Und das wolle auch niemand. Deshalb
       komme es auch weiterhin auf die Eigenverantwortung eines jeden einzelnen
       an.
       
       Im Gegensatz zu anderen Bundesländern wie Brandenburg setzt Berlin damit
       nicht auf Ausgangsbeschränkungen oder gar -sperren. Denn dafür gibt es
       momentan weder in Senat noch Abgeordnetenhaus eine Mehrheit. CDU und FDP
       kritisierten das Vorgehen des Senats als planlos und chaotisch. Kaum ein
       Bürger blicke bei dem „Hoppla-hopp“ noch durch, meinte CDU-Landeschef Kai
       Wegner.
       
       ## Notbetreuung in Kitas
       
       Nach Ostern werden ab Donnerstag (8. April) auch die Kitas formal wieder
       geschlossen. Sie sollen aber eine Notbetreuung anbieten für Kinder aus
       Familien, die dringend darauf angewiesen sind und in denen mindestens ein
       Elternteil in einem besonders wichtigen, sogenannten systemrelevanten Beruf
       arbeitet.
       
       Auch Alleinerziehende, die keine andere Betreuungsmöglichkeit organisieren
       können, und Eltern, bei deren Kindern aus besonderen pädagogischen Gründen
       eine Betreuung erforderlich ist, sollen das Angebot in Anspruch nehmen
       können. Eine ähnliche Regelung gab es schon einmal, bis die Kinderbetreuung
       im März wieder hochgefahren wurde.
       
       Über die Frage, wie es mit den Schulen weitergeht, will der Senat nach
       Ostern voraussichtlich am kommenden Mittwoch beraten. Bis dahin soll Müller
       zufolge ausgewertet werden, wie es mit den seit geraumer Zeit möglichen
       Schnelltests für Lehrer wie für Schüler läuft. Die Osterferien enden am 10.
       April. Im Gespräch war zuletzt auch die Möglichkeit, diese zu verlängern.
       Ob das so kommt, ist offen.
       
       Erst am vergangenen Samstag hatte der Senat ein Paket neuer Corona- Regeln
       beschlossen, die seit Mittwoch gelten. Demnach hält Berlin an vorsichtigen
       Lockerungen fest. Sie wurden aber durch verschärfte Vorgaben vor allem beim
       Testen, für Unternehmen und bei der Maskenpflicht ergänzt.
       
       Wichtiger Punkt: Berlinerinnen und Berliner müssen einen negativen
       Corona-Test zum Einkaufen in Geschäften, für Besuche im Friseur- oder
       Kosmetiksalon, in Museen und Galerien vorweisen. Davon ausgenommen sind
       Supermärkte, Apotheken oder Drogerien.
       
       Unternehmen sind verpflichtet, ihren Beschäftigten, die nicht zu Hause
       arbeiten, mindestens zweimal wöchentlich Corona-Schnelltests anzubieten und
       mindestens die Hälfte der Büroarbeitsplätze ins Homeoffice zu verlagern.
       
       In geschlossenen Räumen, etwa Geschäften, Arztpraxen, Museen,
       Krankenhäusern, aber auch in Bussen oder Bahnen, besteht grundsätzlich eine
       FFP2-Maskenpflicht, um besseren Infektionsschutz sicherzustellen.
       Einfachere OP-Masken reichen nicht mehr aus.
       
       2 Apr 2021
       
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