# taz.de -- Hilfspaket gegen Coronakrise in den USA: Billionen gegen die Krise
       
       > Der US-Kongress hat das von Präsident Biden auf den Weg gebrachte
       > Hilfspaket im Umfang von 1,9 Billionen Dollar verabschiedet. Kein
       > Republikaner stimmte dafür.
       
 (IMG) Bild: Joe Biden am Mittwoch bei einem Treffen mit Impfstoffherstellern
       
       Washington afp | [1][US-Präsident Joe Biden] hat an seinem 50. Tag im Amt
       einen großen politischen Erfolg erzielt: Der Kongress verabschiedete am
       Mittwoch das billionenschwere Coronahilfspaket des neuen Staatschefs. Das
       von Bidens Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus beschloss die
       Maßnahmen im Umfang von 1,9 Billionen Dollar (1,6 Billionen Euro) mit einer
       Mehrheit von 220 zu 211 Stimmen. Der Präsident will das Gesetz mit dem
       Namen „Amerikanischer Rettungsplan“ am Freitag mit seiner Unterschrift in
       Kraft setzen.
       
       Der Senat, in dem die Demokraten nur über eine hauchdünne Mehrheit
       verfügen, hatte am Samstag nach einer Marathon-Sitzung für das Hilfspaket
       gestimmt. Bei der Schlussabstimmung im Repräsentantenhaus votierten die
       Demokraten nun nahezu geschlossen für das Maßnahmenpaket – es gab nur einen
       Abweichler. Bei den Republikanern von [2][Ex-Präsident Donald Trump stimmte
       kein einziger] Abgeordneter für die neuen Coronahilfen.
       
       Mit dem gewaltigen Rettungspaket will Biden den Kampf gegen die Pandemie
       und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen verstärken und in Not geratenen
       Bürgern und Unternehmen helfen. Vorgesehen sind unter anderem Schecks über
       1.400 Dollar für Millionen Bürger, was mit insgesamt mehr als 400
       Milliarden Dollar zu Buche schlagen wird.
       
       Am Sonntag auslaufende zusätzliche Arbeitslosenhilfen in Höhe von
       wöchentlich 300 Dollar sollen bis September verlängert werden. Außerdem
       werden Steuernachlässe für Familien mit Kindern und Geringverdiener
       ausgeweitet.
       
       Vorgesehen sind zudem Milliarden für Corona-Impfungen und Coronatests, eine
       sichere Wiederöffnung von Schulen sowie für in die Krise geratene Betriebe.
       Städte und Bundesstaaten sollen 350 Milliarden Dollar erhalten, damit sie
       die Auswirkungen der Coronapandemie schultern können.
       
       ## Rückhalt in der Bevölkerung
       
       Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi,
       sprach am Mittwoch von einem „entscheidenden Moment in der Geschichte
       unseres Landes“. „Hilfe ist auf dem Weg – für die Menschen, für die
       Kinder.“
       
       Die Republikaner kritisieren die Hilfen dagegen als zu kostspielig und
       nicht zielgerichtet. Der Anführer der Konservativen im Repräsentantenhaus,
       Kevin McCarthy, bezeichnete die Maßnahmen als lange Wunschliste „linker
       Prioritäten“, die an den Bedürfnissen von US-Familien vorbeigehe.
       Allerdings hat das Paket Umfragen zufolge in der Bevölkerung
       parteiübergreifend breiten Rückhalt.
       
       Biden erklärte nach der Abstimmung, die Stimmen der US-Bürger seien
       „gehört“ worden. Der „Amerikanische Rettungsplan“ gebe den Menschen eine
       „reelle Chance“. Der Präsident hat wiederholt erklärt, die massiven Hilfen
       seien dringend notwendig, um das Coronavirus zu besiegen und die Wirtschaft
       schnell wieder anzukurbeln.
       
       Im Kampf gegen die Pandemie hatten die USA bereits im vergangenen Jahr
       unter Trump mehrere gewaltige Hilfspakete aufgelegt. Das umfangreichste
       hatte ein Volumen von 2,2 Billionen Dollar und war damit das größte
       Hilfspaket in der US-Geschichte. Das jetzige Paket entspricht vom Umfang
       her grob dem Bruttoinlandsprodukt Italiens.
       
       In den USA sind bereits mehr als 528.000 Menschen an den Folgen einer
       Infektion mit dem Coronavirus gestorben, [3][die mit Abstand höchste Zahl
       weltweit]. In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Neuinfektionen und
       Todesfälle aber deutlich zurückgegangen.
       
       Zugleich macht die Impfkampagne große Fortschritte: Inzwischen haben mehr
       als 62 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten, das
       entspricht knapp einem Viertel der erwachsenen Bevölkerung. Rund 33
       Millionen Menschen sind durchgeimpft.
       
       11 Mar 2021
       
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