# taz.de -- Thin-Blue-Line-Symbol bei Polizei Berlin: Polizist droht Strafe wegen Patch
       
       > Nach dem Tragen eines in rechten Kreisen verbreiteten Zeichens läuft ein
       > Disziplinarverfahren. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art.
       
 (IMG) Bild: Nicht ganz so populär wie Abbey Road von den Beatles: Polizei Berlin
       
       Berlin taz | Die Polizei prüft derzeit ein Dienstvergehen eines Polizisten,
       der Ende Februar ein Thin-Blue-Line-Patch im Dienst getragen hat. Das geht
       aus einer [1][Kleinen Anfrage] der Grünen-Abgeordneten June Tomiak hervor.
       Bei dem Symbol handelt es sich um eine blaue Linie auf schwarzem Grund.
       
       Zwar ist die [2][„Thin Blue Line“] laut Senat nicht strafbar, doch sei
       bekannt, dass das Zeichen die Vorstellung von der Polizei als vorderster
       Linie gegen das Abrutschen der Gesellschaft in gewalttätiges Chaos
       symbolisiere und in rechten Zusammenhängen verwendet werde. Die
       [3][Extremismusbeauftragte der Polizei] sei informiert worden; der Senat
       distanziere sich von ideologischen Einstellungen.
       
       Das Zeichen sei „im Zusammenhang mit Dienstkleidung“ nicht akzeptabel und
       unzulässig. Darüber hinaus ist laut Senat das Tragen von Symbolen oder
       dienstlich nicht vorgesehenen Erweiterungen grundsätzlich nicht zulässig –
       nur Orden und Ehren- oder Sportabzeichen dürften im Innendienst getragen
       werden.
       
       Die Social-Media-Abteilung der Polizei hatte Ende Februar ein Bild eines
       Beamten mit einem [4][Thin-Blue-Line-Patch] auf ihren Kanälen verbreitet.
       Damals war von einem Versehen die Rede, weil man vor Veröffentlichung nicht
       gesehen habe, dass der Polizist das Symbol trage. Und überhaupt: Das
       Zeichen sei in bester Absicht und in keinster Weise mit rechten Gedanken
       getragen worden. Der Beitrag ist noch immer auf [5][Twitter] online.
       
       Es war auch nicht der erste Vorfall dieser Art. Vergangenen Juni etwa hatte
       ein SEK-Beamter ein T-Shirt von [6][Grunt Style] getrangen, einem
       Modelabel, das wie die Thin-Blue-Line in der amerikanischen extremen
       Rechten beliebt ist. Im Oktober trug ein Polizist bei einer Nazi-Demo einen
       auch in der [7][Identitären Bewegung benutzten Spartanerhelm] als Patch.
       Auch das Thin-Blue-Line-Symbol sei nicht zum ersten Mal aufgetaucht, wie es
       im Februar hieß. Wie häufig das Zeichen aufgefallen sei, konnte die
       Innenverwaltung allerdings nicht beantworten, weil Fälle dieser Art „im
       automatisierten Verfahren nicht recherchierbar“ seien.
       
       Die Abgeordnete Tomiak begrüßte jedenfalls die Aufarbeitung, sagte der taz
       aber auch: „Dass sich solche und ähnliche Patches in einer gewissen
       Regelmäßigkeit an Uniformen wiederfinden, hinterlässt den Eindruck, dass
       die Problematik durchaus umfassender und eine stärkere Sensibilisierung
       nötig ist.“ Denn selbst wenn Polizist:innen antidemokratische Ideen aus
       positiver Eigenidentifikation übernähmen, sei das ein Alarmsignal.
       
       25 Mar 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/S18-26839.pdf
 (DIR) [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Thin_Blue_Line
 (DIR) [3] /Rechtsextremismus-Polizei-Berlin/!5757638
 (DIR) [4] /Thin-Blue-Line-Symbol-bei-Polizei-Berlin/!5750665
 (DIR) [5] https://twitter.com/PolizeiBerlin_E/status/1364595129848373250
 (DIR) [6] /Polizei-und-Rassismus/!5689346
 (DIR) [7] https://www.tagesspiegel.de/berlin/rechtsextremismus-verdacht-disziplinarverfahren-gegen-berliner-polizisten-wegen-spartaner-helm-aufnaeher/26575460.html
       
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