# taz.de -- Vatikan und LGBTI-Segnung: Wir brauchen pastoralen Ungehorsam
       
       > Rom verbietet die Segnung homosexueller Paare. Dem sollten wir uns
       > widersetzen. Menschen und der Glaube sind uns wichtiger als die
       > Kirchenlehre.
       
 (IMG) Bild: Pastoraler Ungehorsam: 2.000 Priester wollen homosexuellen Paaren weiterhin den Segen spenden
       
       Rom hat gesprochen, und wir sollen Folge leisten? Nicht mit uns!
       Katholik*innen zeigen mutig, dass sie sich für eine menschenfreundliche
       und offene Kirche starkmachen.
       
       Die Glaubenskongregation hat offiziell verlautbart, dass die katholische
       Kirche nicht die Vollmacht hat, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen.
       Damit fügt sie Menschen Leid zu und nimmt teil an der gesellschaftlichen
       Diskriminierung Homosexueller. Sie macht sich dadurch schuldig. Auch die
       [1][sexualisierte Gewalt], die gerade in diesen Tagen erneut in ihrer
       gewaltigen Grausamkeit deutlich wird, hat ihre Ursache mitunter in der
       verengten, von Verdrängung und Diskriminierung geprägten Sexualmoral.
       
       Wir alle, als Teil dieser Kirche, müssen laut sein und mutig für eine
       Kirche einstehen, die Heimat für alle Menschen ist. An einem Ort, an dem
       von Nächstenliebe gepredigt wird, dürfen wir die Menschenrechte nicht an
       den Kirchenmauern abprallen lassen. [2][Wir sind viele und wir
       widersprechen.]
       
       Der revolutionäre Wind weht nicht nur in den Jugendverbänden und Gemeinden,
       er ist jetzt auch bei den Geistlichen angekommen, die offen ihre Meinung
       sagen. 2.000 Priester und andere hauptberufliche Seelsorger*innen
       unterzeichneten bisher den Aufruf der Priester Bernd Mönkebüscher und
       Burkhard Hose und bekennen sich öffentlich dazu, auch weiterhin
       gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. Dieser pastorale Ungehorsam macht
       Mut.
       
       Rechtlich gibt es keinen Ausweg aus der Sackgasse, in der sich die
       katholische Kirche befindet. Wir müssen sozialen Druck ausüben und uns über
       die bizarren Äußerungen aus Rom hinwegsetzen. Dabei geht es nicht nur um
       den Umgang mit Homosexuellen, sondern um das unbedingt notwendige
       Aufbrechen der Machtstrukturen.
       
       Zu oft hat die Kirche geschwiegen. Wir wollen ein Zeichen setzen, dass uns
       die Menschen wichtiger sind als der Schutz der Institution. Und unser
       Glaube ist uns wichtiger als die Kirchenlehre. [3][Wir alle sind Kirche und
       gestalten sie mit – ob es Rom gefällt oder nicht].
       
       22 Mar 2021
       
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 (DIR) Daniela Ordowski
       
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