# taz.de -- Mehr Schutz mit FFP2-Masken: Für Bartträger ungeeignet
       
       > Wenn Bund und Länder beraten, messen sie den schnabelförmigen Masken viel
       > Bedeutung zu. Auf Menschen mit Bart kommt jedoch etwas zu.
       
 (IMG) Bild: So edel kann Infektionsschutz sein: Eine FFP2-Maske
       
       Berlin taz | Ursprünglich war die FFP2-Maske für den Arbeitsschutz gedacht,
       etwa im medizinischen Bereich, auf Baustellen oder in Handwerksbetrieben
       mit hoher Staubbelastung. Wegen des mehrlagigen Vliesstoffs gelten sie als
       besonders dicht und können – sofern sie sich gut an Nase und Wangen
       anschmiegen – nicht nur Feinstaubpartikel von den Atemwegen fernhalten,
       sondern auch Viren und Bakterien.
       
       [1][Kurz nach Ausbruch der Pandemie im vorigen Frühjahr waren diese Masken
       in Deutschland noch Mangelware] und deswegen dem Pflege- und medizinischen
       Personal vorbehalten. Inzwischen gibt es jedoch sehr viel mehr davon. Auch
       aus Furcht vor der wahrscheinlich ansteckenderen Virusvariante aus
       Großbritannien planen Bund und Länder am Dienstag, das Tragen dieser Maske
       in Geschäften, Bussen und Bahnen zur Pflicht zu machen. In Bayern gilt
       diese Maskenpflicht bereits.
       
       Aus infektiologischer Sicht ist das sinnvoll. „Die FFP2-Maske ist, wenn sie
       korrekt getragen wird, das effizienteste Mittel, um sich selbst und andere
       Menschen vor Viren im öffentlichen Raum zu schützen“, [2][erklärte zuletzt
       der Aerosolforscher des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung in
       Leipzig, Alfred Wiedensohler, gegenüber der Funke-Gruppe.] Die bislang von
       den meisten genutzten Alltags- oder OP-Masken seien nur ein „Spuckschutz“.
       Sie schützten den Träger selbst nicht – und andere Menschen nur
       eingeschränkt. Mit einer FFP2-Masken-Pflicht könnte Deutschland die
       Kontrolle über die Pandemie zurückbekommen, so der Experte.
       
       Ein Problem: Anders als Alltagsmasken sollten FFP2-Masken nicht
       wiederverwendet werden, da die Filterwirkung nach 8-stündiger Nutzung
       verpufft. Waschen geht nicht. Da gehen sie kaputt. Sie sollten daher
       ausgetauscht werden. Da das aber ins Geld geht – rund 5 Euro kosten sie pro
       Stück – benutzen viele Menschen sie trotzdem mehrfach.
       
       ## Finanzielle Hilfe vom Bund
       
       [3][Forscher der Hochschule Münster haben untersucht, bei welchen
       Bedingungen diese Masken doch mehrfach verwendet können.] Einer ihrer
       Tipps: nach eintägiger Nutzung sie anschließend eine Woche lang an einen
       Haken hängen. In dieser Zeit verlieren auf den Masken befindliche Viren
       ihre Infektiosität. Für einen geschlossenen Kreislauf sind demnach 7 Masken
       pro Person notwendig. Wichtig: Küche oder Bad eignen sich nicht zum
       Aufhängen. Dort ist die Raumluft in der Regel zu feucht.
       
       Der Bund will Menschen aus Risikogruppen bei der Beschaffung von
       FFP2-Masken finanziell entgegenkommen. 34,1 Millionen statt der bislang
       vorgesehenen 27 Millionen Bürger sollen in diesen Tagen Gutscheine für 12
       FFP2-Masken zugesandt bekommen. Vorgesehen ist ein Eigenanteil von 2 Euro
       für je 6 Masken.
       
       Bartträgern wird das wenig helfen. Bei ihnen verfehlt die FFP2-Maske ihre
       Wirkung, denn die Luft kann beim Ein- und Ausatmen ungefiltert an den
       Seiten vorbeiströmen. Sollte die FFP2-Masken-Pflicht bundesweit kommen,
       bleibt Betroffenen beim Gang zum Supermarkt daher nur eins: Bart ab.
       
       18 Jan 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Mundschutz-gegen-Corona/!5679581
 (DIR) [2] https://www.waz.de/politik/landespolitik/leibniz-forscher-mit-ffp2-masken-kontrolle-ueber-pandemie-id231328936.html
 (DIR) [3] https://www.fh-muenster.de/gesundheit/images/forschung/ffp2/01_ffp2_info11012021_doppelseiten.pdf
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Felix Lee
       
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