# taz.de -- Trump in den sozialen Medien gesperrt: Getrübter Jubel
       
       > Twitter und Co. sperren Noch-Präsident Trump den Zugang zu seinen
       > Accounts. Endlich, möchte man sagen, doch unproblematisch ist das nicht.
       
 (IMG) Bild: Aus dem Verkehr gezogen: Noch-Präsident Trumps Twitter-Account
       
       Endlich. Die Tech-Giganten [1][Facebook und Twitter kappen das Sprachrohr
       des irrsten Präsidenten], den die USA wohl jemals gehabt haben. Schluss mit
       Fake News von Donald Trump, mit unterschwelligen Gewaltaufrufen an
       Millionen Anhänger:innen. Die Entscheidung ist kein heroischer Akt, und
       in den Jubel über die Sperre des US-Präsidenten mischt sich ein bitterer
       Beigeschmack. Bestes Beispiel ist ein Twitter-Tweet von Kreml-Kritiker
       Alexei Nawalny. Der moniert Zensur und private Interessen der Konzerne, die
       sich nun eines unliebsamen Kunden entledigen. Etliche andere Diktatoren der
       Welt könnten nach wie vor ihre Ideologien und Repressionen posten. Seien es
       Desinformationen zu Corona oder Verleumdungen über Regimekritiker:innen.
       
       Wahr ist auch, dass jahrelang von US-administrativer Seite zugelassen
       wurde, dass die Netzhoheit bei wenigen Tech-Giganten liegt. Namentlich in
       den Händen von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Twitter-Chef Jack
       Dorsey. [2][Beide Seiten haben profitiert von den Tiraden Trumps über die
       sozialen Medien]. Profit ist der Maßstab, nicht Verfassungstreue.
       
       Mit dem Sturm auf das Kapitol in Washington am vergangenen Mittwoch ist die
       Empörung über Trump weltweit explodiert. Der Druck auf die Unternehmen, dem
       Präsidenten endlich digitale Verbreitungskanäle abzudrehen, ist damit enorm
       gewachsen. Nun reagieren sie mit ungewohnter Härte. Die Sperren wirken wie
       ein Präventivschlag, eine unternehmerische Notbremse gegenüber dem, was in
       den kommenden Monaten auf Silicon Valley zurollen wird.
       
       Mit der neuen Mehrheit der Demokraten in Senat und Repräsentantenhaus wird
       auch die Regulierung der Tech-Konzerne nahen. Eine Zerschlagung der
       Unternehmen droht. Was liegt also näher, als einen aus dem Ruder gelaufenen
       Präsidenten von der eigenen Plattform zu verbannen, der sowieso in wenigen
       Tagen abgemeldet ist. Eine Radikalisierung von Trumps Anhänger:innen ist
       damit nicht abgewendet. Sie werden sich neue Wege in die digitale Welt
       suchen, um zu mobilisieren.
       
       10 Jan 2021
       
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