# taz.de -- Übergang in den USA: Biden setzt auf Bewährtes
       
       > Der langjährige Berater des gewählten Präsidenten Ron Klain soll
       > Stabschef im Weißen Haus werden. Die Republikaner erobern weiteren
       > Senatssitz.
       
 (IMG) Bild: Soll Stabschef im Weißen Haus werden: Ron Klain
       
       Washington ap/rtr/dpa | Der gewählte US-Präsident Joe Biden will seinem
       langjährigen Berater Ron Klain das wichtige Amt des Stabschefs im Weißen
       Haus übertragen. Dies teilte Biden am Mittwoch (Ortszeit) mit. Auf Klain
       sei die Wahl gefallen, weil dessen langjährige Erfahrung in Washington ihn
       auf diese Herausforderung vorbereitet habe. Klain erklärte, er fühle sich
       geehrt von dem Vertrauen des gewählten Präsidenten. Er werde alles geben,
       um ein talentiertes und diverses Team in einem Weißen Haus unter Biden und
       der künftigen Vizepräsidentin Kamala Harris zu führen.
       
       Klain war während der ersten Amtszeit von Expräsident Barack Obama der
       Stabschef Bidens, der damals Vizepräsident war. Dieses Amt hatte Klain auch
       unter dem früheren Vizepräsidenten Al Gore Mitte der 90er Jahre inne.
       
       Im Wahlkampfteam von Biden galt Klain als wichtiger Berater: So half er dem
       Kandidaten dabei, sich auf TV-Debatten vorzubereiten, und arbeitete den
       Fahrplan für dessen künftige Coronapolitik mit aus. Beide kennen sich schon
       seit vielen Jahren: Mit Biden arbeitet Klain schon seit dessen
       gescheiterter Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten
       1987 zusammen.
       
       Bidens Entscheidung für Klain unterstreicht, wie sehr der Fokus der
       künftigen Regierung auf der [1][Bekämpfung der Pandemie] liegen wird, die
       in den USA weiter wütet. Klain koordinierte unter Obama schon die Maßnahmen
       gegen die Ebola-Epidemie 2014. Fünf Jahre zuvor spielte der Berater zudem
       eine zentrale Rolle bei Ausarbeitung und Umsetzung der Strategie der
       Obama-Regierung für die wirtschaftliche Erholung der USA von der
       Finanzkrise.
       
       ## Sanders will ins Kabinett
       
       Der linke US-Senator Bernie Sanders hat Interesse am Job des
       Arbeitsministers im Kabinett von Joe Biden bekundet. „Wenn ich ein Ressort
       hätte, das es mir ermöglichen würde, für die Arbeiterfamilien einzutreten
       und zu kämpfen, würde ich es tun? Ja, würde ich“, sagte Sanders am Mittwoch
       (Ortszeit) dem Sender CNN auf die Frage, ob er den Job des Arbeitsministers
       annehmen würde, wenn es ein entsprechendes Angebot gäbe.
       
       Er wolle alles dafür tun, um die Arbeiterfamilien des Landes zu schützen –
       im Senat oder in der Biden-Regierung. Seit Wochen gibt es Gerüchte, dass
       der frühere Präsidentschaftsbewerber Sanders Interesse am
       Arbeitsministerium hat. US-Medien halten ihn aber nicht für den einzigen
       möglichen Kandidaten.
       
       Unterdessen haben sich die Republikaner bei der Senatswahl einen weiteren
       Sitz gesichert. Der Datenanbieter Edison Research erklärte am Mittwoch,
       Amtsinhaber Dan Sullivan habe seinen Sitz für Alaska gegen den
       demokratischen Herausforderer Al Gross vereidigt. Damit haben die
       Republikaner 50 der 100 Sitze im Senat sicher.
       
       Im Bundesstaat Georgia finden am 5. Januar nun gleich zwei Stichwahlen
       statt. Sollten die Demokraten beide Abstimmungen gewinnen, würden beide
       Parteien genau die Hälfte der Sitze halten. Laut Verfassung darf der
       Vizepräsident bei einem Patt in der Kammer mit abstimmen. Damit könnte die
       Demokratin Kamala Harris die entscheidende Stimme liefern.
       
       In Georgia werden alle bei der Präsidentenwahl abgegebenen Stimmen [2][neu
       per Hand ausgezählt], wie der zuständige Staatssekretär Brad Raffensperger
       am Mittwoch mitteilte. Er begründete dies mit dem knappen Abstand zwischen
       beiden Kandidaten. Biden wäre der erste Politiker der Demokratischen Partei
       seit Bill Clinton 1992, der die Präsidentenwahl in Georgia gewinnt. Georgia
       war nicht entscheidend für den Wahlsieg Bidens.
       
       12 Nov 2020
       
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