# taz.de -- Haft für griechische Rechtsextreme: Harte Urteile gegen Neonazis
       
       > Die Führungsspitze der „Goldenen Morgenröte“ muss bis zu 13 Jahre ins
       > Gefängnis. Ein Parteimitglied kommt wegen Mordes lebenslang in Haft.
       
 (IMG) Bild: Reaktion auf den Urteilsspruch: Magda Fyssa, die Mutter des 2013 erstochenenRappers Pavlos Fyssas
       
       Athen afp/taz | Nach einem jahrelangen Prozess ist die Führungsspitze der
       griechischen Neonazi-Partei „Goldene Morgenröte“ am Mittwoch zu langen
       Haftstrafen verurteilt worden. Der Parteivorsitzende Nikos Michaloliakos
       muss wegen der Führung einer „kriminellen Organisation“ für 13 Jahre ins
       Gefängnis, wie das Gericht in Athen urteilte. Gegen weitere
       Parteimitglieder, unter ihnen der Europaabgeordnete Giannis Lagos, wurden
       ebenfalls lange Haftstrafen verhängt.
       
       Das Gericht verurteilte außerdem Jorgos Roupakias, ein Mitglied der
       Goldenen Morgenröte, wegen des Mordes an dem linksgerichteten Rapper Pavlos
       Fyssas im Jahr 2013.
       
       [1][Bereits in der vergangenen Woche waren die Angeklagten vomn Gericht
       schuldig gesprochen worden]. Mit der Verkündung der Strafmaße am Mittwoch
       geht [2][der im Jahr 2015 gestartete Prozess] gegen die Führungsspitze der
       berüchtigten Partei vorerst zuende. Keiner der Verurteilten war bei der
       Urteilsverkündung anwesend.
       
       Der Holocaust-Leugner und Nazi-Verehrer Michaloliakos stand gemeinsam mit
       67 weiteren Angeklagten in dem fünfeinhalbjährigen Mammutprozess vor
       Gericht. Zu den Hauptverbrechen der Partei zählen nach Erkenntnissen der
       Justizbehörden die Ermordung von Fyssas im Jahr 2013 sowie die Anschläge
       auf ägyptische Fischer und kommunistische Gewerkschafter in den Jahren 2012
       und 2013.
       
       Der Prozess gilt als einer der wichtigsten in der politischen Geschichte
       Griechenlands, die Verurteilung der Parteispitze wegen Bildung einer
       kriminellen Vereinigung als wegweisend.
       
       Der 34-jährige [3][Fyssas war am 17. September 2013 von einem Anhänger der
       Goldenen Morgenröte erstochen worden]. Seine Familie hatte der
       Parteiführung vorgeworfen, den Mord angeordnet zu haben. Michaloliakos
       bestritt wiederholt jegliche Verbindung zu dem Mord.
       
       Im Fall des verurteilten Europaabgeordneten Lagos soll dessen Immunität auf
       Antrag Griechenlands aufgehoben werden. Lagos war vergangenes Jahr aus der
       Partei Goldene Morgenröte ausgetreten und sitzt als fraktionsloser
       Abgeordneter im Europaparlament.
       
       Goldene Morgenröte, die enge Kontakte zur Neonazi-Szene unterhält, ist
       wegen ihrer Angriffe auf Migranten und politische Gegner seit langem
       berüchtigt. Die in den 80er Jahren gegründete Partei hatte im Zusammenhang
       mit der schweren Wirtschaftskrise in Griechenland ab dem Jahr 2010 an
       Einfluss gewonnen und zog 2012 ins Parlament ein.
       
       [4][Bei der Parlamentswahl 2015] wurde Goldene Morgenröte drittstärkste
       Kraft. [5][Seit der Wahl im Juli vergangenen Jahres] ist sie nicht mehr im
       Parlament vertreten.
       
       14 Oct 2020
       
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