# taz.de -- Belastung der Atemwege: Feinstaub macht Corona tödlicher
       
       > Eine neue Studie zeigt, wie viele der Corona-Tode durch Luftverschmutzung
       > begünstigt wurden. Es geht demnach weltweit um jeden siebten Fall.
       
 (IMG) Bild: Laut einer Studie hat Luftverschmutzung Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung begünstigt
       
       Berlin taz Verpestete Luft belastet die Atemwege und das
       Herz-Kreislauf-System – und macht dadurch die Coronapandemie tödlicher.
       Mainzer Forscher:innen haben nun in einer Studie beziffert, welchen Anteil
       die Luftverschmutzung weltweit an den Corona-Todesfällen hat. Die
       Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Cardiovascular Research
       [1][erschienen].
       
       Das Fazit: Insgesamt hat die Luftverschmutzung rund 15 Prozent der
       Todesfälle infolge von Covid-19 begünstigt. Die Werte variieren der Studie
       zufolge je nach Land: Für Deutschland gehen die Wissenschaftler:innen
       beispielsweise davon aus, dass 26 Prozent der Corona-Todesfälle mit
       [2][dreckiger Luft] zusammenhängen. Für China kommen sie auf 27 Prozent,
       für die USA auf 18 Prozent – in Neuseeland hingegen nur auf 1 Prozent.
       
       Die eigentlichen Zahlen könnten noch höher liegen, denn das Team hat sich
       nur auf Feinstaub konzentriert. Das sind Schmutzpartikel in der Luft, die
       nicht größer als 2,5 Mikrometer sind.
       
       Das können zum Beispiel Ruß- oder Plastikteilchen sein, Reifenabrieb oder
       Düngerückstände. Neben Feinstaub gibt es noch weitere Luftschadstoffe, die
       in der aktuellen Studie nicht eingerechnet sind.
       
       ## Gesundheitseffekte verstärken sich
       
       „Wenn beides zusammenkommt, also eine langfristige Belastung durch
       Luftverschmutzung und eine Infektion mit Covid-19, dann verstärken sich die
       negativen Gesundheitseffekte gegenseitig“, sagte Thomas Münzel, Kardiologe
       an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und einer der
       Studienautor:innen.
       
       Die Wissenschaftler:innen haben ihr Modell mit verschiedenen Daten
       gefüttert: Sie nutzten zum Beispiel Beobachtungen zur Verbreitung des
       neuartigen Coronavirus sowie des verwandten Erregers aus China und den USA,
       der zur Sars-Pandemie 2003 geführt hatte.
       
       Diese kombinierten sie mit Feinstaubwerten, die sie aus
       Satellitenaufnahmen, Messungen am Boden und Informationen über die
       Wetterbedingungen ermittelten.
       
       Die Studie zeigt keine direkte Kausalität auf, sehr wohl aber einen
       Zusammenhang von Corona-Sterblichkeit und Luftverschmutzung. Es handelt
       sich zudem um vorläufige Ergebnisse, solange die Anzahl der Todesfälle
       weiter steigt.
       
       27 Oct 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://academic.oup.com/cardiovascres/advance-article/doi/10.1093/cvr/cvaa288/5940460
 (DIR) [2] /Sinkende-Werte-bei-Luftschadstoffen/!5659706
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Susanne Schwarz
       
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