# taz.de -- Stellenabbau erwartet: Sanierer neuer Chef der Commerzbank
       
       > Manfred Knof von der Deutschen Bank soll das angeschlagene Geldinstitut
       > ab 2021 leiten. Offenbar sind viele Jobs in Gefahr.
       
 (IMG) Bild: Von einer Krisenbank zu nächsten: Manfred Knof wird neuer Commerzbank-Chef
       
       Frankfurt dpa | Der Deutsche-Bank-Manager Manfred Knof soll die Commerzbank
       als neuer Chef sanieren. Die einstimmige Entscheidung des Aufsichtsrats vom
       Samstag ist ein deutliches Signal: Statt die Nachfolge des [1][zum
       Jahresende scheidenden Konzernchefs Martin Zielke] intern zu regeln, soll
       ein externer Kandidat ab Januar den Frankfurter MDAX-Konzern leiten.
       
       Auch der Finanzinvestor Cerberus, dessen harsche Kritik an der bisherigen
       Führung der Bank die Neubesetzung provoziert hatte, begrüßte Knofs
       Nominierung. Cerberus ist mit gut 5 Prozent zweitgrößter Aktionär der
       Commerzbank – nach dem deutschen Staat, der infolge der Rettung mit
       Steuermilliarden in der Finanzkrise heute 15,6 Prozent hält.
       
       Der derzeitige Leiter des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank sei „ein
       erfahrener und umsetzungsstarker Topmanager, der sich in
       unterschiedlichsten Aufgaben in der Finanzdienstleistungsindustrie bewiesen
       hat“, begründete Commerzbank-Aufsichtsratschef Hans-Jörg Vetter die Wahl.
       
       Was er vom künftigen Vorstandschef erwartet, hatte Vetter, selbst erst seit
       knapp zwei Monaten im Amt, kürzlich im Intranet der Bank deutlich gemacht:
       „Die Commerzbank hat viel Gutes, aber in Sachen Effizienz und
       Profitabilität gibt es noch Luft nach oben.“ Es gebe „Strukturen, die den
       heutigen Anforderungen und der Größe der Bank nicht mehr angemessen sind“.
       
       ## Spezialist für schwierige Missionen
       
       Knof (55) gilt als Spezialist für schwierige Missionen. Von 1995 an war der
       Jurist im Allianz-Konzern tätig, zuletzt bis 2017 als Chef für Deutschland,
       die Schweiz sowie Mittel- und Osteuropa. Knof setzte beim
       Versicherungskonzern auf Digitalisierung, strich Stellen und sparte.
       
       Auch bei der Dresdner Bank, die in der Finanzkrise 2008 von der Commerzbank
       geschluckt wurde, hat Knof Erfahrungen gesammelt: 2003 bis 2005 war er bei
       der damaligen Allianz-Tochter tätig – zuletzt als Leiter des
       Privatkundengeschäfts Deutschland Süd mit Verantwortung für rund 1.000
       Filialen.
       
       Bei der Commerzbank werden [2][drastische Einschnitte] erwartet. Von 1.000
       Filialen könnten nur 200 übrig bleiben, ein Viertel der 40.000
       Vollzeitstellen könnte gekappt werden. Schon vor der Coronakrise liefen in
       der „Coba“ Diskussionen über eine Verschärfung des Sparkurses. Die Pandemie
       hat der Digitalisierung einen weiteren Schub gegeben. Analysten gehen davon
       aus, dass die Bank erst 2022 wieder Gewinne macht.
       
       Die Sanierung dürfe nicht auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen
       werden, warnte Verdi. „Die Arbeitnehmer erwarten, dass jetzt Ruhe in die
       Bank kommt und eine mit uns abgestimmte Strategie vorgestellt wird“, sagte
       Gewerkschaftssekretär Stefan Wittmann. (dpa)
       
       27 Sep 2020
       
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