# taz.de -- Diskussion um Nord Stream 2: Röttgen für Sanktionen
       
       > Der CDU-Politiker widerspricht Peter Altmaier, der meint, dass ein
       > Abbruch von Nord Stream 2 nichts bewirken würde. Putin verstehe diese
       > Form der Machtpolitik.
       
 (IMG) Bild: Folgten 2012 als Umweltminister aufeinander: Norbert Röttgen und Peter Altmaier
       
       Berlin dpa | Der CDU-Politiker Norbert Röttgen kritisiert den
       Wirtschaftsminister und Parteikollegen Peter Altmaier für dessen skeptische
       Haltung zu Sanktionen gegen Russland. Altmaier beschließe seit sechs Jahren
       Sanktionen gegen Russland wegen der Krim mit, sagte Röttgen am Dienstag in
       einer RTL-Sendung. „Er steht also mit dieser Aussage im Widerspruch zu
       seinem Verhalten, das er seit sechs Jahren selber übt.“
       
       Im Zusammenhang mit dem Fall des [1][vergifteten russischen Oppositionellen
       Alexei Nawalny] hatte Altmaier am Montagabend, 7. September gesagt, er
       kenne keinen Fall, in dem ein Land wie Russland durch Sanktionen zu einer
       Verhaltensänderung bewegt worden sei. Aus Sicht von Röttgen wäre ein
       [2][Abbruch des Pipeline-Projekts Nord Stream 2 hingegen ein geeignetes
       Sanktionsmittel] gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin: „Das versteht
       er. Da geht es um sein Geschäft und es geht um seine Machtpolitik.“
       
       Der einzige Grund für die neue Erdgasleitung durch die Ostsee sei, die
       Ukraine von der russischen Gasversorgung abkappen zu können, sagte Röttgen.
       Dadurch könne Putin die Ukraine weiter destabilisieren und seinen
       Machtanspruch weiter nach Westen und Europa ausdehnen. Die Pipeline sei
       daher „schädlich“, „unnötig“ und ein „machtpolitisches Projekt“.
       
       Seit Tagen wird wegen des Falls Nawalny ein möglicher Baustopp von Nord
       Stream 2 diskutiert. Die Bundesregierung lässt die Zukunft des Projekts
       bislang offen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) halte es aber auch für falsch,
       etwas auszuschließen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag.
       
       8 Sep 2020
       
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