# taz.de -- EU reguliert Jagd in Feuchtgebieten: Schrot nur noch ohne Blei
       
       > Die EU verbietet bleihaltige Munition bei der Jagd in Feuchtgebieten.
       > Doch es gibt einen Haken: die Übergangsfrist.
       
 (IMG) Bild: Jäger mit totem Hasen
       
       BERLIN taz | Bleihaltige Schrotmunition soll bei der Jagd in Europas
       Feuchtgebieten zukünftig verboten sein. Darauf einigten sich
       Vertreter*innen der EU-Mitgliedsstaaten am Donnerstag bei einem virtuellen
       Treffen des zuständigen REACH-Ausschusses. Nach Inkrafttreten der Regelung
       gilt eine Übergangsfrist von 24 Monaten.
       
       In 14 Bundesländern ist die Jagd mit Blei an Gewässern bereits verboten,
       ebenso im Bundesforst. Nun kommen allgemein Feuchtgebiete hinzu. Bei einer
       [1][Abstimmung im Juni] hatte Deutschland noch gegen das Vorhaben gestimmt.
       
       Nun habe man die Entscheidung mitgetragen, so das zuständige
       Agrarministerium, obwohl die Bundesregierung lieber eine [2][dreijährige
       Frist] gesehen hätte. Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger begrüßte den
       „längst überfälligen Schritt“ und forderte ein [3][„generelles Bleiverbot
       in Jagdmunition“]. Sven Giegold, Sprecher der deutschen Grünen im
       EU-Parlament sagte im Vorfeld, der „Schutz von Natur und Gesundheit“ müsse
       „vor den Interessen einiger weniger, besonders deutscher,
       Munitionshersteller stehen.“
       
       Nach Schätzungen der Europäischen Chemikalienagentur gelangen jährlich mehr
       als 21.000 Tonnen Blei durch Munition in die Umwelt. Das führe zum Tod von
       mehr als einer Million Wasservögeln pro Jahr in Europa und müsse „dringend
       ein Ende haben“, so Umweltministerin Svenja Schulze (SPD).
       
       ## Vergiftung durch Munitionssplitter
       
       Bleivergiftungen sind die häufigste Todesursache des gefährdeten Seeadler,
       der das Blei in Form von Munitionssplittern aufnimmt. Blei ist für Vögel
       ein Nervengift, das bei kleiner Dosis Reaktionsfähigkeit und Wahrnehmung
       beeinträchtigt. Die Weltgesundheitsorganisation zählt es zu den zehn der
       für Menschen gefährlichsten Stoffe.
       
       Nun müssen noch EU-Parlament und Rat dem Beschluss zustimmen, was als
       Formsache gilt. Kommt binnen drei Monaten kein Einspruch, trifft die
       EU-Kommission die letzte Entscheidung. Danach kann die Neuerung in Kraft
       treten und die Übergangsfrist starten.
       
       3 Sep 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Schutz-von-Wildtieren-in-Feuchtgebieten/!5691146
 (DIR) [2] http://www.jagderleben.de/news/eu-entscheidung-bleiverbot-feuchtgebieten-712103
 (DIR) [3] http://www.nabu.de/news/2020/08/28582.html
       
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 (DIR) Andreas Ruhsert
       
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