# taz.de -- Verstöße gegen Maskenpflicht in Zügen: Einheitsbußgeld gefordert
       
       > Verstöße gegen die Maskenpflicht sind unterschiedlich teuer. Die
       > Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz fordert einheitliche Strafen.
       
 (IMG) Bild: Bahnsteig in Essen ohne Maskenmuffel, wer keine trägt, soll in ganz Deutschland gleich viel zahlen
       
       Berlin taz | Wer ohne Mund-Nasen-Bedeckung mit dem ICE 598 von München nach
       Berlin reist, fährt durch sieben Bundesländer – und hat je nach Standort
       keinerlei Sanktion oder Geldstrafen in unterschiedlicher Höhe zu fürchten.
       Das sollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die MinisterpräsidentInnen
       beim Coronagipfel am Donnerstag ändern, fordert die saarländische
       Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD), derzeit Vorsitzende der
       [1][Verkehrsministerkonferenz der Länder]. „Die Ministerpräsidenten und die
       Kanzlerin sollten einen bundeseinheitlichen Korridor für Bußgelder
       vereinbaren, damit das möglichst einheitlich ist“, sagt sie.
       
       Bundesweit gilt zwar eine Maskenpflicht in Bussen und Bahnen. Aber die
       Länder [2][gehen mit Verstößen unterschiedlich um]. Wer in München ohne
       Maske in den Zug steigt, muss mit einem Bußgeld von 250 Euro rechnen,
       WiederholungstäterInnen müssen 500 Euro zahlen. Der in Stuttgart
       zusteigende Fahrgast muss zwischen 100 und 250 Euro zahlen, wird er in
       Frankfurt/Main erwischt, nur 100 Euro. Wer erst in Erfurt entdeckt wird,
       kommt bis zum 1. September ohne Strafzahlung davon, danach sind 60 Euro
       fällig. Das Gleiche gilt für PassagierInnen, die in Leipzig auffallen. In
       Wittenberg in Sachsen-Anhalt dagegen sollen Verstöße gegen die
       Maskenpflicht weiterhin straffrei bleiben.
       
       Angekommen in Berlin droht ein Bußgeld zwischen 50 und 500 Euro. Bei
       Weiterfahrten im Nahverkehr können MaskenverweigererInnen außerdem mit
       einer Strafe in Höhe von 50 Euro rechnen, die die Berliner Verkehrsbetriebe
       erheben. Aber das gilt nur bis zur Stadtgrenze. In Brandenburg kommt auf
       Fahrgäste ohne Mund-Nasen-Bedeckung zurzeit gar keine Strafe zu.
       
       Auch im Saarland gibt es keine Sanktionen gegen maskenlose Fahrgäste. In
       den übrigen Bundesländern sind unterschiedliche Geldbußen vorgesehen. In
       Rheinland-Pfalz liegt die Strafe aktuell bei 10 Euro. Die rot-grün-gelbe
       Landesregierung will sie aber anheben, wenn es zu keiner bundesweit
       einheitlichen Lösung kommt. Die Verkehrsminister der Länder hatten bei
       ihrer Sitzung in der vergangenen Woche über die unterschiedlichen
       Regelungen gesprochen, aber keinen Beschluss dazu gefasst.
       
       ## Reservierungspflicht für Fernzüge unwahrscheinlich
       
       Verkehrsunternehmen, Bund, Länder und Kommunen werben derzeit mit der
       gemeinsamen Kampagne #besserWeiter darum, dass Fahrgäste wieder Busse und
       Bahnen nutzen. Die Auslastung liegt mittlerweile bei 60 bis 70 Prozent,
       nachdem sie zu Beginn der Coronakrise extrem zurückgegangen war. Damit
       steigt auch die Furcht vor überfüllten Zügen. Vertreter der
       Eisenbahngewerkschaft GdL, VerkehrspolitikerInnen und andere fordern eine
       [3][Reservierungspflicht für Fernzüge], wie sie etwa in Italien oder
       Frankreich üblich ist. Damit könnte etwa gewährleistet werden, dass Sitze
       frei bleiben.
       
       Dass eine Reservierungspflicht eingeführt wird, ist aber eher
       unwahrscheinlich. Neben dem Vorstand der Deutschen Bahn hat sich auch
       Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dagegen ausgesprochen. Eine
       Reservierungspflicht würde zu einer kompletten Änderung des Bahnbetriebs
       führen, sagt er. Die Folge wären weniger Flexibilität für Fahrgäste und
       weniger Kapazitäten.
       
       26 Aug 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.verkehrsministerkonferenz.de/VMK/DE/homepage/homepage-node.html
 (DIR) [2] /Maskenverweigerer-in-Bussen-und-Bahnen/!5700391
 (DIR) [3] /Reservierungspflicht-wegen-Corona/!5702158
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
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