# taz.de -- Neue Sammlungsbewegung in Frankreich: „Libération“-Chef geht in die Politik
       
       > Laurent Joffrin verlässt die Zeitung. Er will eine „soziale, ökologische
       > und republikanische“ Sammlungsbewegung für das linke Lager gründen –
       > gegen Macron.
       
 (IMG) Bild: Kann schreiben, will Politik: Laurent Joffrin
       
       Paris taz | Bei der französischen „Schwesterzeitung“ der taz, Libération,
       ist alles in Bewegung. Die finanzielle Unabhängigkeit wird [1][in Zukunft
       durch eine Stiftung garantiert]. Der bisherige Chef, Laurent Joffrin (68),
       überlässt die Führung dem neuen Generaldirektor Denis Olivennes.
       
       Das aber ist nicht alles: Überraschend hat Joffrin am Donnerstagabend der
       versammelten Redaktion mitgeteilt, dass er die Zeitung verlässt. Er
       wechselt vom Journalismus in die politische Arena. Er hat sich als
       ehrgeiziges Ziel vorgenommen, die heute gespaltene und desorientierte Linke
       mit einer „sozialen, ökologischen und republikanischen“ Sammlungsbewegung
       zu reorganisieren. Nur so, glaubt er, hat das linke Lager eine Chance, 2022
       bei den Präsidentschaftswahlen ein deprimierendes Remake einer Stichwahl
       Emmanuel Macron kontra die rechte Marine Le Pen zu vermeiden – und
       stattdessen selber zu gewinnen und die Geschicke des Landes zu bestimmen.
       
       Neuer Chefredakteur soll laut Medieninformationen Dov Alfon werden. Dieser
       war von 2008 bis 2011 Korrespondent von Ha’aretz in Paris und leitete die
       renommierte israelische Zeitung zuletzt als Chefredakteur.
       
       Am Montag möchte Joffrin in einer Medienkonferenz mehr zu seinem Projekt
       sagen, das angeblich bereits die Unterstützung von rund hundert
       Intellektuellen, ExpertInnen und bekannten VertreterInnen von Vereinigungen
       bekommen hat. Nicht zu den Erstunterzeichnern des Appells zu einer
       Neugründung der französischen Linken gehören dagegen vorerst Exponenten der
       linken Parteien. Parallel dazu publiziert Joffrin ein neues Buch mit dem
       programmatischen Titel „Anti-Macron“. Darin sind zahlreiche Kommentare
       aufgeführt, die namentlich die Politik, den Stil und [2][die Pläne des
       derzeitigen Staatspräsidenten] und seiner Partei „La République en marche“
       kritisieren.
       
       17 Jul 2020
       
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