# taz.de -- +++ Corona News am 22. Juni +++: Von der Leyen, Shakira, Beckham
       
       > EU-Komissionschefin will bei Geberkonferenz mit Stars Spenden für
       > Impfstoff sammeln. Zweite Welle trifft Südkorea. Nachrichten zum
       > Coronavirus im Live-Ticker.
       
 (IMG) Bild: Shakira fordert Investitionen für „Tests, Medikamente und Impfstoffe für alle Menschen“
       
       Den Live-Ticker bearbeitet [1][Anselm Denfeld].
       
       ## Berater von Trump schließt zweite Welle in USA aus
       
       15.30 Uhr: Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump sieht keine
       zweite Welle der Coronavirus-Pandemie in den Vereinigten Staaten. Zwar gebe
       es in Bundesstaaten wie Florida ein Aufflackern bei den Neuinfektionen,
       sagt Larry Kudlow dem TV-Sender CNBC. Es sei aber unwahrscheinlich, dass es
       im ganzen Land weit verbreitete Shutdowns geben werde. „Es gibt einige
       Hotspots. Wir sind dran“, sagt Kudlow. „Es wird keine zweite Welle kommen.“
       (rtr)
       
       Grüne fordern Massentests in Gütersloh nach Virus-Ausbruch 
       
       15.21 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in einem Fleischbetrieb im Kreis
       Gütersloh hat Grünen-Chefin Annalena Baerbock flächendeckende Virus-Tests
       für alle Bürger dort gefordert. Erst dann könne entschieden werden, ob für
       die Region wieder strenge Einschränkungen angeordnet werden müssten, sagte
       Baerbock in Berlin. Die Massentests müssten nun „unverzüglich“ erfolgen.
       Sie sollten sicherstellen, dass „die Erfolge der letzten Monate nicht
       wieder komplett kaputt gemacht werden“. Die Grünen-Chefin forderte zudem
       Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, CDU, auf, ein Krisentreffen
       mit den betreffenden Ministerien aus Bund und Ländern einzuberufen. (afp)
       
       Lufthansa sucht Einigkeit mit Investoren, Gewerkschaften 
       
       15.01 Uhr: Vor ihrer Aktionärsversammlung am Donnerstag setzt die Lufthansa
       alles daran, die Zustimmung zum Rettungspaket zu sichern. Wie am Montag aus
       Kreisen in Berlin verlautete, kamen hierfür am Vormittag
       Bundesfinanzminister Olaf Scholz, SPD, Bundeswirtschaftsminister Peter
       Altmaier, CDU, und Konzernvertreter mit dem kritischen
       Lufthansa-Großaktionär Heinz Hermann Thiele zusammen. Gleichzeitig
       verhandelt die Airline weiter mit Gewerkschaftsvertretern über den Beitrag
       der Beschäftigten zur Sanierung.
       
       Der Unternehmer Thiele hatte die Staatshilfen kritisiert und seine
       Zustimmung offen gelassen. Er ist der größte Einzelaktionär des Konzerns
       und könnte das Rettungspaket blockieren – denn bei der virtuellen
       Versammlung am Donnerstag stimmen weniger Aktionäre:innen ab als von der
       Lufthansa erhofft. Wie Konzernchef Carsten Spohr mitteilte, haben die
       Anteilseigner weniger als 38 Prozent des Kapitals für die Hauptversammlung
       angemeldet. Die Airline will demnach bis Donnerstag eine konsensfähige
       Lösung für alle Beteiligten präsentieren und eine Insolvenz so verhindern.
       (afp)
       
       ## Indien meldet meiste Neuinfektionen binnen 24 Stunden
       
       14.54 Uhr: Indien hat einen Höchstwert an Neuinfektionen gemeldet. In den
       vergangenen 24 Stunden wurden mehr als 15.000 Fälle registriert, wie das
       Gesundheitsministerium mitteilt. Damit steigt die Gesamtzahl auf über
       425.000 – nur die USA, Brasilien und Russland haben noch mehr. Mehr als 400
       Inder:innen starben binnen eines Tages. Seit dem ersten Fall in dem Land im
       Januar sind damit fast 14.000 Menschen ums Leben gekommen. (rtr)
       
       EU-Spendengipfel mit Konzerten von Shakira und Coldplay 
       
       14.32 Uhr: Shakira, Coldplay, Usher, Justin Bieber – EU-Kommissionschefin
       Ursula von der Leyen hat für ihren Spendengipfel am kommenden Wochenende
       die Unterstützung einer ganzen Reihe von Stars gewonnen. Im Rahmenprogramm
       der zweiten Online-Geberkonferenz für den weltweiten Kampf gegen das
       neuartige Coronavirus werde es am Samstagabend ein großes Benefizkonzert
       geben, kündigte von der Leyen am Montag an. Nach Angaben der EU-Kommission
       überträgt in Deutschland die ARD das Konzert. Online wird es etwa auf der
       Facebook-Seite der Brüsseler Behörde und deren Youtube-Kanal zu sehen sein.
       
       Die EU hat seit einer ersten internationalen Geberkonferenz Anfang Mai
       mittlerweile über 10 Milliarden Euro gesammelt. Es soll in die Entwicklung
       eines Impfstoffs und die Ausweitung von Behandlungsmöglichkeiten und
       Testkapazitäten fließen. Während sich [2][die erste Geberkonferenz] vor
       allem an Staaten und internationale Organisationen richtete, sollen nun
       auch Unternehmen, Bürger und eben Stars Gelegenheit haben, sich zu
       engagieren. (afp)
       
       ## Niederlande melden Tag ohne Corona-Todesfall
       
       14.11 Uhr: Die Niederlande haben erstmals seit dem 9. März keinen neuen
       Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Zudem melden die
       Gesundheitsbehörden mit 69 Neuinfektionen einen anhaltenden Rückgang bei
       den Ansteckungen. (rtr)
       
       Auch Linksfraktion fordert nach Stehempfang Rücktritt 
       
       13.53 Uhr: Hamburgs Innensenator Andy Grote gerät wegen eines von ihm trotz
       Pandemie organisierten Empfangs zu seiner Wiederernennung als Senator
       weiter unter Druck. Nach CDU und AfD forderte am Montag auch die Linke den
       Rücktritt des SPD-Politikers. „Diese Verletzung der Corona-Regeln ist der
       berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“, erklärte der
       Innenexperte der Linksfraktion, Deniz Celik. Grote habe sich bereits „durch
       die von ihm zu verantwortenden eklatanten Grundrechtsverletzungen während
       des G20-Gipfels als Innensenator disqualifiziert“. (dpa)
       
       Bund setzt auf Eindämmung vor Ort rund um Tönnies 
       
       13.27 Uhr: Die Bundesregierung setzt auf umfassende Maßnahmen vor Ort, um
       die Ausbreitung von Corona-Infektionen rund um den Schlachtbetrieb von
       Marktführer Tönnies in Westfalen einzugrenzen. Es handele sich um einen
       „massiven Ausbruch“, der sehr ernst zu nehmen sei, sagte Regierungssprecher
       Steffen Seibert am Montag in Berlin. Für die Region bestehe ein hohes
       Infektionsrisiko. Über die konkreten Maßnahmen zur Eindämmung entscheide
       das Land Nordrhein-Westfalen, betonte die Bundesregierung. Sie verwies auch
       auf schon örtlich verhängte Schließungen von Schulen und Kitas und
       Anordnungen von Quarantäne in den umliegenden Kreisen. (dpa)
       
       ## China zeigt Bereitschaft für Zusammenarbeit am Impfstoff
       
       13.25 Uhr: China will mit der Europäischen Union enger bei der Suche nach
       einem Impfstoff und einer Arznei gegen das Coronavirus zusammenarbeiten.
       Die Volksrepublik sei bereit, gemeinsam mit Europa gegen das neuartige
       Virus zu kämpfen, sagt Regierungschef Li Keqiang dem chinesischen
       Staatsfernsehen zufolge beim 22. China-EU-Gipfel. Die Kooperation überwiege
       den Wettbewerb. China hoffe, dass die EU Exportkontrollen gegen China
       lockern könne. (rtr)
       
       ## Bulgarien führt Maskenpflicht wieder ein
       
       13.00 Uhr: Nach dem mit 606 Fällen höchsten wöchentlichen Anstieg der
       Neuinfektionen vergangene Woche ordnet Bulgarien die Maskenpflicht wieder
       für alle geschlossenen öffentlichen Räume an. Erst zehn Tage zuvor hatte
       Gesundheitsminister Kiril Ananiew das Tragen von Mund- und Nasenschutz in
       Innenräumen als „sehr empfehlenswert“, aber nicht obligatorisch eingestuft.
       Ausgenommen waren Apotheken, der öffentliche Personennahverkehr und
       medizinische Einrichtungen. Nun muss die Bevölkerung Masken auch wieder in
       Geschäften, Kinos, Theatern und bei Sportveranstaltungen tragen. (rtr)
       
       Industrie kritisiert Einstieg des Bundes bei Curevac 
       
       12.21 Uhr: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat mangelnde
       Transparenz beim Einstieg des Bundes beim Biotech-Anbieter Curevac
       kritisiert, der einen Corona-Impfstoff entwickelt. Fälle dieser Art
       bedürften eines transparenten und geordneten Verfahrens, sagte
       Hauptgeschäftsführer Joachim Lang am Montag. Nur so lasse sich der Anschein
       willkürlicher Entscheidungen vermeiden. Das Argument des
       Gesundheitsschutzes dürfe „kein Freifahrtschein sein, um
       marktwirtschaftliche Mechanismen auszuhebeln“, sagte Lang.
       
       Wirtschaftsminister Peter Altmaier, CDU, hatte in der vergangenen Woche
       mitgeteilt, [3][dass die staatliche Förderbank KfW für 300 Millionen Euro
       rund 23 Prozent der Curevac-Anteile übernimmt]. Ziel sei, dem Unternehmen
       von Mehrheitseigner Dietmar Hopp finanzielle Sicherheit zu geben. (dpa)
       
       NGG: Tönnies-Beschäftigte könnten in Heimat gereist sein 
       
       12.12 Uhr: Einige Mitarbeiter des vom Coronavirus getroffenen
       Tönnies-Schlachthofs im Kreis Gütersloh könnten der Gewerkschaft NGG
       zufolge in ihre Heimatländer zurückgekehrt sein. „Es ist davon auszugehen,
       dass einige reisen“, sagte der NGG-Landesvorsitzende Mohamed Boudih am
       Montag. Zudem hätten auch noch nicht alle Mitarbeiter des Schlachthofs mit
       rund 7.000 Beschäftigten schriftliche Aufforderungen erhalten, sich in
       Quarantäne zu begeben. In dem Schlachthof sind unter anderem auch Menschen
       aus Rumänien, Bulgarien oder Polen beschäftigt.
       
       Ein Sprecher des Kreises sagte dazu, es habe mündliche Aufforderungen an
       die Mitarbeiter gegeben, sich in Quarantäne zu begeben. Zudem hatte der
       Kreis eine Allgemeinverfügung erlassen, sich bis zum 2. Juli in häusliche
       Quarantäne zu begeben. “Eine Reihe von Mitarbeitern ist ganz offensichtlich
       in die Heimat zurückgekehrt, unter anderem Personen, die negativ getestet
       worden sind und die die sich abzeichnende Quarantäne hier vermeiden
       wollten“, hatte der Kreis auch erklärt. (rtr)
       
       ## Politisierung der Pandemie verschlimmert Lage laut WHO
       
       11.56 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einer
       Politisierung der Pandemie, die die Lage verschlimmert habe. Diese Kritik
       äußert WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einem virtuellen
       Gesundheitsforum des „Weltregierungsgipfels“, der jährlich von Dubai
       organisiert wird. Der Gipfel dient dem Wissensaustausch zwischen Vertretern
       von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Weltweit haben sich mehr als
       8,98 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus angesteckt. Mehr als
       468.000 Menschen sind in Zusammenhang mit dem Virus gestorben, wie
       Reuters-Daten auf Basis offizieller Angaben zeigen. (rtr)
       
       ## Lauterbach warnt vor freier Reise für Gütersloher:innen
       
       11.48 Uhr: SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat angesichts des
       schweren Corona-Ausbruchs bei dem Fleischfabrikanten Tönnies vor freiem
       Reiseverkehr für Menschen aus der Region Gütersloh gewarnt. „Ich bin
       sicher, dass deutlich mehr Menschen außerhalb der Mitarbeiterschaft
       inzwischen infiziert sind“, sagte Lauterbach der Düsseldorfer Rheinischen
       Post. „Mit dem Start der Sommerferien in der kommenden Woche dürfen dann
       alle Menschen aus der betroffenen Region ohne Einschränkung überall in
       Deutschland und in anderen Ländern Urlaub machen und könnten das Virus
       potenziell sehr weit verteilen“, sagte Lauterbach. „So etwas bei einem
       Ausbruch dieser Dimension als Ministerpräsident des Landes zuzulassen, ist
       aus meiner Sicht gefährlich“, sagte der SPD-Politiker und kritisierte damit
       Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, CDU, [4][der sich
       noch nicht für einen Lockdown in der Region ausgesprochen hatte]. (dpa)
       
       ## „Stark ansteigende“ Zahlen von Neuinfektionen in Berlin
       
       11.36 Uhr: Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus
       steigt derzeit in der Hauptstadt laut dem Senat wieder stark an. Das sagte
       Innensenator Andreas Geisel, SPD, am Montag bei einer Pressekonferenz der
       Feuerwehr. Er sprach von „stark ansteigenden“ Werten. „Wir werden das
       morgen in der Senatssitzung noch mal auswerten und die Beschlüsse, die wir
       fassen wollen, miteinbeziehen.“ Der Senat will morgen laut den
       Ankündigungen zahlreiche Lockerungen der Corona-Einschränkungen
       beschließen. In Berlin sind nach dem Stand von Sonntag 7.832
       Infektionsfälle aus den vergangenen knapp vier Monaten bekannt. In der
       vergangenen Woche kamen von Mittwoch bis Sonntag 358 neue Infektionsfälle
       dazu. An zwei Tagen gab es jeweils deutlich mehr als 100 gemeldete
       Neuinfektionen. (dpa)
       
       Auch Kroatiens Tennisprofi Ćorić mit Coronavirus infiziert 
       
       10.43 Uhr: Bei der vom Tennis-Weltranglisten-Ersten Novak Đoković
       organisierten Adria Tour hat es einen zweiten positiven Corona-Fall
       gegeben. Nach dem Bulgaren Grigor Dimitrow teilte am Montagmorgen auch der
       kroatische Profi Borna Ćorić in den sozialen Netzwerken mit, dass er
       positiv auf Corona getestet worden sei. An dem Show-Turnier mit Stationen
       in mehreren Städten hat auch der deutsche Tennisstar Alexander Zverev
       teilgenommen. Der 23 Jahre alte Australian-Open-Halbfinalist verpasste am
       Sonntag den Einzug in das Finale, das nach dem Bekanntwerden von Dimitrows
       Positivtest nicht mehr ausgetragen wurde. Das Turnier war schon zuvor in
       die Kritik geraten, weil die Vorsichtsmaßnahmen nicht allzu ernst genommen
       wurden. Bei den Spielen waren Zuschauer zugelassen, ein Sicherheitsabstand
       von einem Meter wurde aber nicht eingehalten, wie auf Fernsehaufnahmen zu
       sehen war. (dpa)
       
       Südkorea spricht erstmals von zweiter Corona-Welle 
       
       10.40 Uhr: Südkorea könnte laut dem Bürgermeister von Seoul, Park Won Soon,
       die Kontrolle über die zweite Infektionswelle des Landes verlieren. Seoul
       werde die Maßnahmen zum Abstandhalten zwischen den Menschen verschärfen,
       wenn die durchschnittliche Zahl der Neuinfektionen in den kommenden Tagen
       nicht unter 30 sinke. Im Zeitraum 30. April bis 11. Juni habe die
       Reproduktionszahl fast 1,8 erreicht, sagte Park. Die Zahl gibt an, wie
       viele Menschen ein Infizierter oder eine Infizierte durchschnittlich
       anstecken. Wenn dieser Trend nicht gebremst werde, könne es in Südkorea in
       einem Monat täglich 800 Neuinfektionen geben, sagte Park. Die
       Gesundheitsbehörden in Südkorea sprechen erstmals von einer zweiten
       Infektionswelle im Land. Man sei mitten drin, sagt Jeong Eun Kyeong,
       Direktorin des Koreanischen Zentrums für Krankheitskontrolle und Vorsorge
       (KCDC). Zuvor hatte das KCDC stets erklärt, dass die erste Welle im Land
       nie wirklich aufgehört habe. Nun sei klargeworden, dass das
       Feiertagswochenende Anfang Mai den Beginn der neuen Welle markiere, sagt
       Jeong. (dpa)
       
       Trotz Corona zu Ferienbeginn volle Straßen erwartet 
       
       10.30 Uhr: Zum Beginn der Sommerferien am nächsten Wochenende rechnet der
       ADAC in Nordrhein-Westfalen trotz der Pandemie mit vollen Autobahnen. Die
       höchste Staugefahr bestehe am Freitag ab dem Mittag und am Samstag zwischen
       11 und 18 Uhr vor allem in Richtung Nord- und Ostseeküste und auf dem Weg
       in den Süden, teilte der ADAC Nordrhein am Montag mit. „Wer flexibel ist,
       sollte wieder auf einen anderen Reisetag ausweichen, zum Beispiel Montag
       oder Dienstag“, empfahl ADAC-Reiseexperte Roman Suthold. „[5][Wir erwarten
       wegen der Coronakrise mehr Urlaub mit dem Auto in Deutschland und den
       Nachbarländern]“, sagte Suthold. Andererseits verzichteten viele Urlauber
       auch ganz auf eine längere Reise. Insgesamt erwartet der Mobilitätsclub
       weniger Verkehr als 2019. (dpa)
       
       ## Aktuelle Zahlen zur Corona-Warn-App
       
       10.30 Uhr: Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht, wie oft die neue App
       heruntergeladen wurde. Fragen und Antworten zur Corona-App finden Sie
       [6][hier]. (taz)
       
       ## NRW-CDU bestreitet Einnahme von Tönnies-Spenden
       
       9.57 Uhr: Seitdem Armin Laschet im Juni 2012 den Vorsitz der NRW-CDU
       übernommen hat, seien „keine Spenden an den CDU-Landesverband
       Nordrhein-Westfalen durch die Firma Tönnies eingegangen“. Das teilte der
       größte CDU-Landesverband der Neuen Westfälischen mit. Wohin die
       Spendenbeträge der Tönnies Holding in Rheda-Wiedenbrück sonst flossen,
       verriet auf Anfrage der Zeitung weder die Landes- noch die Bundes-CDU. Laut
       dem Portal Lobbypedia und dem Rechenschaftsbericht des Deutschen Bundestags
       hat Tönnies im nordrhein-westfälischen Landtagswahljahr 2017 einen Betrag
       von 32.500 Euro an die CDU gespendet. Insgesamt soll Tönnies seit 2005
       einen Betrag von rund 147.000 Euro an die CDU gespendet haben. „Solche
       Spenden helfen sicherlich, um gegenüber einer Partei Gehör zu finden“,
       sagte Ulrich Müller von LobbyControl. (dpa)
       
       ## 7.600 Neuinfektionen binnen 24 Stunden in Russland
       
       9.53 Uhr: In Russland sind binnen 24 Stunden 7.600 Neuinfektionen bestätigt
       worden. Insgesamt wurde nach Behördenangaben bei 592.280 Menschen das
       Coronavirus nachgewiesen – das ist die dritthöchste Zahl weltweit nach den
       USA und Brasilien. 95 weitere Menschen seien an oder mit dem Coronavirus
       gestorben. Im ganzen Land sind es damit insgesamt 8.206. Am Tag zuvor waren
       7.728 Neuinfektionen und 109 Todesfälle gemeldet worden. (rtr)
       
       ## Heil kündigt härtere Maßnahmen für Fleischindustrie an
       
       9.25 Uhr: Nach dem [7][massiven Corona-Ausbruch bei dem Schlachtbetrieb
       Tönnies] will Arbeitsminister Hubertus Heil, SPD, Missstände in der
       Fleischindustrie beseitigen. Im ARD-“Morgenmagazin“ kündigte er scharfe
       Maßnahmen an: „Wir machen jetzt Schwerpunktrazzien der
       Arbeitsschutzbehörden des Zolls. Wir müssen auch dafür sorgen, dass sich im
       Grunde genommen im System etwas ändert“, sagte Heil. [8][Es müsse mit den
       vielen Subunternehmen und der Ausbeutung von Menschen Schluss sein],
       betonte Heil. „Unter der Bedingung der Pandemie wird aus dieser Form von
       Ausbeutung ein allgemeines Gesundheitsrisiko. Das kann sich diese
       Gesellschaft nicht länger bieten lassen“, sagte der SPD-Politiker. Bereits
       in der Vergangenheit habe es immer Anläufe gegeben, die Bedingungen in der
       Fleischindustrie zu verbessern, doch diese Versuche seien im
       parlamentarischen Verfahren immer wieder verwässert worden. (epd)
       
       ## Deutsche Baubranche sieht keinen Nutzen in Steuersenkung
       
       9.17 Uhr: Die deutsche Baubranche wird nach eigenen Angaben nicht von der
       vorübergehenden Senkung der Mehrwertsteuer profitieren. Der
       mittelständische Verband ZDB moniert „mehr Bürokratie und höhere Kosten“ –
       ohne dass es zu mehr Investitionen komme. „Denn niemand wird ein Haus
       bauen, nur weil die Mehrwertsteuer drei Prozentpunkte niedriger ist“,
       erklärt ZDB-Präsident Reinhard Quast. (rtr)
       
       ## In Krankenhäusern wird für die zweite Welle trainiert
       
       9.07 Uhr: In der EU bereiten sich Krankenhäuser auf [9][eine zweite
       Infektionswelle] vor, indem Reservekräfte ausgebildet und mobiler gemacht
       werden. „Wir brauchen eine Gesundheitsarmee“, sagt Maurizio Cecconi,
       gewählter Präsident der Europäischen Gesellschaft für Intensivmedizin
       (ESICM) und Chef der Intensivstation eines Krankenhauses in Mailand. „Wenn
       es eine weitere große Welle gibt, sollten wir bereit sein, Ärzte und
       Krankenschwestern aus nahe gelegenen Regionen Italiens einzusetzen. Dies
       ist in der ersten Welle nicht ausreichend geschehen.“ Der amtierende
       ESICM-Präsident Jozef Kesecioglu sagt, viele Mediziner und Pflegekräfte
       hätten in der ersten Welle einen Schnellkurs im Umgang mit
       Covid-19-Patienten erhalten und sollten nun ausführlicher geschult werden.
       (rtr)
       
       Festnahme nach Auseinandersetzung in Göttingen 
       
       8.06 Uhr: Nach den Ausschreitungen an einem unter Quarantäne stehenden
       Wohnkomplex in Göttingen hat es eine Festnahme gegeben. Ein Tatverdächtiger
       sei am frühen Sonntagabend auf dem Gelände wiedererkannt und festgenommen
       worden, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. [10][Bei den
       Ausschreitungen] wurden am Samstag acht Polizeibeamte verletzt, die
       Einsatzkräfte wurden nach Polizeiangaben mit Flaschen, Steinen,
       Metallstangen, Haushaltsgegenständen und Pyrotechnik beworfen. Bereits seit
       Donnerstag dürfen die rund 700 Bewohner die Gebäude nicht mehr verlassen.
       Zuvor waren rund 120 von ihnen positiv auf das Coronavirus getestet worden.
       Nach Angaben der Stadt leben die Menschen unter prekären Verhältnissen, die
       Wohnungen sind nur 19 bis 39 Quadratmeter groß – teils sind hier Familien
       mit vier Kindern untergebracht. (dpa)
       
       Spahn fordert entschlossenes Handel im Fall Tönnies 
       
       7.55 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU, hat ein entschlossenes
       Handeln zur Eindämmung des Virus-Ausbruchs beim Fleischfabrikanten Tönnies
       gefordert. Zugleich warnte er vor einem Übergreifen auf ganz Deutschland:
       „Jetzt gilt es, jeden regionalen Ausbruch umgehend einzudämmen und die
       Infektionsketten zu unterbrechen“, sagte Spahn der Rheinischen Post. „Nur
       mit entschlossenem Handeln vor Ort in Ostwestfalen kann ein Übergreifen auf
       ganz Deutschland verhindert werden“, sagte Spahn.
       
       Nach dem massiven Corona-Ausbruch bleibt die Großschlachterei Tönnies im
       nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück geschlossen. Bis
       Sonntagnachmittag wurden nach Behördenangaben rund 1.330 Beschäftige vor
       allem aus Osteuropa positiv auf das Coronavirus getestet. Die
       Landesregierung unter Armin Laschet, CDU, [11][entschied sich am Sonntag
       aber gegen einen Lockdown] und damit das massive Runterfahren des
       öffentlichen Lebens für die ganze Region. (epd)
       
       Zwei neue Coronavirus-Fälle in Neuseeland 
       
       6.59 Uhr: Neuseeland hat zwei weitere Coronavirus-Fälle registriert. Damit
       hat das Land nun neun aktive Fälle, n[12][achdem es zu Beginn des Monats
       noch frei von aktiven Fällen war]. Alle diese Fälle beträfen Menschen, die
       kürzlich angekommen und nun in Quarantäne seien, und es gebe keine
       Nachweise von Übertragungen in der Gemeinde, sagten Gesundheitsexperten am
       Montag. Die jüngsten Fälle betreffen demnach Menschen, die aus Indien und
       Pakistan wiederkamen. (dpa)
       
       ## RKI meldet 537 Neuinfektionen in Deutschland
       
       5.33 Uhr: In Deutschland ist die Zahl der Corona-Infizierten nach Angaben
       des Robert-Koch-Instituts binnen eines Tages [13][um 537 auf 190.359
       gestiegen]. Drei weitere Todesfälle sind im Zusammenhang mit Covid-19
       verzeichnet. Die Zahl der Toten beläuft sich demnach auf 8.882. (rtr)
       
       ## Zahl der Neuinfektionen in Peking nimmt ab
       
       4.33: Die nationale Gesundheitskommission in China meldet binnen 24 Stunden
       18 neue bestätigte Coronavirus-Fälle, neun davon in Peking. [14][Tags zuvor
       waren 26 Fälle aufgetreten, darunter 22 in der Hauptstadt]. Nach
       offiziellen Angaben sind sieben weitere asymptomatische Fälle verzeichnet,
       die in China nicht zu den bestätigten Fällen zählen, da die Infizierten
       keinerlei Symptome zeigen. (rtr)
       
       ## Spahn: Neustrukturierung der Krankenhäuser notwendig
       
       2.02 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU, will mit einer
       umfassenden Aufarbeitung der Corona-Politik und einem Umbau der
       Krankenhauslandschaft Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen. „Ich hielte es
       für eine gute Idee, wenn der Gesundheitsausschuss zusammen mit
       ausgewiesenen Experten eine große Evaluation erarbeitet, aus der wir für
       die nächste vergleichbare Situation lernen können“, sagt Spahn in einem
       Interview der Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft.
       Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollten nicht nur aufgeschrieben, sondern
       auch zügig umgesetzt werden. Dabei sieht er die Notwendigkeit von
       Restrukturierungen der Krankenhauslandschaft. Die hohe Zahl an
       Intensivbetten habe sich zwar bewährt, aber die Coronakrise habe auch
       gezeigt, „dass wir gute Konzepte für regionale Versorgung brauchen, gerade
       bei den Krankenhäusern“. (rtr)
       
       ## WHO meldet mehr Neuinfektionen als je zuvor
       
       1.05 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet einen Rekordanstieg
       bei den weltweiten Coronavirus-Fällen. Die Gesamtzahl der Neuinfektionen
       steigt nach offiziellen Daten innerhalb eines Tages um 183.020. Laut dem
       täglichen Bericht der WHO meldet Nord- und Südamerika mit über 116.000 den
       größten Teil der Neuinfektionen. Weltweit sind nach Angaben der WHO mehr
       als 8,7 Millionen Menschen an dem Virus erkrankt und mehr als 461.000 an
       den Folgen von Covid-19 gestorben. Bislang war am 18. Juni mit 181.232
       Fällen der größte Anstieg seit dem Ausbruch des Virus verzeichnet worden.
       (rtr)
       
       ## Mehr als eine Million Infektionen in Brasilien
       
       0.38 Uhr: Brasilien verzeichnet nach offiziellen Angaben im Zusammenhang
       mit dem neuartigen Coronavirus mehr als eine Million Fälle und mehr als
       50.000 Todesopfer. Die [15][Zahl der Toten ist nach Angaben des
       Gesundheitsministeriums binnen 24 Stunden um 641 auf 50.617 gestiegen].
       Weitere 17.459 Infektionen lassen die Gesamtzahl der bestätigten Fälle auf
       1.085.038 klettern. Brasilien verzeichnet nach den USA weltweit die meisten
       Corona-Infektionen und Todesfälle infolge der Atemwegserkrankung Covid-19.
       Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer mangels breiter
       Testmöglichkeiten weitaus höher liegen könnte. (rtr)
       
       ## Zahl der Neuinfektionen in USA bleibt hoch
       
       0.00 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen in den USA liegt weiter auf dem
       höchsten Niveau seit Wochen. Nach Angaben der Seuchenschutz-Behörde CDC
       klettert die Zahl der Infizierten zuletzt um 32.411 auf knapp 2,25
       Millionen. Schon am Samstag hatte sie bei rund 32.000 gelegen, nachdem sie
       seit Mitte Mai teils deutlich unter diesem Wert gelegen hatte. Die Zahl der
       neuen Virus-Toten lag mit 560 indes erneut etwas niedriger als an den
       Vortagen. Insgesamt sind bislang nach amtlichen Angaben 119.615 Menschen in
       den USA an Covid-19 gestorben. (rtr)
       
       [16][Hier] finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der
       taz zum Thema finden sich in unserem [17][Schwerpunkt Coronavirus].
       
       22 Jun 2020
       
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