# taz.de -- Besetzung des Dragoner-Areals: Wo sind all die Besetzer hin?
       
       > Die Jugendlichen, die im Dragoner-Areal neue Räume für Potse und
       > Drugstore besetzen wollten, waren gut versteckt. Es half aber nicht.
       
 (IMG) Bild: Polizei auf dem Dragoner-Areal
       
       Berlin taz | „Wir haben das gesamte Objekt begangen und niemanden
       angetroffen“, sagt der Einsatzleiter der Polizei am Montagmittag am
       [1][Dragoner-Areal]. Auch für die Vertreter der Berliner
       Immobilienmanagement GmbH (BIM), Eigentümerin der barackenartigen Gebäude
       auf dem ehemaligen Kasernengelände, ist die Besetzung zu diesem Zeitpunkt
       abgeschlossen. Die von innen an den Fensterscheiben angebrachten
       Transparente wurden abgehängt, Schäden seien nicht festgestellt worden.
       
       Unterdessen twittert der Kanal der Besetzer*innen: „Die Bullen sind zu doof
       um uns zu finden und behaupten dass keine Besetzung vorliegen würde. Tja,
       Pech wir sind noch drinnen.“ Selbst eine Kontaktperson der jugendlichen
       Aktivist*innen ist ratlos. Immer wieder telefoniert sie mit jemandem, der
       versichert, dass sich noch Menschen in einem verschlossenen Raum befinden.
       Sich bemerkbar machen können oder wollen sie aber nicht. Ist alles nur ein
       Spiel der Besetzer*innen?
       
       Am Sonntagmittag hatten sie sich Zutritt zu dem Gebäude verschafft. Draußen
       stoppte da gerade eine Fahrraddemo, die unter dem Motto „Jugend braucht
       Frei(t)räume“ Orte für die selbst verwalteten Jugendzentren [2][Potse] und
       Drugstore forderte.
       
       Das Drugstore ist nach seinem erzwungenen Auszug aus der Potsdamer Straße
       seit anderthalb Jahren ohne Bleibe – der Einzug in einen Ersatzraum erst
       nächstes Jahres möglich. Der Potse, die sich geweigert hatte, ihre
       Schlüssel abzugeben, droht demnächst die Räumung. In ihrem ersten Tweet
       forderten die Besetzer*innen des Dragoner-Areals, „dass die Räume
       unverzüglich dem Drugstore und der Potse zur Verfügung gestellt werden“.
       
       ## Städtebauliches Modellprojekt
       
       Noch am Sonntagabend hatte die Polizei eine Blockade von Unterstützer*innen
       auf dem Areal geräumt und sich auf eine Räumung vorbereitet, diese dann
       aber doch abgesagt. Montagmorgen hielten noch etwa zwei Dutzend Menschen
       eine Mahnwache außerhalb des Geländes, das, nachdem es vor der
       Privatisierung gerettet wurde, nun unter Partizipation von Initiativen zu
       einem städtebaulichen [3][Modellprojekt für bezahlbares Wohnen, Kultur und
       Gewerbe] entwickelt werden soll.
       
       Die Initiative „Stadt von unten“, die zunächst darauf verwiesen hatte, dass
       die besetzten Flächen als temporäre Ausgleichsflächen für Gewerbetreibende
       während des Umbaus gebraucht würden, stellte sich am Montag gegen eine
       Räumung.
       
       Inzwischen hatten sich die Besetzer*innen nämlich gefunden. Bei einem
       erneuten Rundgang des Anwalts und der BIM-Vertreter traf man auf eine
       verschlossene Tür, durch die hindurch mit den Aktivist*innen kommuniziert
       wurde. Die BIM gab sich verhandlungsbereit, forderte aber, dass die Räume
       zuerst verlassen werden müssten. Die Unterstützer*innen stürmten daraufhin
       das Gelände, um eine Tür zu blockieren.
       
       Doch es half nichts. Die Polizei kam dem Räumungsantrag nach und
       verschaffte sich am Nachmittag Zugang. Dort traf sie auf sechs Personen,
       die in Gewahrsam genommen wurden.
       
       29 Jun 2020
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) Erik Peter
       
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