# taz.de -- Alkoholverkauf in Bremen: Zu defensive Polizeipraxis
> Der Bremer Senat will ein Alkoholverkaufs-Verbot für Brennpunkte am
> Wochenende ab 22 Uhr. Die Polizei soll aber nicht strenger kontrollieren.
(IMG) Bild: So einen Polizeieinsatz wie im Mai 2019 will Innensenator Ulrich Mäurer verhindern
Bremen taz | Der Plan des Senats, an Wochenenden Alkoholverkäufe außer Haus
an ausgewählten Hotspots ab 22 Uhr zu verbieten, sollte eine Reaktion auf
die jüngsten [1][Verstöße gegen die Abstandsregel im Viertel] sein. Das
dürfte die klügeren der partyaffinen Menschen, die auf die Idee kommen,
sich ihre Getränke einfach vorher in einem Laden ihrer Wahl zu kaufen oder
aus dem heimischen Kühlschrank mitzunehmen, aber nicht weiter stören.
Politiker:innen und Gastronom:innen hatten eher auf einen künftig
restriktiveren Einsatz von Polizei und Ordnungsamt als Reaktion auf die
Partynacht gehofft. Nicht die Lieblingsstrategie von Innensenator Ulrich
Mäurer, (SPD) wie er schnell klargestellte. Bei der Kontrolle der neuen
Regel werde die Polizei „wie bisher immer den richtigen Mittelweg finden“,
versicherte er. Wie bisher immer?
Freitagnacht waren die Beamt:innen sehr spät eingeschritten. Zu spät. Die
Strategie des Senats, lieber darauf zu setzen, dass die Menschen angesichts
des neuen Verbots einsichtig sind und ihr Verhalten anpassen, ist
fragwürdig: Denn mit den Abstandsregeln gibt es bereits eine Regel, die
zielgenau auf eine Vermeidung von Übertragungen ausgerichtet und
gesellschaftlich breit anerkannt ist.
Was fehlt, ist die entsprechende Durchsetzung – wozu die Bremer Polizei an
anderer Stelle durchaus fähig ist. Ihre Großzügigkeit ist in diesem Fall
ein Freifahrtschein für Einzelne, die mit ihrem Verhalten andere gefährden.
17 Jun 2020
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(DIR) Alina Götz
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