# taz.de -- Verbände fordern Regeln für Schadstoffe: Hormongift in Plastik
       
       > Umwelt- und Verbraucherorganisationen wollen endokrine Disruptoren
       > regulieren. Die hormonwirksamen Substanzen können krank machen.
       
 (IMG) Bild: Endokrine Disruptoren sind z.B. in Sonnenschutzmitteln
       
       Berlin taz | Umwelt- und Verbraucherverbände haben die Regierung
       aufgefordert, die Bevölkerung besser vor hormonwirksamen Chemikalien zu
       schützen. Die Organisationen, darunter PAN Germany und CHEM Trust Europe
       appellieren an die Bundesregierung, „wie Frankreich Maßnahmen zu ergreifen,
       die dazu beitragen, die Exposition für Menschen und Umwelt gegenüber
       endokrinen Disruptoren“ merklich zu senken, heißt es in dem [1][am Dienstag
       veröffentlichten Aufruf].
       
       Endokrine Disruptoren stören den [2][Hormonhaushalt, sie können Krankheiten
       wie Krebs] auslösen oder zu Unfruchtbarkeit und Schädigungen der Keimbahn
       führen. Zu den Risikogruppen gehören vor allem Kinder und Schwangere. Die
       ganz unterschiedlichen Chemikalien finden sich in zahlreichen
       Alltagsprodukten, etwa in Verpackungen, Spielzeug oder Kosmetika.
       
       Wissenschaftliche Organisationen wie die Deutsche Gesellschaft für
       Endokrinologie warnen, dass insbesondere das Zusammenwirken vieler
       unterschiedlicher endokriner Disruptoren problematisch sei. „Wir nehmen
       diese Stoffe über die Luft, Nahrungsmittel, Wasser und den Gebrauch von
       belasteten Produkten auf“, heißt es in dem Aufruf der Verbände. Nur sehr
       wenige der Stoffe seien verboten oder reguliert, dies müsse die
       Bundesregierung ändern.
       
       ## Vorbild Frankreich
       
       Der Bundestag befasst sich an diesem Mittwoch bei einer öffentlichen
       Anhörung mit hormonstörenden Chemikalien. Die Anhörung erörtert den Antrag
       der Fraktion der Grünen, die Bundesregierung solle nach dem Vorbild
       Frankreichs einen Nationalen Aktionsplan zum Schutz der menschlichen
       Gesundheit und der Umwelt vor hormonstörenden Chemikalien vorlegen.
       
       Der zuständige Wirtschaftsverband der Chemischen Industrie (VCI) hingegen
       hält den bestehenden Rechtsrahmen für Chemikalien, Pflanzenschutzmittel,
       Biozide und Kosmetika für geeignet, endokrine Disruptoren zu identifizieren
       und zu regulieren. Außerdem arbeite auch die EU-Kommission an dem Thema, so
       dass auf nationale Alleingänge verzichtet werden solle.
       
       16 Jun 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.wecf.org/de/wp-content/uploads/2018/10/EDCs-B%C3%BCndnis-90_Gr%C3%BCne_Antrag_NGO_Statement_final.pdf
 (DIR) [2] /Endokrine-Disruptoren/!5310356/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Heike Holdinghausen
       
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