# taz.de -- Pläne für Rekommunalisierung: Landrat will Krankenhaus kaufen
       
       > Im mecklenburgischen Landkreis Ludwigslust-Parchim soll demnächst die
       > Entscheidung über den Rückkauf einer Klinik fallen.
       
 (IMG) Bild: Immer wieder protestierten die Crivitzer*innen für den Erhalt der Geburtshilfe
       
       Hamburg taz | Nach Monaten der Vorbereitung entscheidet der Kreistag
       Ludwigslust-Parchim in der kommenden Woche über die mögliche
       [1][Rekommunalisierung des Krankenhauses in Crivitz]. Dass der private
       Betreiber der Klinik in Mecklenburg-Vorpommern, Mediclin, im Dezember
       ankündigte, die Gynäkologie und Geburtshilfe zu schließen, hatte bei
       Crivitzer*innen und in der Politik für Protest gesorgt.
       
       Der Vorwurf: Mediclin [2][ignoriere den Versorgungsauftrag], weil die
       Abteilung nicht genug Profit abwerfe. Seither steht die Rekommunalisierung,
       die auch im Landtag viel Unterstützung erfährt, im Raum.
       
       Die Beschlussvorlage für die entscheidende Kreistagssitzung am 4. Juni ist
       bereits öffentlich. Demnach soll der Landkreis das Krankenhaus kaufen.
       Dafür soll eine gemeinnützige Gesellschaft gegründet werden. Der
       entsprechende Vertrag dafür liegt auch schon vor.
       
       Geheim bleiben die Konditionen, zu denen der Landkreis das Krankenhaus
       übernehmen will. Das wird im nicht öffentlichen Teil der Sitzung besprochen
       werden. Dass die Klinik „erheblich bilanziell überschuldet“ ist, ist
       bekannt und steht auch [3][in der Beschlussvorlage]. Bei der Entschuldung
       des Hauses soll demnach das Land helfen.
       
       ## Keine Garantie für die Geburtshilfe
       
       Klar ist, dass es nach der Übernahme der Klinik nicht weitergehen würde wie
       bisher. Angesichts bestehender Probleme sei erkennbar, dass eine Änderung
       der medizinischen Ausrichtung des Hauses nicht vermeidbar sei, heißt es.
       Eine Garantie für alle Abteilungen, auch die Geburtshilfe, gibt es also
       nicht. Es solle geprüft werden, inwieweit eine Kooperation mit anderen
       Krankenhausträgern möglich sei.
       
       Und da könnten wieder Private ins Spiel kommen. Nach Informationen des NDR
       soll es schon Gespräche zwischen dem Landkreis und Helios gegeben haben.
       Der Konzern betreibt ein Krankenhaus in Schwerin. Das sei Spekulation, sagt
       der Sprecher des Landrats.
       
       Sollte der Kreistag der Vorlage zustimmen, sieht diese den „zeitnahen“
       Abschluss der Kaufvertragsverhandlungen vor, damit die Klinik zum ersten
       Januar 2021 übernommen werden kann.
       
       30 May 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Kliniken-zurueck-in-oeffentliche-Hand/!5682134
 (DIR) [2] /Konzern-will-Geburtshilfe-schliessen/!5647400
 (DIR) [3] http://www.lwl-pch.sitzung-online.de/bi/___tmp/tmp/45081036974182802/974182802/00223588/88.pdf
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marthe Ruddat
       
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