# taz.de -- Generalinspekteur der US-Geheimdienste: Trump feuert Atkinson
       
       > Michael Atkinson hatte durch die Weitergabe der Beschwerde eines
       > Whistleblowers das Impeachment-Verfahren ins Rollen gebracht. Jetzt ist
       > er seinen Job los.
       
 (IMG) Bild: Nach der Mitteilung Trumps wird Atkinson in 30 Tagen aus dem Amt scheiden
       
       Washington dpa | Nach seinem [1][Freispruch im Amtsenthebungsverfahren]
       wegen der Ukraine-Affäre entlässt US-Präsident Donald Trump den
       Generalinspekteur der Geheimdienste, Michael Atkinson. In einem Schreiben
       Trumps an die Vorsitzenden der Geheimdienstausschüsse im Senat und im
       Repräsentantenhaus vom Freitagabend (Ortszeit) hieß es, er habe das
       Vertrauen in Atkinson verloren.
       
       Dieser spielte eine zentrale Rolle darin, die [2][Ukraine-Affäre] ins
       Rollen zu bringen, die letztlich zum Amtsenthebungsverfahren gegen Trump im
       Kongress führte. Nach der Mitteilung Trumps wird Atkinson in 30 Tagen aus
       dem Amt scheiden. Einen Nachfolger nannte der US-Präsident nicht.
       
       Als interner Aufseher der Geheimdienste hatte Atkinson die Beschwerde eines
       Whistleblowers an den Kongress weitergeleitet, die sich auf ein Telefonat
       Trumps mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bezog. Den
       Vorwürfen zufolge soll Trump Selenskyj zu Ermittlungen gegen seinen
       demokratischen Rivalen Joe Biden gedrängt haben, um die US-Präsidentenwahl
       2020 zu seinen Gunsten zu beeinflussen.
       
       Das führte zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Trump, der Anfang Februar
       vom Senat freigesprochen wurde. In dieser Parlamentskammer haben Trumps
       Republikaner die Mehrheit. Das von den Demokraten kontrollierte
       Repräsentantenhaus hatte Trump im Dezember wegen Machtmissbrauchs und
       Behinderung der Ermittlungen im Kongress angeklagt. Trump sprach von einer
       „Hexenjagd“ und drohte Hinweisgebern in der Affäre „schwere Konsequenzen“
       an.
       
       ## Demokraten üben scharfe Kritik
       
       Nach Trumps Freispruch waren ein Ukraine-Experte des Nationalen
       Sicherheitsrats im Weißen Haus, Oberstleutnant Alexander Vindman, und der
       US-Botschafter bei der EU, [3][Gordon Sondland], von ihren Aufgaben
       entbunden worden. Beide hatten im Kongress gegen den Präsidenten ausgesagt,
       nachdem sie unter Strafandrohung vorgeladen worden waren.
       
       Scharfe Kritik an der Entlassung Atkinsons kam am Freitagabend von den
       Demokraten im Kongress. Der Minderheitenführer der Demokraten im Senat,
       Chuck Schumer, [4][schrieb auf Twitter]: „Michael Atkinson ist ein Mann von
       Integrität, der unserer Nation seit fast zwei Jahrzehnten dient. Dass er
       gefeuert wurde, weil er den Mut hatte, den Mächtigen die Wahrheit zu sagen,
       macht ihn zu einem Patrioten.“
       
       Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, Adam
       Schiff, bezeichnete Trumps nächtliche Entscheidung, Atkinson zu feuern, als
       weiteren Versuch, Vergeltung an jenen zu üben, „die es wagen, die
       Missetaten des Präsidenten aufzudecken“.
       
       4 Apr 2020
       
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