# taz.de -- Corona und die Börse: Shutdown für Spekulanten – jetzt!
       
       > Es ist nicht nachvollziehbar: Fast alles wird geschlossen, nur die
       > Aktienmärkte bleiben offen.
       
 (IMG) Bild: Die Geschäfte laufen noch weiter, wie hier an der New Yorker Börse
       
       Es ist typisch, aber trotzdem erstaunlich: Fast alles wird geschlossen, nur
       [1][die Börsen bleiben offen]. Ein Schließen hätte nichts gebracht, heißt
       es lakonisch auf Anfrage. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Dass sie nicht
       geschlossen wurden, hat große Probleme gebracht. Auch für jene, die
       glauben, sie hätten damit nichts zu tun.
       
       [2][Denn an den Börsen sind nicht nur Spekulanten tätig]. Die meisten
       BürgerInnen sind über Beteiligungsfonds, Lebensversicherungen,
       Riester-Renten oder andere Formen der privaten Altersvorsorge von den
       Börsen abhängig. Durch den Absturz der Börsenkurse haben sie inzwischen
       viel Wohlstand verloren. Bis Mitte März waren es rund 20.000 Milliarden
       Dollar weltweit.
       
       Doch damit nicht genug. Die Börsen wären im Kapitalismus nicht das, was sie
       sind, wenn nicht die Verluste der einen die Gewinne anderer wären.
       [3][Längst spekulieren vor allem US-amerikanische Hedgefonds] mit
       sogenannten Leerverkäufen auf sinkende Kurse: Sie leihen sich heute für
       Milliardensummen Aktien oder andere Wertpapiere und verkaufen diese sofort
       wieder zum aktuellen Kurs.
       
       Aufgrund der großen Menge an Wertpapiere fallen sofort die Kurse der
       Wertpapiere. Dann kaufen die Spekulanten sie morgen zu einem sehr viel
       geringeren Kurs, als sie diese einige Tage zuvor verkauft haben. Einige
       Hedgefonds strichen damit zweistellige Milliardengewinne ein. Frankreich,
       Spanien, Italien und Belgien haben solche Leerverkäufe längst verboten,
       Deutschland, Großbritannien und USA allerdings nicht.
       
       Fazit: In Zeiten einer tiefen Krise können hohe Wohlstandsverluste und
       Spekulationsgewinne an Börsen nur verhindert werden, wenn sie genauso
       geschlossen werden wie andere Handelshäuser und Geschäfte. Was nach dem 11.
       September 2001 richtig und möglich war, muss auch in der Corona-Krise
       möglich sein.
       
       30 Mar 2020
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Wegen-Corona-Krise/!5672389
 (DIR) [2] /Konzertierte-Notenbanken-Aktion/!5669321
 (DIR) [3] /Zehn-Fragen-zum-Coronavirus/!5664168
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Wolfgang Kessler
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
 (DIR) Partnerbörsen
 (DIR) Schwerpunkt Finanzkrise
 (DIR) Verbraucherschutz
 (DIR) Börse
 (DIR) Wir retten die Welt
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
 (DIR) Schwerpunkt Coronavirus
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Aktienkurs von GameStop: Wertlos bleibt wertlos
       
       Die Videospielkette GameStop taumelt, ihr Aktienkurs steigt rasant. Diese
       Spekulation kann nicht funktionieren.
       
 (DIR) Nachrichten mit Nährwert: Heiße Kurven statt kalter Kaffee
       
       Seit Corona interessieren uns seriöse Zahlen. Da ist es Zeit, den Unsinn
       der Börsennachrichten zu beenden und relevante Infos zu verbreiten.
       
 (DIR) Wegen Corona-Krise: EZB legt Notkaufprogramm auf
       
       Die Europäische Zentralbank will die wirtschaftlichen Folgen der
       Corona-Seuche abfedern. Es sollen für 750 Milliarden Euro Anleihen gekauft
       werden.
       
 (DIR) Konzertierte Notenbanken-Aktion: Zinssenkung gegen Virus-Folgen
       
       Die Weltwirtschaft leidet unter dem Coronavirus. Die US-Notenbank senkt den
       Leitzins. Die Börsenkurse stiegen – allerdings nur kurz.
       
 (DIR) Zehn Fragen zum Coronavirus: Wie heftig wird es?
       
       Ist Panik angebracht? Sind Atemschutzmasken sinnvoll? Oder sollte man
       besser Aktien kaufen? Und was sagt der Bundesgesundheitsminister?