# taz.de -- Coronavirus in Berlin: Schneller als die Polizei erlaubt
       
       > Auch in den Reihen der Berliner Polizei gibt es einen Infizierten. Ab
       > Montag soll es für alle BerlinerInnen neue Teststationen geben.
       
 (IMG) Bild: Hier geht's lang: Neuer Coronatestort in Prenzlauer Berg
       
       Berlin dpa | Das Coronavirus zwingt immer mehr Behörden und öffentliche
       Einrichtungen in Berlin zu Notfallplänen, darunter auch die Polizei. Am
       [1][Samstag war bekannt geworden], dass sich ein Beamter mit dem neuartigen
       Virus angesteckt hat. Er habe sich nicht im Dienst infiziert und gehöre der
       32. Einsatzhundertschaft an, teilte die Polizei via Twitter mit. Demnach
       ermittelte die zuständige Amtsärztin 35 Kolleginnen und Kollegen
       unterschiedlicher Dienststellen als unmittelbare Kontaktpersonen. Sie
       wurden unter häusliche Quarantäne gestellt.
       
       Nach Angaben der Senatsverwaltung für Gesundheit handelt es sich bei dem
       Polizisten um den insgesamt 28. bekannten Infektionsfall in Berlin. Am
       Samstagmorgen waren es noch 24 Fälle gewesen, am Freitag 19 – bis die Zahl
       der nachgewiesenen Infektionen am frühen Sonntagnachmittag auf 40 stieg.
       Die meisten wurden dabei für die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf (9) und
       Mitte (8) registriert. Das Robert Koch-Institut zählte bis Sonntagmorgen
       für ganz Deutschland mehr als 840 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2.
       Außer Sachsen-Anhalt sind mittlerweile alle Bundesländer betroffen.
       
       Bei der Polizei soll eine Koordinierungsstelle dafür sorgen, dass sie trotz
       des Coronavirus einsatzbereit und arbeitsfähig bleibt. Diese sei bereits
       „faktisch eingerichtet“, sagte Sprecher Thilo Cablitz am Sonntag. Die
       Polizeipräsidentin Barbara Slowik habe zugesichert, dass
       Personalvertretungen, Gewerkschaften und Berufsverbände in die Arbeit der
       Koordinierungsstelle einbezogen werden. Die Stelle greife auch auf schon
       erarbeitete Pandemiepläne zurück.
       
       „Wir erwarten, dass die Polizeiführung transparent und stets aktuell über
       die Entwicklung informiert und unverzüglich entsprechende Maßnahmen trifft,
       um den Kreis an Betroffenen möglichst gering zu halten“, sagte der Sprecher
       der Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Samstag. „Wenn wir innerhalb
       einer Hundertschaft einen Fall haben, legt das potenziell 100 Kräfte außer
       Gefecht, so dass wir in den nächsten Wochen Einsätze, wenn möglich, eher
       mit kleineren Einheiten durchführen sollten.“
       
       Wer sich bei Infektionsverdacht testen lassen will, hat dazu ab
       Wochenbeginn mehr Möglichkeiten als zuvor: Der landeseigene Klinikkonzern
       Vivantes will zwei Abklärungsstellen für das neue Coronavirus eröffnen. Sie
       sollen von 10 Uhr an bereitstehen: am Wenckebach-Klinikum in Tempelhof
       (Eingang Albrechtstraße) sowie in Räumlichkeiten des ehemaligen
       Klinikstandorts Prenzlauer Berg (Eingang Diesterwegstraße).
       
       ## Erst wird beraten
       
       Ob eine Diagnostik sinnvoll ist, entschieden Mediziner nach einem
       Beratungsgespräch, hieß es im Vorfeld. Der Hals- und Rachenabstrich für
       einen Test kann dann sofort dort gemacht werden. Den Anfang hatte eine
       schon länger arbeitende Abklärungsstelle der Charité auf dem Campus des
       Virchow-Klinikums gemacht.
       
       8 Mar 2020
       
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