# taz.de -- Brand im Flüchtlingslager auf Lesbos: Beileid reicht nicht
       
       > Beim Feuer in Moria ist ein Kind gestorben. Griechenland und die EU
       > müssen die Menschen aus dem Lager holen.
       
 (IMG) Bild: Verwüstung: Nach dem Brand mit einem toten Kind im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos
       
       Brand im Flüchtlingslager von Moria auf der griechischen Insel Lesbos.
       [1][Ein sechsjähriges Kind stirbt]. Harte Fakten, die zutiefst erschüttern.
       Auch wenn die Brandursache am Dienstag noch unklar war und die Behörden
       eher von einem Unfall als von Brandstiftung ausgehen: Es war nur eine Frage
       der Zeit. Es war vorauszusehen in einem Lager, in dem auf engstem Raum über
       20.000 Menschen – darunter etwa ein Drittel Kinder – in Zelten und selbst
       gezimmerten Hütten aus Holz und Pappkarton leben, in denen sie Holz
       anzünden, um zu kochen oder schlicht um die bittere Kälte ertragen zu
       können, und in dem die Stromkabel unkontrolliert über die Zelte hängen. Vor
       wenigen Monaten erst kam dort eine Frau bei einem Brand ums Leben. Damals
       sprachen die Behörden von einem Kurzschluss als Brandursache.
       
       Diesmal soll das Feuer zu einer Zeit ausgebrochen sein, wo viele im Camp
       ihr Mittagessen zubereiten. Die Amateurvideos zeigen verzweifelte Menschen,
       die gegen die Flammen kämpfen. Und die griechische Feuerwehr? Sie rückte
       mit fünf Löschfahrzeugen und 13 Feuerwehrleuten an, hatte aber große
       Schwierigkeiten, überhaupt durchzukommen, was die Löscharbeiten verzögerte.
       Wen wundert das in einem dermaßen überfüllten Lager wie Moria? Freie
       Flächen, auf die die Menschen im Notfall ausweichen können, gibt es in
       Moria nicht.
       
       Der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis twitterte am Montag, er
       habe mit tiefstem Schmerz vom tragischen Verlust eine sechsjährigen Kindes
       erfahren, und sprach der Familie sein Beileid aus.
       
       Dabei ist er mitverantwortlich für eine Regierungspolitik, die es nicht
       schafft, diese Menschen [2][aus dem Lager zu holen]. Und die anderen
       EU-Länder? Die streiten sich immer noch darüber, wer wie viele unbegleitete
       Kinder aufnehmen soll und was das für Konsequenzen haben könnte. Als würden
       nur Kinder ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben in Sicherheit haben.
       Für allein reisende Geflüchtete und die vielen Familien in Moria ist
       anscheinend nirgendwo Platz.
       
       17 Mar 2020
       
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