# taz.de -- Corona in Deutschland: Mehr Betten,mehr Personal!
       
       > In China stieg die Sterblichkeitsrate deutlich, als die Fälle in die
       > Zehntausenden gingen. Deshalb sollten Krankenhäuser jetzt aufgerüstet
       > werden.
       
 (IMG) Bild: Je mehr Betten in Krankenhäusern, desto niedriger die Sterberate
       
       Das [1][Corona-Virus ist in Deutschland angekommen]. Und es ist nur eine
       Frage der Zeit, bis Infizierte im ganzen Land registriert sind. Trotzdem
       gibt sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gelassen und scheint
       es nicht für nötig zu halten, die Maßnahmen drastisch zu verschärfen. Er
       belässt es bei einem neu eingerichteten Krisenstab, der jeden Tag aufs Neue
       die Lage beurteilt.
       
       Auch das Robert-Koch-Institut sieht derzeit keinen Anlass für
       Massenquarantäne oder gar [2][die Abriegelung ganzer Städte]. Das Institut,
       an dessen Richtlinien sich Bund, Länder und Gesundheitsbehörden
       orientieren, geht davon aus, dass die Isolation der bislang rund ein
       Dutzend registrierten Infizierten hierzulande und die häusliche Isolation
       des Personenumfelds vorerst ausreicht. Von Alarmstimmung also keine Spur.
       Und das ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt auch gut so.
       
       Denn auch wenn die Zahl der Infizierten in den nächsten Tagen deutlich
       steigen wird – solange sie nicht in die Zehntausenden geht, kann von einem
       Notstand keine Rede sein. So erschreckend es ist, wie ansteckend dieses
       Virus ist – nach bisherigem Kenntnisstand weisen mehr als 80 Prozent der
       registrierten Infizierten nur milde, zum Teil auch gar keine Symptome auf.
       Rund 15 Prozent erkranken heftiger, ein bis zwei Prozent sterben. Das ist
       immer noch zu viel. Das deutsche Gesundheitssystem müsste aber imstande
       sein, diese Rate zumindest im eigenen Land deutlich zu senken.
       
       Die Auswertung jüngster Daten aus China haben gezeigt, dass die
       Sterblichkeit offenbar stark korreliert mit dem Zustand des jeweiligen
       Gesundheitssystems. In der besonders stark betroffenen Region Hunan ist die
       Sterblichkeitsrate dann deutlich gestiegen, als die Erkrankungsfälle in die
       Zehntausenden gingen. Ergo: Die Patienten sterben offenbar dann, wenn nicht
       mehr ausreichend Klinikbetten zur Verfügung stehen. Von solchen
       Verhältnissen ist das deutsche Gesundheitssystem mit den derzeit Dutzend
       Infizierten weit entfernt.
       
       Umso dringender ist es jetzt Aufgabe der Politik, möglichst rasch die
       Kapazitäten in den Kliniken aufzustocken. Vor allem im ländlichen Raum sind
       Gesundheitsämter auch ohne gefährlichen Virus oft unzureichend
       ausgestattet. Für alle anderen gilt: Ruhe bewahren und [3][bloß nicht mit
       Hamsterkäufen] von Medikamenten und Atemschutzmasken tatsächlich zu einer
       Notlage beitragen.
       
       Das Robert-Koch-Institut appelliert, sich an die gleichen Verhaltensweisen
       zu halten, die bei Grippe auch gelten: Nies- und Husetikette einhalten,
       gründlich Hände waschen und Abstand zu Erkrankten halten. Es bei solchen
       Appellen zu belassen scheint der derzeitigen Lage angemessen.
       
       27 Feb 2020
       
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