# taz.de -- Erstes Covid-19-Opfer in Europa: Corona-Todesfall in Paris
       
       > In Paris ist ein chinesischer Tourist dem Coronavirus erlegen. In Ägypten
       > gibt es nun auch einen Infizierten. Er ist in Quarantäne.
       
 (IMG) Bild: Im „L·hôpital Bichat“ starb ein an dem Coronavirus erkrankter Mensch
       
       Paris/Kairo dpa | Erstmals ist ein an dem Coronavirus erkrankter Mensch in
       Europa gestorben. Der chinesische Tourist sei in einer Pariser Klinik der
       Krankheit erlegen, teilte die französische Gesundheitsministerin Agnès
       Buzyn am Samstag mit. Bei dem Mann handelte es sich demnach um einen
       80-Jährigen aus der schwer betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei,
       in der auch Wuhan liegt. Der Tourist war Anfang Februar auf die
       Intensivstation des Krankenhauses Bichat in der französischen Hauptstadt
       gebracht worden. Sie sei gestern über den Tod des Mannes informiert worden,
       sagte Buzyn. Der Patient sei mehrere Tage in kritischem Zustand gewesen.
       
       In zahlreichen europäischen Ländern, auch in Deutschland, wurden in den
       vergangenen Wochen Menschen gemeldet, die [1][mit dem neuen Coronavirus
       infiziert sind]. Bislang war aber niemand gestorben, bei einigen Patienten
       verlief die Erkrankung nahezu ohne Symptome.
       
       Auf dem [2][chinesischen Festland stieg derweil] die Zahl der Todesfälle
       nach offiziellen Angaben auf 1523. Die Zahl der neu nachgewiesenen
       Erkrankungen stieg dort um 2641 auf 66 492 Fälle. Außerhalb des
       chinesischen Festlands sind im Rest der Welt bislang etwa 600 Erkrankungen
       bestätigt. Die auf den Namen Covid-19 getaufte Lungenkrankheit kann neben
       Fieber und Husten [3][schwere Atemwegsprobleme verursachen].
       
       Unterdessen hat das neuartige Coronavirus mit Ägypten auch das erste Land
       Afrikas erreicht. Das ägyptische Gesundheitsministerium teilte am
       Freitagabend in Kairo mit, betroffen sei eine ausländische Person. Zur
       Nationalität machte das Ministerium keine weiteren Angaben.
       
       ## Erster Corona-Fall in Ägypten
       
       Bei dem ersten Fall des neuartigen Coronavirus in Ägypten handelt es sich
       nach Angaben der Regierung um eine 33 Jahre alte ausländische Person.
       Gesundheitsministerin Hala Said machte in einem Fernsehinterview am
       Freitagabend jedoch keine weiteren Angaben zur Identität des Patienten.
       Auch die Nationalität blieb unklar. Der Fall sei nach der Ankunft des
       Patienten in Ägypten durch ein Screeningprogramm entdeckt worden, sagte sie
       dem Sender MBC Masr.
       
       Die infizierte Person zeige keinerlei Symptome und bleibe 14 Tage auf einer
       Isolierstation, erklärte die Gesundheitsministerin. Ägypten habe alle
       erforderlichen Maßnahmen nach den Standards der Weltgesundheitsorganisation
       (WHO) ergriffen. Said zufolge lebte der Patient in Ägypten mit drei anderen
       Menschen zusammen, die dieselbe Nationalität haben. Bei allen, die mit dem
       Patienten zu tun gehabt hätten, seien die Tests auf den Erreger negativ
       ausgefallen.
       
       Bei dem Fall handelt es sich um die erste Infektion mit dem neuartigen
       Virus in Afrika. Die [4][WHO arbeitet seit Wochen daran], Länder mit einem
       schwachen Gesundheitssystem in Afrika und anderswo auf einen möglichen
       Covid-19-Ausbruch vorzubereiten. Unter anderem schickte die WHO Material
       für Tests zum Nachweis einer Infektion an zahlreiche Länder, darunter
       Ägypten, Kongo, Äthiopien, Kenia und Ghana, wie WHO-Chef Tedros Adhanom
       Ghebreyesus vor kurzem sagte.
       
       Die WHO-Region Afrika sah in einer Analyse vom 13. Februar die meisten der
       47 Länder begrenzt vorbereitet auf einen Ausbruch, nur sieben wurden als
       angemessen vorbereitet beurteilt. Darunter waren Algerien und Madagaskar.
       Ägypten gehört nicht zu der Afrika-Region, sondern arbeitet in der WHO in
       einem Verbund „Östliches Mittelmeer“ mit Ländern wie Syrien, Saudi-Arabien
       und Afghanistan. Die WHO-Region Östliches Mittelmeer hält unter anderem in
       einem Logistikzentrum in Dubai medizinisches Material bereit, das im Fall
       eines Ausbruchs in das entsprechende Land geschickt werden kann.
       
       15 Feb 2020
       
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