# taz.de -- Google vs. EuGH: Kein Vorbeikommen an Google
       
       > Die von der EU-Kommission verhängten Strafzahlungen sind
       > wettbewerbsrechtlich richtig, reichen aber nicht aus.
       
 (IMG) Bild: Aufbau eines Google-Standes bei einer Technik-Messe in Las Vegas
       
       Es summiert sich: 2,42 Milliarden Euro hier, 1,49 Milliarden Euro da und
       zwischendurch auch noch mal 4,3 Milliarden. Das sind die Strafzahlungen,
       die die EU-Kommission in den vergangenen Jahren gegen [1][Google] verhängt
       hat. Auch wenn es mal um das Smartphone-Betriebssystem Android ging, mal um
       den Preisvergleichsdienst Google Shopping und mal um Onlinewerbung – der
       Vorwurf ist immer ähnlich: Ausnutzen einer marktbeherrschenden Stellung.
       
       Wenn in dieser Woche nun das [2][EU-Gericht] über die Klage Googles gegen
       die aktuellste dieser Geldbußen – in Sachen Google Shopping – verhandelt,
       muss man sich klarmachen: Es ist die Summe dieser Fälle, die einen
       Unterschied macht. Denn allen regulatorischen Maßnahmen zum Trotz ist an
       den Diensten des Alphabet-Mutterkonzerns kaum mehr ein Vorbeikommen. Dafür
       ist Google längst zu groß und zu mächtig geworden.
       
       Klar, viel lässt sich ersetzen, und wer sich mal aufrafft, um nur eine
       andere Suchmaschine zu nutzen, der tut schon einiges für die eigene
       Privatsphäre. Aber hundert Prozent googlefrei – Smartphone ohne Android,
       Browsen an Googles Werbenetzwerk vorbei, und was lässt sich tun, wenn der
       Arbeitgeber auf Google Docs setzt? –, das braucht schon ein gutes Maß an
       Information und IT-Kenntnissen. Dass es überhaupt so weit kommen konnte,
       zeigt: Was hier wettbewerbsrechtlich versucht wird, ist gut, reicht aber
       nicht.
       
       Die lange Verfahrensdauer vom Beginn der Untersuchung über die Verhängung
       der Strafe bis hin zu einem letztinstanzlichen Urteil trägt nicht dazu bei,
       dass sich der Markt schnell verändert. Zudem sind manche Behörden, etwa im
       Datenschutzbereich, zu vorsichtig. Als würden die Vorstände von Konzernen
       wie Google, Amazon oder Starbucks eines Morgens aufwachen und sagen: Oh, ab
       heute zahlen wir mal ordentlich Steuern, schützen Nutzerdaten und behandeln
       die Logistikmitarbeiter:innen besser.
       
       [3][46,08 Milliarden US-Dollar] – das ist es, was Alphabet allein im
       vierten Quartal 2019 an Umsatz ausgewiesen hat. Da könnte noch was gehen.
       
       12 Feb 2020
       
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