# taz.de -- Wikileaks und Pressefreiheit: Keine Auslieferung von Assange
       
       > Julian Assange darf nicht an die USA ausgeliefert werden, fordert
       > Reporter ohne Grenzen. Der Wikileaks-Gründer solle umgehend freigelassen
       > werden.
       
 (IMG) Bild: Die Auslieferung von Julian Assange an die USA könnte lebenslange Haft für ihn bedeuten
       
       Die USA verlangen von Großbritannien die Auslieferung von [1][Julian
       Assange]. In den USA drohen ihm 175 Jahre Gefängnis, weil er staatliche
       Geheimdokumente veröffentlicht hat, die journalistische Berichte von großem
       öffentlichen Interesse ermöglicht haben. [2][Reporter ohne Grenzen] fordert
       die Freilassung von Assange aus britischer Auslieferungshaft! Seit vielen
       Jahren stehen wir solidarisch an seiner Seite.
       
       Wir haben zahlreiche Pressemitteilungen zur Verteidigung Assange und von
       Wikileaks veröffentlicht, und als 2010 versucht wurde, die
       [3][Wikileaks-Webseite] zu schließen, die Inhalte der Seite auf unserer
       eigenen Reporter-ohne-Grenzen-Webseite zwischengespeichert beziehungsweise
       gespiegelt. Wir haben ihn in der ecuadorianischen Botschaft in London
       besucht.
       
       Wir haben seine Lebensbedingungen in der Botschaft und seine
       Haftbedingungen in Großbritannien kritisiert, die der
       UN-Sonderberichterstatter über Folter [4][Nils Melzer] mit psychologischer
       Folter gleichgesetzt hat. Dabei standen wir zeitweise bestimmten Praktiken
       bei Wikileaks durchaus kritisch gegenüber, aber darum geht es heute nicht:
       Die Auslieferung von Assange an die USA könnte zu einem gefährlichen
       Präzedenzfall für den Umgang mit kritischen Journalist*innen und ihren
       Quellen werden.
       
       Für Reporter ohne Grenzen ist die Verfolgung Julian Assanges ein Angriff
       auf die Pressefreiheit. Im Fall einer Auslieferung werden Menschen, die
       über für die Öffentlichkeit relevante Geheimnisse verfügen, Angst haben,
       sich an Medien zu wenden, und investigative Journalist*innen müssen
       fürchten, für ihre Berichte über ihnen zugespielte geheime Informationen
       selbst verfolgt zu werden.
       
       Die USA müssen deshalb die Verfolgung von Assange einstellen und die
       Anklage nach dem Spionagegesetz unverzüglich fallen lassen. Am 24. Februar
       soll ein britisches Gericht über den Auslieferungsantrag der USA
       entscheiden. Unterstützen Sie uns bitte bei unserem Einsatz. Unterschreiben
       Sie unsere Petition. Verbreiten Sie den Hashtag #FreeAssange.
       
       17 Feb 2020
       
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 (DIR) Christian Mihr
       
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