# taz.de -- Trumps Rache an der Justiz: Nächste Phase der Zerstörung
       
       > Der US-Präsident wurde im Amtsenthebungsverfahren freigesprochen. Nun
       > geht er gegen all jene vor, die ihn bei den Ermittlungen belastet haben.
       
 (IMG) Bild: Donald Trump befindet sich auf einem Rachefeldzug an jenen, die gegen ihn ausgesagt hatten
       
       Es soll in den USA Republikaner*innen gegeben haben, die des Glaubens
       waren, Präsident Donald Trump werde durch das Amtsenhebungsverfahren
       irgendwie vorsichtiger. Etwas respektvoller wenigstens gegenüber den
       demokratischen Institutionen, der Gewaltenteilung. Wie auch immer sie
       darauf kamen.
       
       Das Gegenteil ist der Fall. Schon am Tag [1][nach dem Freispruch] belobigte
       Trump bei einer Siegesfeier im Weißen Haus all jene, die ihn am
       skrupellosesten beschützt und die Beweisaufnahme behindert hatten. Seither
       befindet er sich [2][in einem grollenden Rachefeldzug]. Botschafter und
       Mitarbeiter, die vor dem Repräsentantenhaus aussagten, hat er gefeuert und
       verlangt öffentlich Disziplinarverfahren gegen sie. Und wo die Justiz gegen
       aktuelle oder ehemalige Vertraute vorgeht, weil sie – ganz in Trumps Sinne
       – logen oder Ermittlungen behinderten, wettert und tobt er auf Twitter.
       
       Das könnte ihn zum albernen Rumpelstilzchen machen, der in seiner
       Gummizelle vor sich hin poltert – wenn nicht das Justizministerium
       mitmachen und Trumps Willen umsetzen würde. So wie jetzt im Falle des
       ehemaligen Vertrauten Roger Stone, dessen Strafmaß in der kommenden Woche
       verkündet werden soll. Erst meckerte Trump über den Antrag der
       Staatsanwaltschaft. Dann stimmte das Justizministerium ein. Die
       Staatsanwälte gaben aus Protest den Fall ab – und der flugs neu eingesetzte
       Ersatz milderte die Strafforderung.
       
       Eine so [3][eklatante Einflussnahme auf die unabhängige Justiz] ist die
       vielleicht gefährlichste Entwicklung in Trumps Präsidentschaft. Bislang
       beschränkte er die von seinem ehemaligen Chefstrategen Steve Bannon
       angekündigte Zerstörung des Staats von innen auf Ministerien, Sozial- und
       Umweltprogramme – jetzt geht es an die Justiz, das Kernstück jeden
       Rechtsstaats.
       
       Wenn die heutigen republikanischen Abgeordneten und Senator*innen einmal
       von ihren Enkel*innen gefragt werden, was sie eigentlich damals gemacht
       haben, werden sie keine gute Antwort haben.
       
       13 Feb 2020
       
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 (DIR) Bernd Pickert
       
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