# taz.de -- Trumps Rede zur Lage der Nation: Die Verzweiflung der Demokraten
       
       > In seiner Rede zur Lage der Nation feiert der US-Präsident sich selber.
       > Die wüste Mischung aus Übertreibung und guten Wirtschaftsdaten verfängt.
       
 (IMG) Bild: Ein Blick sagt manchmal mehr als tausend Worte – Donald Trump hielt seine Rede zur Lage der Nation
       
       Mitten während eines laufenden Amtsenthebungsverfahrens die jährliche Rede
       zur Lage der Nation zu halten, ist für amtierende US-Präsidenten Chance und
       Risiko[1][. Donald Trump hat am Dienstagabend seine Chance genutzt]. Ohne
       das Verfahren auch nur mit einem Wort zu erwähnen, sorgte er mit einem
       wohlkonzipierten Auftritt dafür, der gesamten republikanischen Seite,
       Wähler*innen wie Kongressmitgliedern, klarzumachen, dass absolute Loyalität
       zu ihm im besten Interesse des Landes sei – und vor allem in ihrem eigenen.
       
       [2][Für die Demokrat*innen ist das eine lausige Politwoche]. Am Montag
       wollten sie mit Bildern optimistischer und angriffslustiger
       Präsidentschaftskandidaten in Iowa die News bestimmen – stattdessen zeigten
       sie sich unfähig, eine Vorwahl zu organisieren. Am Dienstag rauschte Trump
       mit seiner Rede über sie hinweg – die Geste der Repräsentantenhauschefin
       Nancy Pelosi, die das Manuskript demonstrativ zerriss, ist da schon mehr
       verzweifelter Trotz als Offensive. Und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
       dieser taz-Ausgabe wird der Senat das [3][Amtsenthebungsverfahren] am
       Mittwoch bereits mit einem Freispruch beendet haben.
       
       Trump hat am Dienstag deutlich gemacht, warum er unglaublich schwer zu
       schlagen sein wird. Er vermittelte eine Mischung aus traditionellem
       Konservatismus in ethischen Fragen, gepaart mit guten Nachrichten aus der
       Wirtschaft und zur Schau gestellter Abscheu vor dem Kongress, wie sie von
       einer Mehrheit der US-Amerikaner*innen geteilt wird. Der vermutlich
       wichtigste Satz, den er im Wahlkampf immer und immer wiederholen wird:
       „Anders als andere vor mir halte ich meine Versprechen.“ Im Großen und
       Ganzen stimmt das sogar – selbst wenn Trump in seiner Angeberei maßlos
       übertreibt und immer wieder dreist lügt. Und selbst wenn man so ziemlich
       alles an dieser Politik falsch findet.
       
       Trump ist kein Champ der einfachen Leute. Aber wenn sich die
       US-Wirtschaftsdaten bis November nicht drastisch verschlechtern, wird es
       für die Demokrat*innen sehr schwer, seiner Geschichte etwas
       entgegenzusetzen.
       
       5 Feb 2020
       
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 (DIR) Bernd Pickert
       
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