# taz.de -- Verbraucherschützer vor Vergleich: Schadenersatz für Diesel-Käufer
       
       > Die Verbraucherzentrale klagt im Namen von 400.000
       > Dieselfahrzeug-Käufern, nun lenkt VW ein. Jahrelange Prozesse könnten
       > vermieden werden.
       
 (IMG) Bild: Auspuff eines dieselbetriebenen VW Golf im 7 im Werk in Wolfsburg
       
       Berlin rtr | Hunderttausende Besitzer von manipulierten VW-Dieselfahrzeugen
       können auf Schadenersatz hoffen. Volkswagen habe mit der [1][klagenden
       Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv)] Gespräche über einen möglichen
       Vergleich aufgenommen, teilten der Konzern und VzBv am Donnerstag mit.
       „Gemeinsames Ziel von Vzbv und Volkswagen ist eine pragmatische Lösung im
       Sinne der Kunden.“ Die Gespräche befänden sich in einem sehr frühen
       Stadium. „Ob es zu einem Vergleich kommt, ist offen.“ Die
       Verbraucherzentrale bestätigte die Verhandlungen.
       
       Während VW in den USA bereits Milliarden für die Entschädigung von Kunden
       ausgegeben hat, war der Autobauer dazu in Deutschland bisher nicht bereit –
       und verwies auf eine komplett andere rechtliche Situation. Der
       Verbraucherverband zog deshalb stellvertretend für mindestens 400.000
       Käufer von manipulierten Dieselfahrzeugen der Marken VW, Audi, Seat und
       Skoda, die sich in ein Klageregister eingetragen hatten, vor Gericht.
       
       [2][Seit Ende September wird die sogenannte Musterfeststellungsklage vor
       dem Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig verhandelt]. Experten rechneten
       damals mit einem langen Verfahren, das sich inklusive einer Runde beim
       Bundesgerichtshof über vier Jahre hinziehen könnte.
       
       In dem Musterverfahren sollen relevante Fragen ein für alle Mal geklärt
       werden. Anders als bei Sammelklagen in den USA müssen Verbraucher ihre
       Ansprüche im Anschluss an ein Musterurteil jedoch noch individuell
       durchsetzen.
       
       ## Diesel-Besitzer direkt entschädigt
       
       Mit einem Vergleich würde dagegen ein jahrelanger Prozessmarathon vermieden
       und die betroffenen Fahrzeugbesitzer würden aller Voraussicht nach direkt
       entschädigt. Wegen der unterschiedlichen Ansprüche der vielen VW-Kunden
       dürften die Vergleichsverhandlungen allerdings nicht einfach werden.
       Dennoch hatte das OLG Braunschweig schon zu Verhandlungsauftakt
       Vergleichsverhandlungen angeregt.
       
       Volkswagen hatte im September 2015 zugegeben, millionenfach
       Diesel-Abgaswerte durch eine spezielle Software manipuliert zu haben. Diese
       sorgt dafür, dass Diesel-Autos die Stickoxidgrenzwerte auf dem Prüfstand
       einhalten, auf der Straße aber ein Vielfaches mehr von den giftigen Abgasen
       ausstoßen.
       
       Allein in den USA hat Dieselgate Volkswagen einschließlich Strafen mehr als
       25 Milliarden Euro gekostet. Insgesamt kostete die Aufarbeitung des
       Skandals den Konzern bislang mehr als 30 Milliarden Euro.
       
       2 Jan 2020
       
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