# taz.de -- Dänemark genehmigt Nord Stream 2: Go für umstrittene Ostseepipeline
       
       > Eine letzte Genehmigung für die Fertigstellung der umstrittenen
       > Ostsee-Pipeline stand noch aus. Nun geben auch die dänischen Behörden
       > grünes Licht.
       
 (IMG) Bild: Mit der Pipeline sollen jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportiert werden
       
       Kopenhagen taz/dpa | Die dänische Energiebehörde hat den Bau der
       Gaspipeline Nordstream 2 von Russland nach Deutschland genehmigt. Wie die
       dänische Energieverwaltung in Kopenhagen am Mittwoch mitteilte, darf ein
       147 Kilometer langer Teil der Pipeline auf dem dänischen Kontinentalsockel
       südöstlich von Bornholm durch die Ostsee verlaufen. Die Behörde sei zu dem
       Schluss gekommen, dass dieser Streckenverlauf zwei Alternativrouten – eine
       davon sollte nordwestlich von Bornholm verlaufen, eine andere auf längerem
       Wege ebenfalls südöstlich von der Insel – vorzuziehen sei.
       
       Mit Nord Stream 2 sollen jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas
       aus Russland an Drittstaaten wie der Ukraine oder Polen vorbei durch die
       Ostsee nach Deutschland transportiert werden können. Angeführt wird das
       Nord-Stream-2-Konsortium vom russischen Gazprom-Konzern, der die Hälfte der
       Finanzierung des 9,5-Milliarden-Euro-Projekts aufbringt. Zu den Beteiligten
       gehören die deutschen Unternehmen Uniper und Wintershall.
       
       Mehr als eineinhalb Jahre hat das Konsortium auf den Bescheid gewartet. Die
       dänischen Behörden hatten zuvor noch eine Umweltstudie gefordert. Es war
       die letzte noch ausstehende Genehmigung für die Fertigstellung der
       umstrittenen Ostsee-Pipeline.
       
       Lange Zeit war Deutschland der einzige Befürworter. Nicht nur Polen, die
       baltischen Staaten, die Ukraine [1][und die USA] machten Front gegen das
       Pipeline-Projekt. Auch die EU-Kommission hatte Bedenken. Nord Stream 2
       würde die deutsche Abhängigkeit von russischem Erdgas erhöhen und die
       Energieversorgungssicherheit in Europa als Ganzes gefährden, lautete die
       Befürchtung.
       
       ## Deutschland setzte sich durch
       
       Zudem würde das Projekt die strategische und wirtschaftliche Bedeutung
       alternativer Pipelines und traditioneller Transitländer weiter schwächen.
       [2][Im Schulterschluss mit Frankreich konnte sich Deutschland Anfang
       Februar trotz erbitterten Widerstands aus Osteuropa dann doch durchsetzen.]
       
       Nach Angaben des Unternehmens vom September ist ein Großteil der Rohre in
       den Gewässern von Deutschland, Schweden, Finnland und Russland in der
       Ostsee bereits verlegt. Die Gesamtlänge der doppelläufigen Leitung beträgt
       gut 2.400 Kilometer.
       
       30 Oct 2019
       
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