# taz.de -- AfD-Mitbegründer zurück an der Uni: Professor Lucke lahmgelegt
       
       > Studierende der Universität Hamburg verhinderten am Mittwoch, dass
       > AfD-Mitbegründer Bernd Lucke seine erste Vorlesung halten konnte.
       
 (IMG) Bild: Konnte den Campus nur mit Polizeischutz verlassen: Bernd Lucke
       
       Hamburg taz | Zahlreiche Studierende aber auch Initiativen wie die Omas
       gegen Rechts protestierten am Mittwoch zunächst vor und später auch im
       Hörsaal gegen die [1][Rückkehr des AfD-Mitbegründers Bernd Lucke an die Uni
       Hamburg]. Buh-Rufe und Pfiffe hallten durch das Hauptgebäude. Der Protest
       sorgte dafür, dass der Professor für Makroökonomie über die gesamte Dauer
       der Vorlesung nicht zu Wort kam.
       
       Nachdem Studierende mit Bannern und Antifa-Fahnen das Podium bestiegen und
       seine Sicht auf das Auditorium versperrten, verließ Lucke zunächst das
       Podium und nahm zwischen seinen Student*innen Platz. Daraufhin nutzten
       einige Studierende die Bühne und erläuterten durch ein Megafon ihre Kritik
       an dem Professor.
       
       „Lucke ist nicht nur ein Rassist, seine Lehre ist auch neoliberal“, sagte
       ein Student. Diese Logik bereite den Nährboden etwa für Arbeitslosigkeit,
       prekäre Beschäftigung oder Armut. Auch eine Vertreterin der [2][Omas gegen
       Rechts] kam zu Wort und appellierte an die Studierenden: „Auch wenn der
       Lucke ein Professor ist, glaubt nicht alles, was man euch hier erzählt!“
       
       Noch bis zum Ende der angesetzten Vorlesungszeit wurden Parolen wie „Nie
       wieder Lucke“ oder „Ganz Hamburg hasst die AfD“ gerufen. Papierkugeln
       flogen in Richtung des Lehrenden und es kam zu einer Schubserei zwischen
       einem Lucke-Anhänger und einem Gegner, woraufhin jedoch sofort durchs
       Megafon klargestellt wurde, man wolle unbedingt, dass alle im Saal
       körperlich unversehrt blieben. Lucke verließ nach zwei Stunden ohne zu Wort
       gekommen zu sein und begleitet von Polizist*innen das Unigelände.
       
       ## Ein Gespräch steht an
       
       Organisiert hatte den Protest der Asta der Uni Hamburg. In dem
       [3][Protestaufruf unter dem Titel „Lucke lahmlegen – Keine Lehre am Rechten
       Rand“] werden Luckes Rolle als AfD-Mitbegründer und ehemaligem
       Vorsitzenden, aber auch seine politische Agenda nach dem AfD-Austritt
       scharf kritisiert und als „marktradikal“ und „neoliberal“ bezeichnet. Man
       fordere eine „Vielfalt der Forschung und Lehre“.
       
       Lucke wies die Kritik an seiner Person im Vorfeld seiner Rückkehr zurück
       und bot ein Gespräch mit der Studierendenvertretung an. Dieses Angebot habe
       man angenommen und wolle nicht weiter gegen Lucke protestieren, heißt es
       vom Asta.
       
       16 Oct 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /AfD-Gruender-Lucke-lehrt-in-Hamburg/!5609946
 (DIR) [2] https://www.omasgegenrechts-nord.de/
 (DIR) [3] https://www.asta.uni-hamburg.de/1-ueber-uns/1-news/2019-10-04-kundgebung-lucke.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Lukas Ziegler
       
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