# taz.de -- Nachhaltiger Tourismus und Flugscham: Fastenbrechen und Fernreisen
       
       > Auf das Fliegen verzichten? Nie wieder in ferne Länder reisen, fremde
       > Kulturen kennenlernen? Das kann nicht die Lösung sein.
       
 (IMG) Bild: Ausblick auf eine fantastische Seenlandschaft: Neuseeland – auf der anderen Seite der Erdkugel
       
       Unsere Deutschland-Sommer-Serie ist zu Ende und damit das Intervallfasten
       bei Reiseberichten aus der Ferne. Trotz Flugscham werden wir unseren Fokus
       wieder auf den großen Rest der Welt ausweiten. Trotz Liebe zum Regionalen
       werden wir uns weiterhin auf Internationales einlassen. Trotz
       Nachhaltigkeitsdiskussion wollen wir auf das Fremde, das Andere, das
       Unerwartete, das Ferne nicht verzichten. Auch wenn der welterfahrene, einst
       beneidete Globetrotter durch die Kritik an der weltweit wachsenden
       Vielfliegerei längst als egoistischer Globetrottel in Misskredit geraten
       ist.
       
       Trotz alledem: Auch das Reisen hat Deutschland weltoffener, vielfältiger
       gemacht: im Denken, Tolerieren, Essen. Und wo es nicht zum Konsumtrip
       verkommt, sondern Austausch und Begegnung zulässt, ist Reisen bereichernd,
       belebend, erweiternd. Mit Moral für das Klima zu kämpfen ist gut, wir geben
       obendrein konkrete Tipps zum nachhaltigen Reisen, wie sie seit Jahren in
       der touristischen Szene diskutiert und erprobt wurden.
       
       Aus der Klimaneutralisierung beziehungsweise CO2-Kompensation ist
       inzwischen ein Geschäftsmodell geworden: climatfair, atmosfair,
       klimakollekt, myklimat und andere findet man auf der Website
       www.[1][utopia.de/ratgeber/fliegen-co2-kompensation-ausgleich/].
       
       „Fernreisen mit dem Flugzeug sind für mich Höhepunkte; ich gönne sie mir
       selten und koste sie dafür länger aus“, empfiehlt [2][fairunterwegs.org]
       als eine der fünf Faustregeln beim Reisen. Das unabhängige, nicht
       gewinnorientierte Reiseportal ohne direkte Buchungsmöglichkeiten bietet
       Handlungsmöglichkeiten für einen fairen Umgang mit Mensch und Natur auf
       Reisen. Dahinter steht der Schweizer Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung
       Basel.
       
       ## Faires Verhalten beim Buchen und unterwegs
       
       Er setzt sich dafür ein, dass die Stimmen von Benachteiligten aus
       Tourismusgebieten gehört werden und Reisende, Tourismusunternehmen und
       Politik deren Rechte respektieren. Dazu gehört faires Verhalten beim Buchen
       und unterwegs, aber auch menschenrechtliche Unternehmensverantwortung.
       
       Dafür macht sich auch das Forum anders reisen ([3][forumandersreisen.de])
       stark. Über 100 Reiseveranstalter, die sich für einen nachhaltigen
       Tourismus engagieren, haben sich dort zusammengeschlossen. Spezialisten,
       die ihre Reisen umweltfreundlich und sozialverträglich gestalten wollen und
       dafür einen klaren Kriterienkatolog erarbeitet haben.
       
       Sollten Sie dort nichts finden, das Sie ruhigen Gewissen genießen können,
       empfehlen wir unseren überarbeiteten Reiseführer „Deutschland für
       Eigensinnige 2“. Für alle, die regionale Qualitätsangebote, Tipps und
       Anregungen suchen und für die Nachhaltigkeit längst das entscheidende
       Qualitätsargument ist. Erscheinungstermin: Anfang November.
       
       16 Sep 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://utopia.de/ratgeber/fliegen-co2-kompensation-ausgleich/
 (DIR) [2] http://fairunterwegs.org
 (DIR) [3] http://forumandersreisen.de
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Edith Kresta
       
       ## TAGS
       
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