# taz.de -- Strafe für Facebook: Tut ja gar nicht weh
       
       > Fünf Milliarden Dollar klingen nach viel, sind für Facebook aber keine
       > große Sache. Angst hat man vor Einschränkungen des Geschäftsmodells.
       
 (IMG) Bild: Solange der Rubel rollt, schrecken fünf Milliarden Euro Strafe des Mega-Konzern nicht
       
       Datenschützer*innen sind in Feierlaune. Die US-Aufsichtsbehörde FTC hat
       eine Strafe in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar gegen Facebook verhängt. Die
       Steuerbehörden in den USA und in der EU schauen dem Mega-Konzern auf die
       Finger und drohen mit weiteren empfindlichen Strafen. Alles im Sinne des
       Datenschutzes und des Wettbewerbrechts.
       
       Doch die Party ist zu Ende, bevor sie richtig angefangen hat. Die Strafe
       war längst abgemacht und eingepreist zwischen Behörde und Tech-Konzern. Die
       Summe ist zwar hoch, aber nicht so hoch, dass sie Facebook tatsächlich
       richtig weh tut. Denn zeitgleich meldete der Konzern, dass der Umsatz im
       zweiten Quartal um ein Vielfaches dieser Strafe gesteigert werden konnte .
       
       US-Behörden kündigten in dieser Woche auch an, Facebook und andere
       Tech-Konzerne einer steuerrechtlichen Prüfung zu unterziehen und sie
       daraufhin abzuklopfen, ob sie sich an das Wettbewerbsrecht halten.
       Ähnliches will sich die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
       vornehmen. Aber die Sprechblasen sind längst nicht neu – und schnell wieder
       zerplatzt.
       
       Regulierung allein reicht nicht aus. [1][Auch wenn Facebook-Chef Mark
       Zuckerberg dies sogar am liebsten hätte.] Nein, Behörden und Konzerne
       müssen ans Eingemachte ran: die unkontrollierte und auf Werbung
       ausgerichtete Datensammelei. Nicht an die Umsätze, sondern an die Substanz,
       die Basis, die digitalen Geschäftsmodelle muss etwas geändert.
       
       Der Handel mit Daten ist das Geschäft der Zeit. Das wird sich auch in den
       nächsten Jahren kaum ändern. Es sei denn, alle Welt verabschiedet sich von
       Apps, vom Smartphone, ach was, von der Digitalisierung an sich. Kaum
       vorstellbar. Also geht die Datensammelei weiter. Ungebremst.
       
       Im Übrigen teilweise auch zu unserem Vorteil. Mehr digitale Daten
       verbessern die Gesundheitsversorgung, die Mobilität, den Klimaschutz. Der
       Schutz der Privatssphäre des Einzelnen ist technisch ohne weiteres möglich
       – wenn die Datensammler eprivacy ernstnehmen.
       
       Wenn Konzerne wie Facebook ihre Technologie und ihre unfassbare Reichweite
       nicht nur für mehr Werbung nutzen, sondern einsetzen, um die
       [2][Verbreitung von Hetze und menschenfeindlichen Ideologien] zu
       verhindern, dann wäre die Welt solcher sozialen Netzwerke eine andere. Und
       dann gäbe es auch Grund zum Feiern.
       
       25 Jul 2019
       
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