# taz.de -- Streit über Atomabkommen mit Iran: Pompeo reist nach Brüssel
       
       > US-Außenminister Mike Pompeo will am Rande des EU-Außenministertreffens
       > über den Iran sprechen. Die EU-Außenbeauftragte Mogherini reagiert
       > zurückhaltend.
       
 (IMG) Bild: US-Außenminister Mike Pompeo hat seine Reisepläne geändert
       
       Washington dpa | Im Konflikt um das Atomabkommen mit dem Iran will
       US-Außenminister Mike Pompeo einem Medienbericht zufolge kurzfristig zu
       Gesprächen mit EU-Vertretern nach Brüssel reisen. Pompeo wolle am Rande des
       EU-Außenministertreffens am Montag mit Vertretern aus Deutschland,
       Frankreich und Großbritannien über den Umgang mit dem Iran reden,
       berichtete der US-Sender CNN am Montag unter Berufung auf das
       Außenministerium in Washington. Anders als die USA wollen die drei
       EU-Länder am Atomabkommen mit dem Iran festhalten.
       
       Pompeo wird sich dann am Dienstag in Sotschi mit Präsident Wladimir Putin
       treffen. Seinen ursprünglich geplanten Besuch in Moskau lässt Pompeo
       ausfallen. Der Außenminister habe erst im letzten Moment seine Pläne
       geändert, so der Mitarbeiter.
       
       Die Außenminister der EU-Staaten wollen an diesem Montag in Brüssel über
       die immer komplizierter werdenden Rettungsbemühungen für das Atomabkommen
       mit dem Iran beraten. Konkret geht es dabei vor allem darum, trotz
       amerikanischer Sanktionsdrohungen Handelsbeziehungen mit dem Iran
       aufrechtzuerhalten.
       
       [1][Wegen US-Sanktionsdrohungen machten zuletzt aber kaum] noch
       ausländische Unternehmen mit dem Iran Geschäfte. [2][Das Land drohte
       daraufhin in der vergangenen Woche,] nach Ablauf einer 60-Tages-Frist den
       Ausstieg aus dem 2015 geschlossenen Abkommen einzuleiten.
       
       ## Volle Agenda
       
       Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben das iranische Ultimatum
       zwar gemeinsam mit der EU als nicht akzeptabel zurückgewiesen. Zugleich
       machten sie aber noch einmal deutlich, dass sie entschlossen sind, den
       legitimen Handel mit dem Iran aufrechtzuerhalten, um das Abkommen zu
       retten.
       
       Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini reagierte zurückhaltend auf den
       Überraschungsbesuch des US-Außenministers in Brüssel. Pompeo sei immer
       willkommen, aber man habe beim Außenministertreffen an diesem Montag eine
       volle Agenda, sagte die Italienerin. „Wir werden im Laufe des Tages sehen,
       ob und wie wir ein Treffen organisieren können.“ Mogherini sagte, sie sei
       erst in der Nacht zu Montag über die geänderten Reisepläne von Pompeo
       informiert worden.
       
       Die USA waren vor einem Jahr einseitig aus dem Atomabkommen mit dem Land
       ausgestiegen, weil sie den Iran für einen Unruhestifter und Unterstützer
       von Terrorismus in der Region halten. Mogherini machte vor den Gesprächen
       deutlich, dass sie am Kurs der EU festhalten will. Sie werde am Rande des
       EU-Treffens darüber beraten, wie man die vollständige Umsetzung des
       Atomabkommens sicherstellen könne, sagte sie. Das Abkommen bleibe für die
       EU ein zentraler Pfeiler für die Sicherheit in der Region.
       
       13 May 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Atomabkommen-mit-Iran/!5589921
 (DIR) [2] /Krise-am-Persischen-Golf/!5594563
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Iran
 (DIR) Atomabkommen
 (DIR) USA
 (DIR) Mike Pompeo
 (DIR) Mike Pompeo
 (DIR) USA
 (DIR) Schwerpunkt Iran
 (DIR) Heiko Maas
 (DIR) Schwerpunkt Iran
 (DIR) Schwerpunkt Iran
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Streit um Atomabkommen mit dem Iran: EU-Minister warnen USA vor Krieg
       
       Die Bundesregierung und andere europäische Regierungen sind besorgt über
       eine Eskalation im Iran. US-Präsident Trump verschärft seine Drohungen.
       
 (DIR) Kommentar EU im Konflikt USA-Iran: Die Koalition der Unwilligen
       
       Die Möglichkeiten der EU, auf Trump im Atomstreit einzuwirken, sind
       beklagenswert begrenzt. Doch in Teheran muss offensiv vermittelt werden.
       
 (DIR) Krise in der Iran-Politik: Wachsende Nervosität am Golf
       
       Angebliche „Sabotageakte“ gegen Handelsschiffe schüren die Sorge vor einem
       Irankrieg. Überraschend sucht der US-Außenminister das Gespräch mit der EU.
       
 (DIR) Krise am Persischen Golf: Grüne fordern Schlichtung in Teheran
       
       Die Grünen drängen den Außenminister zu einer Reise in den Iran. Heiko Maas
       beschäftigt jedoch ein anderes Problem.
       
 (DIR) Kommentar Eskalation am Persischen Golf: Wehret den Hardlinern
       
       Wechselt das Regime im Iran, droht der vollständige Ausstieg aus dem
       Atomabkommen und eine militärische Eskalation. Die EU muss jetzt handeln.
       
 (DIR) Atomabkommen mit Iran: Teheran platzt der Kragen
       
       Die USA boykottieren das Atomabkommen mit immer schärferen Sanktionen. Auch
       gegen die übrigen Vertragsstaaten.