# taz.de -- Krise am Persischen Golf: Grüne fordern Schlichtung in Teheran
       
       > Die Grünen drängen den Außenminister zu einer Reise in den Iran. Heiko
       > Maas beschäftigt jedoch ein anderes Problem.
       
 (IMG) Bild: Der US-Flugzeugrtäger „Abraham Lincoln“ auf dem Weg in den Persischen Golf
       
       Berlin dpa | Die Grünen drängen Außenminister Heiko Maas angesichts des aus
       ihrer Sicht eskalierenden [1][Konflikts am Persischen Golf] zu einem Besuch
       in Teheran – und zwar „schleunigst“. Die Bundesregierung müsse mehr tun, um
       das Atomabkommen mit dem Iran zu bewahren, [2][sagte Omid Nouripour,
       außenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, dem Spiegel.]
       
       Nouripour erklärte, für Krisendiplomatie seien direkte Gespräche nötig.
       „Vor dem Hintergrund der zunehmenden Kriegsgefahr im Persischen Golf sollte
       Heiko Maas schleunigst nach Teheran reisen, um zu versuchen, Iran im
       Atomabkommen zu halten.“ Die Lage sei inzwischen „zu ernst für Appelle aus
       der Ferne“.
       
       Die USA haben im Konflikt mit dem Iran um den von Washington im Vorjahr
       aufgekündigten Atomvertrag zuletzt mit militärischer Stärke gedroht. Unter
       anderem wurde bereits der Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ mit seinem
       Verband in den Nahen Osten verlegt. Dies wurde damit begründet, dass es
       Hinweise darauf gebe, dass der Iran Angriffe auf US-Truppen unternehmen
       könne.
       
       ## Maas kritisiert Behandlung Israels in den Vereinten Nationen
       
       Dazu wurde noch die Verlegung des Kriegsschiffs „USS Arlington“ und eines
       weiteren Raketenabwehrsystems vom Typ „Patriot“ in die Region angekündigt.
       Wie auch im Fall des Flugzeugträgers war die Verlegung der „USS Arlington“
       in die Region bereits länger geplant, wurde aber nun beschleunigt.
       
       Unterdessen beklagte Maas eine schlechte Behandlung Israels in UN-Gremies.
       Israel werde dort „in unangemessener Form angeprangert, einseitig behandelt
       und ausgegrenzt“, erklärte Maas zum 70. Jahrestag der Aufnahme des Landes
       in die Vereinten Nationen am Samstag. Dieser Zustand sei schmerzlich und
       unbefriedigend, gerade weil die Vereinten Nationen das Herzstück der
       multilateralen, regelbasierten Ordnung darstellten.
       
       Deutschland stehe auch in den Vereinten Nationen weiter an der Seite
       Israels, dessen Sicherheit und Existenzrecht nirgends und durch niemanden
       infrage gestellt werden dürfe, betonte Maas. „Wir werden auch weiter und
       auch als nichtständiges Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen
       Israels legitime Interessen unterstützen, helfen, seine Präsenz in den
       Vereinten Nationen zu stärken und uns mit Überzeugung und Nachdruck gegen
       jeden Versuch stellen, Israel zu isolieren oder zu delegitimieren.“
       
       Israel kritisiert seit langem, dass es in Resolutionen der
       UN-Vollversammlung und von Sonderorganisationen wie dem
       UN-Menschenrechtsrat [3][wegen seiner Besatzungs- und Siedlungspolitik zu
       unrecht verurteilt werde], während schwerste Menschenrechtsverbrechen in
       anderen Ländern mit Schweigen übergangen würden.
       
       12 May 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Atomabkommen-mit-Iran/!5589921
 (DIR) [2] https://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-krise-omid-nouripour-fordert-heiko-maas-zu-reise-nach-teheran-auf-a-1266989.html
 (DIR) [3] /Buch-Vereinte-Nationen-gegen-Israel/!5577104
       
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