# taz.de -- Strache-Affäre: Whoah, we're going to Ibiza!
       
       > Sich einmal wie Strache auf Ibiza fühlen: eine Zeitung will das möglich
       > machen. Sie verlost einen Aufenthalt auf dem Anwesen.
       
 (IMG) Bild: Das Haus, in dem das Treffen mit der angeblichen russischen Oligarchin stattgefunden hat
       
       Einmal auf dem Sofa sitzen, auf dem der steile Niedergang des
       österreichischen Rechtspopulisten Heinz-Christian Strache begann – klingt
       traumhaft. Zumal dieses Sofa in einer luxuriösen Villa auf Ibiza steht.
       [1][Die Zeitung Österreich verlost aus aktuellem Anlass] zwei Nächte für
       zwei Personen auf dem Anwesen mit Pool und Gästehaus.
       
       „Machen Sie sich selbst ein Bild vor Ort“, lockt das Boulevardblatt.
       „Lassen Sie sich diese einmalige Chance nicht entgehen.“ Los ginge es dann
       schon nächste Woche!
       
       Die Villa kostet knapp 1.000 Euro pro Nacht und liegt nur ein paar
       Kilometerchen außerhalb von Ibiza-Stadt auf einer idyllischen Hügelkette.
       In dem weiß getünchten Gebäude mit edlen Designermöbeln wird der glückliche
       Gewinner nachempfinden können, wie umnachtet man wohl sein muss, um der
       vermeintlichen Nichte eines russischen Oligarchen auf den Leim zu gehen.
       Man wird durch das Haus laufen und sich fragen können: Wo waren hier wohl
       die Kameras und Mikros angebracht?
       
       Vor allem aber wird man Champagner entkorken und anstoßen können auf den
       Ort, an dem Strache stellvertretend für die FPÖ und die Neue Rechte in ganz
       Europa einen schweren Rückschlag erlitten hat. Diejenigen, die hinter jeder
       Brüsseler Gardine eine Verschwörung vermuten, schmieden selbst einen
       Komplott – ohne Not, einzig zum eigenen machtbesoffenen Vorteil.
       
       Reingelegt von einer jungen Frau auf Stöckelschuhen, deren Zehnnägel nicht
       mal pedikürt waren. Es klingt wie das Drehbuch eines schlechten
       Agentenfilms, bei der es immerhin eine Reise zum Originaldrehort zu
       gewinnen gibt.
       
       Wenn die Vermieter der Villa auf Ibiza schlau sind, dann richteten sie
       [2][am Ort des korrupten Geschehens] eine Pilgerstätte für Gegner der Neuen
       Rechten ein. Mit Eintritt, Andenkenshop und Fotoshooting auf dem
       Schicksalssofa.
       
       22 May 2019
       
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 (DIR) Silke Mertins
       
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