# taz.de -- Datenverlust bei MySpace: Gone, gone, gone
       
       > Das auf Musik spezialisierte Online-Netzwerk verlor Millionen von
       > Liedern, nun trauern viele Nutzer:innen. Grund sei ein Serverumzug, so
       > MySpace.
       
 (IMG) Bild: Die besten und schlechtesten Songs von früher – sind alle weg.
       
       Die Online-Plattform MySpace hat durch eine Serverumstellung alle
       Musikdateien aus den Jahren 2003-2015 verloren. Betroffen sind Millionen
       von Titeln, die in diesen Jahren auf das Musik-Netzwerk hochgeladen wurden.
       Das berichteten einige Nachrichtenseiten [1][auf Grundlage einer
       Reddit-Diskussion]. Wenn keine privaten Kopien existieren, ist diese Musik
       unwiederbringlich verloren, das gilt vor allem für unbekanntere Bands.
       
       MySpace war ursprünglich ein Datenspeicherungs-Angebot und entwickelte sich
       in den frühen 2000er Jahren zu einem Online-Netzwerke für Musik mit über
       260 Millionen Mitgliedern. [2][Das Netzwerk geriet in eine Krise], weil die
       Nutzer:innen in Scharen zu anderen Plattformen wie Facebook oder
       spezialisierten Musikdiensten migrierten. 2011 verkaufte Inhaber Rupert
       Murdoch die Seite mit großem Verlust an die Internet-Werbefirma Specific
       Media, heute gilt die Seite als tot.
       
       Dass es bei MySpace Problem mit dem Zugriff auf Dateien aus der Zeit vor
       2015 gab, ist nicht neu: Bereits vor einem Jahr berichteten Nutzer:innen im
       zitierten Reddit-Forum von Problemen mit dem Abspielen älterer Liedern.
       Zunächst habe das Unternehmen angegeben, eine Lösung zu suchen. [3][Auf
       Anfrage eines Nutzers vor sieben Monaten] sagte das Unternehmen: „Wegen
       eines Server-Umzugs wurden die Dateien beschädigt. […] Es gibt keine
       Möglichkeit, die verlorenen Daten zurückzuholen.“
       
       Der Historiker und Internet-Archivar Jason Scott (USA) hatte das Thema am
       Sonntag erneut in die Diskussion eingebracht, indem er die besagte Anfrage
       des MySpace-Datenschutzsprechers [4][auf Twitter postete]. „Das Thema hat
       nun endlich Aufmerksamkeit von einem bekommen, der selbst Aufmerksamkeit
       bekommt“, [5][so erklärte Scott die Verzögerung in einem Twitter-Post].
       
       Daraufhin bezweifelten Experten, dass der Verlust ein Unfall war: Der
       Aufwand und die Kosten, um die mutmaßlich 50 Millionen Songs von 14
       Millionen Künstler:innen zu speichern, seien dem Unternehmen zu groß
       gewesen, [6][vermutete US-Blogger Andy Baio].
       
       MySpace entschuldigte sich am Montag und bat Nutzer:innen,
       Sicherheitskopien von privaten Musikdateien anzufertigen. Zusätzlich
       hinterlegte das Unternehmen die Adresse seiner Datenschutzbeauftragten, der
       Hamburger Anwältin Jana Jentzsch, die bis Redaktionsschluss nicht zu
       erreichen war.
       
       Die Affäre zeigt, wie unsicher das Speichern von Dateien auf Cloud-Servern
       ist. Für viele Menschen sind die Nachrichtenverläufe oder
       [7][Band-Aufnahmen Teil ihrer Jugend], die jetzt für immer verschwunden
       sind. Persönlichen Erinnerungen und Daten können auch verloren gehen, wenn
       Online-Netzwerke stillgelegt werden oder [8][wie StudiVZ] pleite gehen.
       
       18 Mar 2019
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.reddit.com/r/techsupport/comments/7uiv8b/myspace_player_wont_play_songs_and_i_want_to/e3bfy1
 (DIR) [2] /Verkauf-fuer-35-Millionen-Dollar/!5117487
 (DIR) [3] https://i.imgur.com/YEuIR2z.png
 (DIR) [4] https://twitter.com/textfiles/status/1107306991066759168
 (DIR) [5] https://twitter.com/textfiles/status/1107651827347177473
 (DIR) [6] https://twitter.com/waxpancake/status/1107511026931490817
 (DIR) [7] https://twitter.com/james_youdale/status/1107625806669533186
 (DIR) [8] /StudiVZ-Gruender-zieht-Bilanz/!5446189
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Elisabeth Nöfer
       
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